Aufbau Satellitennetz 13.06.2014, 13:55 Uhr

Google will sich an Raumfahrtunternehmen Virgin Galactic beteiligen

Der amerikanische Internet-Konzern Google will sich immer weiter in Richtung Raumfahrt entwickeln. Nach der Übernahme des Satellitenbildunternehmens Skybox beteiligt sich Google nun am britischen Raumfahrtunternehmen Virgin Galactic, berichtet der US-Sender Sky News. 

Milliardär Richard Branson vor der SpaceShipTwo von Virgin Galactic: Das Raumschiff soll ab Herbst Touristen ins Weltall fliegen. Jetzt will sich Google an dem Unternehmen beteiligen, um Satelliten rund um die Erde in Position zu bringen.

Milliardär Richard Branson vor der SpaceShipTwo von Virgin Galactic: Das Raumschiff soll ab Herbst Touristen ins Weltall fliegen. Jetzt will sich Google an dem Unternehmen beteiligen, um Satelliten rund um die Erde in Position zu bringen.

Foto: Virgin Galactic

Google liebäugelt schon eine ganze Weile mit der Raumfahrt. Vor einigen Monaten hatte Google bereits Titan Aerospace gekauft, ein amerikanisches Unternehmen, das elektrisch angetriebene Drohnen für extrem lange Weltraumflüge entwickelt. Und gerade erst hat Google für 500 Millionen Dollar den Satellitenbildanbieter Skybox übernommen, der Kleinstsatelliten mit hochauflösenden Kameras betreibt.

Google will flächendeckendes Internet aus dem Weltraum aufbauen

Für Google geht es bei der Beteiligung an Virgin Galatic vor allem um die flächendeckende Ausweitung des Zugangs zum Internet. Nach wie vor gibt es Teile der Welt, in denen es angesichts geringer Bevölkerungsdichte viel zu teuer wäre, die Infrastruktur für das Internet aufzubauen. Deshalb plant Google ein Netz von insgesamt 180 kleineren Satelliten, die im Weltraum so positioniert werden sollen, dass sie flächendeckend auf der Erde Internet-Verbindungen ermöglichen.

Dabei soll das Raumfahrtunternehmen Virgin Galactic Hilfe leisten. Virgin Galactic wurde 2005 vom amerikanischen Luft- und Raumfahrt-Konstrukteur Burt Rutan und dem britischen Milliardär Richard Branson gegründet. Rutan konstruierte für das Unternehmen das Raumschiff SpaceShipTwo. Geplant ist eine Flotte von fünf Raumschiffen, die Touristen ins All bringen sollen.

Im Herbst dieses Jahres sollen von New Mexico aus die ersten Flüge starten. 200.000 US-Dollar kostet das Ticket pro Fluggast. Mehrere Dutzend Tickets sind bereits seit Jahren verkauft.

WhiteKnightTwo von Virgin Galactic auf Testflug: Das Trägerflugzeug bringt das SpaceShipTwo bis in 16 Kilometern Höhe.

WhiteKnightTwo von Virgin Galactic auf Testflug: Das Trägerflugzeug bringt das SpaceShipTwo bis in 16 Kilometern Höhe.

Foto: Virging Galactic/Scott Glaser

Für Google interessant ist die besondere Technik, die Rutan für die Weltraumflüge entwickelt hat. Zunächst bringt das Trägerflugzeug WhiteKnightTwo das SpaceShipTwo auf eine Höhe von 16 Kilometern. Dort koppelt das SpaceShipTwo aus und zündet einen Raketenantrieb, der das Fluggerät auf 100 Kilometer Höhe katapultiert. Mit dieser Technik ließen sich aus Satelliten in Position bringen.

Google will sich mit 30 Millionen Dollar an Virgin Galactic beteiligen 

Google will sich zunächst mit 30 Millionen Dollar an Virgin Galactic beteiligen. Dabei ist allerdings bisher nicht klar, ob diese Beteiligung aus dem Besitz von Sir Richard persönlich oder der Aabar Investment Gesellschaft aus Abu Dhabi verkauft wird. Letztere ist mit 32 Prozent an Virgin Galactic beteiligt. Der Wert des Gesamtunternehmens Virgin Galactic wird auf rund eine Milliarde US-Dollar geschätzt.

Die bereits seit Monaten laufenden Verhandlungen zwischen Google und Virgin Galactic profitieren davon, dass Branson und der Google-Gründer Larry Page seit langer Zeit befreundet sind. Das reicht soweit, dass sich die beiden bereits die Namensrechte für “Virgle”, die Kombination aus Virgin und Google, für kommende gemeinsame Geschäftsmöglichkeiten hatten sichern lassen. 

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