Letzter Versorgungsflug der ESA 29.07.2014, 13:32 Uhr

Kaffee und Kässpätzle für die Astronauten auf dem Weg zur ISS

Zum letzten Mal startet in der Nacht zu Mittwoch ein europäischer Raumtransporter zur Raumstation ISS. Der ATV-Frachter George Lemaître soll am 12. August an die ISS andocken und die Besatzung mit Nachschub versorgen. Auch mit Leckereien für die Küche – Kässpätzle zum Beispiel.

In der Nacht zu Mittwoch um 1:44 MESZ startet die Ariane-Trägerrakete zur ISS. An Bord ist der Transporter George Lemaître. Es ist der letzte europäische Transport zur ISS. 

In der Nacht zu Mittwoch um 1:44 MESZ startet die Ariane-Trägerrakete zur ISS. An Bord ist der Transporter George Lemaître. Es ist der letzte europäische Transport zur ISS. 

Foto: ESA

Beim fünften und letzten Versorgungsflug eines Automated Transfer Vehicle (ATV), der am 30. Juli 2014 um 1:44 MESZ vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana wird gleichzeitig auch der bisher schwerste Frachter ins All transportiert: Mehr als 20 Tonnen wiegt die George Lemaître insgesamt, 6,6 Tonnen Ladung bringt der Transporter zur ISS.

Neben neuen Materialen für Experimente im Weltall sind an Bord auch Kässpätzle, das Lieblingsessen des deutschen Astronauten Alexander Gerst, Kaffee und T-Shirts.

Simulation der angedockten George Lemaître an der ISS: Der Raumtransporter ist deutlich an den vier Sonnensegeln zu erkennen und hat auf diesem Bild zentral an die ISS angedockt.

Simulation der angedockten George Lemaître an der ISS: Der Raumtransporter ist deutlich an den vier Sonnensegeln zu erkennen und hat auf diesem Bild zentral an die ISS angedockt.

Foto: ESA

Eine Ariane-Trägerrakete bringt den ATV-Transporter in den Orbit. Seinen Namen erhielt der Frachter nach dem belgischen Physiker George Lemaître: Er ging als Begründer der Urknall-Theorie in die Astronomiegeschichte ein.

Experimente für die Grundlagenforschung an Bord

An Bord des Frachters befindet sich unter anderem der elektromagnetische Levitator. Dieser spezielle Schmelzofen wurde im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR entwickelt und wird für die Materialforschung eingesetzt. Sie soll vor allem Erkenntnisse über Hightech-Legierungen und -Halbleitermaterialien und deren Eigenschaften im geschmolzenen Zustand liefern. Die Ergebnisse dienen nicht nur der Grundlagenforschung – sie sollen auch zur Optimierung industrieller Gießvorgänge beitragen.

Bereit zum Start: Die Trägerrakete Ariane 5 bringt den Transporter George Lemaître zur ISS. Er hat 6,6 Tonnen Material an Bord.

Bereit zum Start: Die Trägerrakete Ariane 5 bringt den Transporter George Lemaître zur ISS. Er hat 6,6 Tonnen Material an Bord.

Foto: ESA

Die ATV-Mission will außerdem den Laserinfrarotbildsensor Liris für eine neue Rendezvoustechnologie testen. Mit Hilfe von Liris sollen neue Navigations- und Steuerungssysteme entwickelt werden, die es ermöglichen, auch sogenannte unkooperative Ziele anzufliegen: trudelnde Satelliten und anderer Weltraummüll oder Asteroiden etwa.

Raumtransporter dient ein halbes Jahr als Schlafzimmer der ISS

Insgesamt dauert die ATV-Mission rund sechs Monate. In dieser Zeit hat der Innenraum des Transporters für die ISS noch einen ganz praktischen Nutzen: Er wird als Schlafzimmer genutzt. Das ATV wird weder an die Klimaanlage der Station angeschlossen, noch rund um die Uhr beleuchtet. Deshalb ist es dort leiser als in den anderen Modulen.

Der Raumtransporter George Lemaître bietet viel Platz, wenn die Materialien und Experimente an Bord der ISS gebracht sind. Für ein halbes Jahr dient der Transporter dann den Astronauten der ISS als zusätzlicher Schlafraum.

Der Raumtransporter George Lemaître bietet viel Platz, wenn die Materialien und Experimente an Bord der ISS gebracht sind. Für ein halbes Jahr dient der Transporter dann den Astronauten der ISS als zusätzlicher Schlafraum.

Foto: ESA

Mit dem Müll der ISS-Station beladen, wird der Transporter nach einem halben Jahr wieder in Richtung Erde geschickt und verglüht dann beim Eintritt in die Atmosphäre. Auch dabei steht er unter genauer Beobachtung: Eine „Break-Up“-Kamera zeichnet Daten auf, die den Ingenieuren helfen sollen, die Vorgänge beim Auseinanderbrechen des Fahrzeugs genauer zu verstehen.

Das ist wichtig für die Entwicklung künftiger Raumtransporter, auch wenn die George Lemaître der letzte europäische Versorgungsfrachter ist, der zur ISS startet. Das ATV-Programm wird aus Geldmangel eingestellt, die ISS wird in Zukunft vor allem von US-amerikanischen und russischen Transportern versorgt.

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