Kürzere Startvorbereitung 16.09.2013, 17:15 Uhr

Japan entwickelt sich selbst überprüfende Trägerrakete Epsilon

Japan hat weltweit die erste Trägerrakete für Satelliten in den Weltraum gebracht, die sich vor dem Start selbst überprüft. Dank dieser auf künstlicher Intelligenz basierenden Technik konnte die japanische Raumfahrbehörde Jaxa die Startvorbereitungen auf nur noch eine Woche verkürzen.

Die japanische Weltraumbehörde Jaxa hat zum ersten Mal eine Trägerrakete ins All geschickt, die sich vor dem Start selbst überprüft. Statt 150 Ingenieuren braucht Jaxa nur noch acht Experten für die Startvorbereitungen, die nicht mehr sechs Wochen dauern, sondern nur noch eine Woche. Im Bild der Start der Rakete am vergangenen Samstag vom Weltraumbahnhof Uchinoura auf der südjapanischen Insel Kyushu.

Die japanische Weltraumbehörde Jaxa hat zum ersten Mal eine Trägerrakete ins All geschickt, die sich vor dem Start selbst überprüft. Statt 150 Ingenieuren braucht Jaxa nur noch acht Experten für die Startvorbereitungen, die nicht mehr sechs Wochen dauern, sondern nur noch eine Woche. Im Bild der Start der Rakete am vergangenen Samstag vom Weltraumbahnhof Uchinoura auf der südjapanischen Insel Kyushu.

Foto: Jaxa

Als „Revolution der Starttechnik“ bezeichnete Jaxa-Projektleiter Yasuhiro Morita die Entwicklung der Epsilon-Rakete. Im Vergleich zur bisherigen Trägerrakete, der etwa doppelt so großen H2A, konnte Japan Kosten und Vorbereitungszeit deutlich senken. Dank der künstlichen Intelligenz an Bord hat sich beispielsweise die Zeit zwischen Montage und Start von sechs auf eine Woche verkürzt. Nur acht Mitarbeiter waren für die Startvorbereitungen nötig. Üblich sind beim Start einer H2A 150 Ingenieure.

Überflüssig ist auch ein teures Lagezentrum – für den Start der Epsilon reichten zwei Laptops. Das macht jeden Start einer Epsilon-Rakete kostengünstig. Aber auch die Entwicklung war vergleichsweise preiswert: Mit rund 30 Millionen Euro kostete die Rakete nur ein Drittel der Entwicklungskosten der H2A.

Zugang zum Geschäft mit Satelliten-Starts

Epsilon ist der erste neue Raketentyp Japans seit  zwölf Jahren. Branchenbeobachter halten es für möglich, dass damit künftig auch weltweit neue Maßstäbe in Bezug auf Raketen gesetzt werden.

Japan möchte mit Hilfe der Epsilon-Trägerrakete einen Teil des weltweiten Marktes mit Satelliten-Starts gewinnen. Kritiker geben allerdings zu bedenken, dass es die Nische, auf die die Japaner zielen, nämlich den Transport kleiner Satelliten ins Weltall, bislang gar nicht  gibt.

Derzeit reisen kleine Satelliten Huckepack mit großen mit. Abgesehen davon gibt es auf dem Markt für Satelliten-Starts starke Konkurrenz. Er wird von der europäischen Arianespace dominiert, die 2012 einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro verbuchte. Aber auch Russland mischt in der Branche mit seinen Sojus-Raketen mit. Große Hoffnungen macht sich zudem der neue US-Anbieter SpaceX.

Teleskop untersucht Mars, Venus und Jupiter

Ursprünglich sollte die Epsilon bereits im August starten, aber im letzten Moment hatte ein Computer eine falsche Positionierung angezeigt. Deshalb war der Start nur 19 Sekunden vor Beginn automatisch abgebrochen worden. Beim zweiten Versuch verlief aber alles wie geplant: Die Epsilon setzte den Satelliten Sprint-A in seiner Umlaufbahn ab. Das Teleskop soll die Umgebung von Planeten wie Venus, Mars und Jupiter untersuchen.

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