Mit einer Sojus 22.04.2013, 12:30 Uhr

Drei neue Minisatelliten aus Berlin und Dresden sind ins All geflogen

Seit Jahrzehnten werden an der TU Berlin winzige künstliche Himmelskörper entwickelt und gebaut. Jetzt sind drei Satelliten aus Berlin und Dresden mit einer russischen Sojus ins All geflogen.

Eine Sojus-2.1b startete am Freitag auf dem Weltraumbahnhof Baikonur, um auch drei deutsche Mini-Satelliten im All auszusetzen.

Eine Sojus-2.1b startete am Freitag auf dem Weltraumbahnhof Baikonur, um auch drei deutsche Mini-Satelliten im All auszusetzen.

Foto: DLR

Mit Beesat 2 hatten die Experten im Institut für Luft- und Raumfahrt der Technischen Universität Berlin zuerst Kontakt. „Temperaturen stimmen, die anderen Daten auch. Alles ist im grünen Bereich“, freut sich Professor Klaus Brieß. Beesat 2 ist einer von drei Minisatelliten, die am 19. April an Bord des russischen Forschungssatelliten Bion-M1 vom Weltraumbahnhof Baikonur aus ins All starteten. Am Sonntag wurden sie auf ihrer Umlaufbahn ausgesetzt.

Beesat 2 und Beesat 3, beide an der TU Berlin von mehr als 50 Studenten entwickelt, sowie Somp 1, der erste Satellit der TU Dresden, wiegen jeweils knapp ein Kilogramm. Sie haben die Form eines Würfels mit einer Kantenlänge von nur zehn Zentimetern.

Steuerung über Reaktionsräder

Beesat 2 – Beesat leitet sich ab von Berlin Experimental and Educational Satellite – ist mit sogenannten Reaktionsrädern ausgerüstet. Diese ermöglichen es, die Position von derart kleinen Himmelskörpern zu verändern. Das geschieht normalerweise mit Düsen, für die an Bord der kleinen Würfel aber kein Platz ist.

An der TU Berlin werden von Studenten und Professoren Mini-Satelliten entwickelt, die auch wirklich auf eine Umlaufbahn ins All gebracht werden. Jetzt setzte eine russische Sojus zwei Satelliten aus Berlin und einen aus Dresden in einer Höhe von 575 Kilometern aus.

An der TU Berlin werden von Studenten und Professoren Mini-Satelliten entwickelt, die auch wirklich auf eine Umlaufbahn ins All gebracht werden. Jetzt setzte eine russische Sojus zwei Satelliten aus Berlin und einen aus Dresden in einer Höhe von 575 Kilometern aus.

Foto: TU Berlin

Erstmals wurde ein solches System in Beesat 1 realisiert, der im September 2009 mit einer indischen Rakete ins All befördert wurde.  Beesat 3, der komplett von Studenten entwickelt und gebaut wurde, ist mit einem neuartigen Kommunikationssystem ausgestattet. Er soll den neu entwickelten, für Kleinsatelliten geeigneten S-Band-Transmitter HiSPiCO testen.

Somp 1 aus Dresden soll dagegen Sauerstoff aufspüren. Der Satellit ist mit einem Sensor ausgerüstet, der atomare Sauerstoffspuren nachweisen kann. Außerdem soll Somp 1 Dünnschichtsolarzellen unter Weltraumbedingungen testen.

Seit Jahrzehnten Satellitenbau an der TU Berlin

Die drei Winzlinge waren eine Nutzlast an Bord von Bion-M1. Eine russische Trägerrakete des Typs Sojus-2.1b beförderte ihn auf eine elliptische Umlaufbahn. Mit Hilfe der Navigationssysteme an Bord brachte sich der Satellit auf eine Kreisbahn in einer Höhe von 575 Kilometern. An 21. April schließlich spuckte er die drei Kleinsatelliten aus.

Studenten und Professoren der TU Berlin bauen seit mehr als 40 Jahren Kleinsatelliten, die allesamt ins All flogen. Die beiden Beesat-Würfel tragen die Nummern neun und zehn. Nummer elf ist bereits in der Entwicklung. Er soll 2014 starten. Die Satelliten aus Berlin zeichnen sich durch hohe Zuverlässigkeit aus. Beesat 1 war für eine Lebensdauer von einem Jahr konzipiert. Er funktioniert noch heute.

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