SPEKTAKULÄRE BILDER 21.04.2016, 11:31 Uhr

Erdrutsche auf dem Zwergplaneten Ceres

Er ist klein, aber offenbar unruhig – der Zwergplanet Ceres. Denn neue Aufnahmen der Nasa-Raumsonde Dawn zeigen Geröll auf dem Boden eines Kraters.  Ein deutliches Zeichen für Erdrutsche. 

Die Nasa-Sonde Dawn hat neue Bilder des Zwergplaneten Ceres geschickt. Die Aufnahme zeigt den kilometergroßen Haulani-Krater. Mit Spuren von Erdrutschen am Rand. 

Die Nasa-Sonde Dawn hat neue Bilder des Zwergplaneten Ceres geschickt. Die Aufnahme zeigt den kilometergroßen Haulani-Krater. Mit Spuren von Erdrutschen am Rand. 

Foto: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA

Die ersten Bilder, die Dawn im vergangenen Jahr schickte, zeigten nur einen winzigen Punkt. Ein Pixelchen. Die Aufnahmen vom Zwergplaneten Ceres, der in einem Asteroidengürtel um die Sonne kreist, waren aber auch aus einer Entfernung von 1,2 Millionen Kilometern gemacht. Da ist Dawn nun doch schon deutlich näher gekommen: Die aktuell 385 km Distanz zu Ceres entsprechen etwa der zwischen der Erde und der Internationalen Raumstation ISS.

Dieses Bild von Ceres ist ein Mosaik, zusammengesetzt aus perspektivisch unterschiedlichen Aufnahmen der Nasa-Raumsonde Dawn. Sie ist nur noch 385 km von Ceres entfernt. In der Mitte ist der Haulani-Krater zu sehen. 

Dieses Bild von Ceres ist ein Mosaik, zusammengesetzt aus perspektivisch unterschiedlichen Aufnahmen der Nasa-Raumsonde Dawn. Sie ist nur noch 385 km von Ceres entfernt. In der Mitte ist der Haulani-Krater zu sehen. 

Foto: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA/PSI

In astronomischen Dimensionen ist das knapp vor Zusammenprall. Entsprechend aussagekräftig sind die neuen Bilder, die die Nasa-Sonde nach rund dreijähriger Weltraumreise geschickt hat. Sie zeigen unter anderem den Haulani-Krater, der rund 34 km durchmisst. Auf seinem Boden findet sich glattes Material und ein „zentraler Grat“, wie die US-Raumfahrtbehörde jetzt berichtet.

Bläuliche Farbe weist auf junge Erscheinungen hin

Dies seien deutliche Hinweise auf Erdrutsche vom Rand des Kraters. Die Forscher können dank einer künstlichen Bildfärbung quasi in das Material hineinschauen und erkennen, wie es sich zu der Oberfläche des Kraterbodens verhält. Die frischen Bilder zeigen laut Nasa bläuliches Material – und die Farbe Blau sei auf Ceres gleichbedeutend mit „jungen“ Entwicklungen. Wodurch solche Erdrutsche ausgelöst wurden, ist nicht bekannt.

Die Ablagerungen kontrastieren deutlich von älteren Teilen der Oberfläche, berichtet auch Martin Hoffmann, der im Göttinger Max-Planck-Institut für Solarsystemforschung mitverantwortlich für die Kamerafunktionen der Sonde ist.

Hoffnung auf Erkenntnisse durch „Oxo“

Mehr Rätsel gibt den Wissenschaftlern indes ein anderer, mit zehn Kilometer Durchmesser deutlich kleinerer Krater auf Ceres auf. Es ist die zweithellste Struktur des Zwergplaneten. Dieser Krater namens „Oxo“ hat außerdem einen ungewöhnlichen Verlust an Material an seinem Rand, und die Mineralien auf seinem Grund erscheinen anders als an anderen Stellen auf Ceres.

Der Krater Oxo auf Ceres.

Der Krater Oxo auf Ceres.

Foto: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA/PSI

Warum das so ist, versuchen die Forscher zu klären. „Der kleine Oxo könnte viel zum Verständnis der äußeren Kruste von Ceres beitragen“, sagt der wissenschaftliche Teamleiter der Mission, Chris Russell. Dank der Aufnahmen von Dawn konnten schon andere Rätsel auf dem Zwergplaneten gelöst werden, zum Beispiel das Geheimnis der „hellen Flecken“. Die Raumsonde ist schon seit 2007 unterwegs und hatte zunächst den Asteroiden Vesta untersucht. 

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