Satelliten 20.08.1999, 17:22 Uhr

Iridium finanziell am Boden?

„Chapter 11“, die Flucht in das Vergleichsverfahren, als befristete Schutzmaßnahme vor dem Zugriff der weltweiten High-Risk-Investoren.

Iridium konnte eine seit Mitte Juli gestundete Rate von 90 Mio. Dollar auf Bankkredite von 1,5 Mrd. Dollar nicht aufbringen. Daraufhin hatte eine Gläubigergruppe der Chase Manhattan Bank mit einem strikteren Vergleichsverfahren gedroht.
Der Grund für den Absturz des 5-Mrd.-Dollar-Satellitenprojekts liegt, ganz einfach, in der Verkennung des Bedarfs und in den hohen Preisen für das klobige Iridium-Handy (3000 Dollar) und das globale Roaming (bis zu 7 Dollar pro Minute). Nur 10 000 Abonnenten statt der erwarteten 100 000 hatten sich in den ersten fünf Betriebsmonaten seit November 1998 gemeldet. Der Dienst soll aber vorerst weiterlaufen.
Besonders exponiert ist der mit 18 % des Aktienkapitals größte Anteilseigner und Technologieführer Motorola. Von Motorola kommen seit Monaten ambivalente Signale: Einerseits hat sich der Mobilfunkkonzern hinter Iridium gestellt, andererseits gibt es Anzeichen einer organisatorischen Distanzierung. Andere, wie die deutsche Veba, haben kurzen Prozeß gemacht und ihr Engagement verlustreich abgeschrieben.
Nun soll Iridiums Business innerhalb von 30 Tagen zukunftsfähig werden. „Dies ist keine Liquidation“, sagt Motorola-Sprecher Scott Wyman, „sondern eine Gelegenheit zur Umstrukturierung.“ Nur wie? Seit April steht Iridium LLC unter neuer Führung. Erste Maßnahme: halbe Preise für Handys und Dienste. Die Finanzwelt hat sich ihren eigenen Reim gemacht: Statt der Venture-Fonds stürzen sich jetzt die „Vulture-Fonds“ auf Iridiums marode Anleihepapiere. Für 800 Mio. Dollar haben die Aasgeier des Kapitalmarkts Überreste aufgepickt.
Und auch andere Satelliten-Mobilfunk-Aspiranten trifft der „Iridium-Faktor“: Bei ICO Global Communications sind Zahlungen überfällig, und die nächsten 600 Mio. Dollar der Projektkosten von 3 Mrd. Dollar will im Moment niemand riskieren. Bei Globalstar und Ellipso stehen die Sterne auch nicht mehr so günstig. W. SCHULZ

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