Fußball-WM 02.07.2010, 19:47 Uhr

Fußball-WM setzt Südafrika in Bewegung

Südafrika hat den Fußballfans aus aller Welt den Weg geebnet. Mehr als 3 Mrd. € wurden in Flughäfen und Straßen investiert. Selbst der öffentliche Personennahverkehr wird jetzt ausgebaut.

Noch vor sechs Jahren wirkte der Flughafen von Kapstadt von außen verschlafen. Gut eine Dekade nach Abschaffung der Apartheidspolitik blühte die Tourismusindustrie zwar schon in voller Pracht, aber immer noch mussten die Besucher zu Fuß zu ihrem Flugzeug gehen oder wurden mit dem Bus dorthin gebracht. Fluggastbrücken? Fehlanzeige! Bis zu 8 Mio. Fluggäste quetschten sich pro Jahr durch die meist überfüllte Abflughalle.

Als Südafrika vor sechs Jahren den Zuschlag für die Fußball-WM erhielt, begann auch für die Flughäfen des Landes die Zukunft. Herzstück der Erweiterung des Cape Town International Airport ist das neue zentrale Abfertigungsterminal, an dessen 120 Schaltern jährlich 15 Mio. Passagiere ihr Gepäck aufgeben können.

Bereits im November letzten Jahres ist das 160 Mio. € teure Objekt in Betrieb gegangen. Prompt erhielt Kapstadt vom Skytrax-Magazin den Preis für den besten afrikanischen Flughafen – auch für seine anspruchsvolle Architektur.

Wer zur Fußball-WM nach Südafrika reist, ist auf das Flugzeug angewiesen. Weil von den 64 WM-Spielen etwa zwei Drittel in einem Umkreis von 200 Kilometern von Johannesburg stattfinden, landeten die meisten Fußballfans auf dem dortigen O.R. Tambo-Flughafen. Er ist mit jährlich mehr als 20 Mio. Passagieren nicht nur der größte des Landes, sondern auch der größte des Kontinents. Sein Umbau hat 250 Mio. € gekostet.

In Durban, wo die deutsche Mannschaft ihr erstes Spiel gegen Australien austrug, wurde zur WM gleich ein komplett neuer Flughafen gebaut. Und so mussten Südafrikas Steuerzahler weitere 680 Mio. € aufbringen, um neben dem größten Airport Afrikas auch noch den modernsten zu besitzen.

Natürlich ist das Auto in einem Land mit 360 000 Straßenkilometern oft eine Alternative zum Flugzeug, zumal 60 000 km davon geteert und die großen Städte durch Autobahnen verbunden sind. Allerdings sind auf den Straßen wegen eines fehlenden TÜVs mitunter Fahrzeuge unterwegs, die deutsche Behörden sofort stilllegen würden. Wer sich einen Mietwagen nimmt, ist gut beraten, auf Nachtfahrten zu verzichten.

Wer tagsüber mit dem Auto unterwegs ist, wird mit dem Anblick atemberaubend schöner Landschaften belohnt. Das gilt vor allem für die Strecke zwischen Kapstadt und Port Elizabeth, deren etwa 300 km langes Teilstück zwischen George und Humansdorp in jedem Reiseführer als „Garden Route“ beschrieben wird.

Flugzeug und Auto sind in Südafrika auch deshalb so unentbehrlich, weil die Bahn für den Personenverkehr praktisch ausfällt. Auf dem rund 24 000 km langen Schienennetz verkehren hauptsächlich Güterzüge. Personenzüge spielen nur im hochpreisigen Tourismus eine Rolle – die Luxus-Bahnfahrt zwischen Kapstadt und Johannesburg findet dann wahlweise im „Rovos Rail“, „Blue Train“ oder „Pride of Africa“ statt. Sie richtet sich ausschließlich an die zahlungskräftige Kundschaft, der das Motto „Der Weg ist das Ziel“ näher liegt als „Zeit ist Geld“: Selten fahren Südafrikas Züge schneller als 80 km/h.

Gut, zügig und vor allem kostengünstig durchs Land bewegt man sich hingegen mit den zahlreichen Überlandbussen, die alle größeren Städte netzartig miteinander verbinden. Unter den Betreiberfirmen herrscht allerdings ein starker Konkurrenzkampf, weshalb mancher Mitbewerber schon mal an Personal oder Material spart.

Dieses Problem setzt sich dann nahtlos am Ankunftsort fort, wenn man auf dem weiteren Weg zur Unterkunft oder zum Stadion aufs Sammeltaxi angewiesen ist – dem klassischen Fortbewegungsmittel in den südafrikanischen Städten.

Ein öffentlicher Personennahverkehr existiert praktisch nicht, in den großen Städten befindet er sich dank der Fußball-Weltmeisterschaft im längst überfälligen Aufbau.

OLIVER BERGER

Von Oliver Berger
Von Oliver Berger

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