Cygnus angedockt 13.01.2014, 14:54 Uhr

Erster privater Flug der Orbital Sciences zur ISS geglückt

Die private Raumkapsel „Cygnus“ hat am Sonntag erfolgreich an der ISS angedockt. An Bord des Versorgungstransporters befanden sich Ameisen und Material für Experimente. Damit hat nun das zweite private Raumfahrtunternehmen mit Versorgungsflügen zur ISS begonnen.

Start des Raumtransporters Cygnus mit einer Anrates-Rakete. 

Start des Raumtransporters Cygnus mit einer Anrates-Rakete. 

Foto: NASA

Nach dem Rückzug der NASA und dem Stopp des Space-Shuttle-Programms 2011 wird die ISS nur noch von der russischen Sojus und den Transportern des privaten amerikanischen Raumfahrtunternehmens SpaceX versorgt.

Nach einem geglückten Testflug der privaten Raumkapsel Cygnus hat nun auch die US-Firma Orbital Sciences eine Kapsel zur ISS geflogen und damit ihren ersten Versorgungsflug erfolgreich absolviert. Am Sonntag legte Cygnus voll beladen an der Internationalen Raumstation an.

1260 Kilogramm Material für Experimente waren an Bord des Raumtransporters. Außerdem brachte Cygnus Ameisen ins All. Die Wissenschaftler wollen deren Verhalten in der Schwerelosigkeit untersuchen.

Sonneneruption verzögerte Start der Cygnus

Einen Tag später als eigentlich geplant, am vergangenen Donnerstag, war Cygnus in Virginia mit einer Anrates-Rakete in All gestartet. Grund für die Verzögerung war eine Sonneneruption am Dienstag, die zu möglichen Problemen mit der Elektronik an Bord hätte führen können. Die Bewohner der ISS waren durch die Sonneneruption nach Angaben der NASA allerdings nicht gefährdet.

Mit dem Greifarm Canadarm2 holt die ISS den Transporter Cygnus heran, der 1,2 Tonnen Material mitgebracht hat.

Mit dem Greifarm Canadarm2 holt die ISS den Transporter Cygnus heran, der 1,2 Tonnen Material mitgebracht hat.

Foto: NASA

Zum Zeitpunkt des Starts befand sich die ISS etwas 260 Meilen über der Küste Brasiliens. Die Astronauten konnten den Anflug der Cygnus an die ISS von den sieben Fenstern der Aussichtskuppel aus beobachteten.  

Die Raumkapsel stoppte etwa 30 Fuß entfernt von der ISS. Der zur Raumstation gehörende Roboterarm „Canadarm2“ holte die Kapsel an die Raumstation heran. Der japanische Astronaut Koichi Wakata gab dem Roboter den entscheidenden Befehl, so dass der Greifarm die Raumkapsel fassen und zum Modul „Harmony“ führen konnte. Dort sorgte der Flugingenieur Rick Mastracchio dafür, dass Cygnus an Harmony befestigt wurde.

Nach erfolgreicher Installation konnte Wakata damit beginnen, die Kapsel auf Lecks im Hallenvorraum und zwischen der ISS und dem angedockten Raumfahrzeug zu untersuchen. Nach Öffnen der Luke begannen die Astronauten mit dem Verladen der Materialien.

Acht Versorgungsflüge zur ISS sind geplant

Es war der erste Versorgungsflug mit Nachschub für die Astronauten der ISS, den das private Unternehmen Orbital Sciences absolviert hat. Der Vertrag zwischen dem Unternehmen und der NASA sieht insgesamt acht Versorgungsflüge vor. Das private Unternehmen SpaceX hat bereits drei Flüge zur ISS mit dem Raumtransporter „Dragon“ unternommen. Dabei hat Dragon im Vergleich zu Cygnus einen entscheidenden Vorteil: Dragon kann auch Waren von der ISS zur Erde zurückbringen.

Bis zum 18. Februar 2014 bleibt Cygnus an der Raumstation angedockt. In der Zwischenzeit werden die Astronauten den Frachter mit Müll beladen. Beim Eintritt in die Erdatmosphäre werden Frachter und Müll verglühen. 

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