Internationale Raumstation ISS 19.09.2016, 13:20 Uhr

Kurzschluss in Sojus-Rakete verhindert Start der neuen Mannschaft

Gerade noch rechtzeitig haben russische Raketentechniker eine mögliche Katastrophe verhindert: Beim Check einer Sojus-Trägerrakete und des Raumschiffs Sojus MS-02, das am Freitag bemannt zur ISS starten sollte, hat es einen Kurzschluss gegeben. Die Ingenieure entdeckten die Fehlfunktion. Jetzt dauert es Wochen, ehe ein neuer Start möglich ist.

Die Internationale Raumstation ISS: Am Freitag sollte eine neue Langzeitbesatzung dorthin aufbrechen. Daraus wird erst einmal nichts. Bei vorbereitenden Tests am Weltraumbahnhof Baikonur kam es zu einem Kurzschluss in der Sojus-Trägerrakete bzw. im Raumschiff. Die Suche nach der Ursache dauert noch an.  Foto: ESA

Die Internationale Raumstation ISS: Am Freitag sollte eine neue Langzeitbesatzung dorthin aufbrechen. Daraus wird erst einmal nichts. Bei vorbereitenden Tests am Weltraumbahnhof Baikonur kam es zu einem Kurzschluss in der Sojus-Trägerrakete bzw. im Raumschiff. Die Suche nach der Ursache dauert noch an.  

Foto: ESA

Zu den Pannen rund um die Internationale Raumstation (ISS) kommt eine weitere dazu: Wegen eines Kurzschlusses mussten die Vorbereitungen zum Start der Sojus-Rakete mit der Raumkapsel Sojus MS-02 gestoppt werden. Die russischen Kosmonauten Sergej Ryschkow und Andrej Borissenko sowie ihr US-Kollege Robert Shane Kimbrough sollten am kommenden Freitag als nächste Langzeitbesatzung zur ISS aufbrechen.

Ein neuer Starttermin steht noch nicht fest. Vermutlich wird die Truppe erst in der zweiten Oktoberhälfte vom Weltraumbahnhof Baikonur in der kasachischen Steppe starten. Dann nämlich fliegt die ISS wieder direkt über den Startplatz hinweg, ist also fast greifbar nah. Es ist die 49. Expedition seit der Erstbesiedelung der Raqumstation am 31. Oktober 2000.

Fehlersuche noch nicht abgeschlossen

Die russischen Techniker machten sich gleich daran, den Fehler zu suchen. In der Rakete wurden sie nicht fündig. Jetzt vermuten sie, dass der Fehler in der Raumkapsel zu suchen ist. Wenn er gefunden ist muss das defekte Bauteil ausgetauscht oder repariert werden. Danach sind sorgfältige Tests nötig, um sicherzustellen, dass die Kapsel einwandfrei funktioniert.

Die Crew der 49. Mission: Sergei Ryzhikov, Shane Kimbrough, Andrei Borisenko (v.l.) sitzen nach der Panne zunächst einmal am Weltraumbahnhof in Baikonur fest. Kate Rubins, Anatoli Ivanishin, and Takuya Onishi  befinden sich seit dem 7. Juli 2016 auf der Internationalen Raumstation. 

Die Crew der 49. Mission: Sergei Ryzhikov, Shane Kimbrough, Andrei Borisenko (v.l.) sitzen nach der Panne zunächst einmal am Weltraumbahnhof in Baikonur fest. Kate Rubins, Anatoli Ivanishin, and Takuya Onishi  befinden sich seit dem 7. Juli 2016 auf der Internationalen Raumstation. 

Quelle: Robert Markowitz/Nasa

Die Mannschaft bleibt vorerst in Baikonur. Gleichzeitig bereitet sich auch eine Ersatzmannschaft auf den Start vor: Alexander Missurkin, Nikolai Tichonow aus Russland und Mark Vande Hei aus den USA. Derzeit befinden sich die Amerikanerin Kathleen Rubins, der Russe Anatoli Alexejewitsch Iwanischin und der Japaner Takuya Onishi an Bord der ISS.

Russland will einen Kosmonauten einsparen

Bisher waren stets drei Russen an Bord der Raumstation. Vom Frühjahr 2017 an sollen es nur noch zwei sein, so die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos. Der Grund ist Geldmangel. Russland hatte Anfang dieses Jahres sein Raumfahrtbudget gekürzt, um Haushaltslöcher zu stopfen. „Ich halte das für falsch“, sagte der Kosmonaut Alexej Owtschini. „Je weniger russische Mitglieder die Besatzung auf der ISS hat, desto weniger wissenschaftliche Experimente wird es geben“, sagte er der Agentur Tass zufolge. Auch Oleg Skripotschka, der am 7. September mit Owtschinins nach einem 172-tägigen Aufenthalt auf der ISS zur Erde zurückgekehrt war, sieht eine Gefahr für das Arbeitsprogramm an Bord, wenn die Entscheidung nicht revidiert wird.

Melonen, Gurken und Kaffee fehlten im All

Restlos glücklich waren sie übrigens nicht während ihres Aufenthalts in der Schwerelosigkeit. Ihnen hätten Wassermelonen, eingelegte Gurken und frischer Kaffee gefehlt. Das hatten sie dem Raumfahrtzentrum vor ihrer Rückkehr mitgeteilt. Das reagierte prompt. Nach der Landung in der kasachischen Steppe erhielten die Heimkehrer gleich eine Melone.

  • Wolfgang Kempkens

    Wolfgang Kempkens studierte an der RWTH Aachen Elektrotechnik und schloss mit dem Diplom ab. Er arbeitete bei einer Tageszeitung und einem Magazin, ehe er sich als freier Journalist etablierte. Er beschäftigt sich vor allem mit Umwelt-, Energie- und Technikthemen.

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