Meilenstein im ExoMars-Programm 05.02.2014, 12:04 Uhr

Deutsches Know-how für die Suche nach Leben auf dem Mars

Es ist ein Ritterschlag für die deutsche Raumfahrtindustrie: In einer feierlichen Zeremonie hat das Bremer Raumfahrtunternehmen OHB das Kernmodul für eine neue Marssonde vorgestellt. Sie soll für das deutsch-russische Programm ExoMars ab 2016 auf dem Roten Planeten nach Leben suchen. Zu Gast war auch Parlamentarische Staatssekretärin Brigitte Zypries, neue Koordinatorin für die Luft- und Raumfahrt. 

Ingenieure des Raumfahrt- und Technologiekonzerns OHB haben das Kernmodul der Marssonde fertiggestellt. Es umfasst die sogenannte Struktur, die mit dem Fahrgestell des Autos vergleichbar ist, sowie Antriebsdüsen und Teile des Kommunikationssystems. 

Ingenieure des Raumfahrt- und Technologiekonzerns OHB haben das Kernmodul der Marssonde fertiggestellt. Es umfasst die sogenannte Struktur, die mit dem Fahrgestell des Autos vergleichbar ist, sowie Antriebsdüsen und Teile des Kommunikationssystems. 

Foto: OHB Systems

Das Raumfahrtunternehmen OHB aus Bremen hat einen wichtigen Meilenstein der deutsch-russischen ExoMars-Mission 2016 erreicht: Die Forscher haben am Montag das Kernmodul des ExoMars Spurengas-Orbiters der Weltöffentlichkeit vorgestellt. Die Sonde soll im Jahr 2016 im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation ESA und ihres russischen Partner Roskosmos zum Mars fliegen und dort nach Leben suchen. „Die rechtzeitige Übergabe ist ein wichtiger Schritt in der Entwicklung des ExoMars-Programms“, sagte Marco Fuchs, Vorstandsvorsitzender der OHB. „Wir sind sehr stolz darauf, Teil dieses anspruchsvollen internationalen Wissenschafts- und Forschungsprogramms zu sein.“

Erfindergeist aus Bremen für den Spurengas-Orbiter

Dem Erfindergeist der Bremer Forscher verdankt das Kernmodul mehrere seiner Komponenten, die für die Funktion der Sonde unerlässlich sind. Dazu zählt die sogenannte Struktur, die mit dem Fahrgestell des Autos vergleichbar ist. Ebenso die Antriebsdüsen, die die Sonde über neun Monate zum Mars schieben sollen, sowie das Kommunikationssystem, das den Datenaustausch mit der Erde ermöglicht.

Derzeit befindet sich das Kernmodul auf der Reise nach Frankreich. Dort bauen Ingenieure bei Thales Alenia Space weitere Elektronik ein.

Derzeit befindet sich das Kernmodul auf der Reise nach Frankreich. Dort bauen Ingenieure bei Thales Alenia Space weitere Elektronik ein.

Foto: OHB Systems

„Dank der Fachkompetenz unserer Industriepartner hier in Deutschland können wir dieses wichtige Element der Mission 2016 rechtzeitig übergeben“, erklärte Jean-Jacques Dordain, General Direktor der ESA. Im nächsten Schritt bauen nun französische Kollegen bei Thales Alenia Space weitere Elektronik in die Sonde ein. „Der Transfer des Kernmoduls von Bremen nach Cannes ist der erste Schritt zum Mars.“

2016 beginnt die Suche nach außerirdischem Leben

2016 wird sich der Spurengas-Orbiter von Russland aus auf den Weg zum Mars machen. Wenn er nach neun Monaten Flugzeit den Roten Planeten erreicht, beginnt seine eigentliche Aufgabe: Er sucht mit Sensoren nach Atmosphärengasen, die auf Leben hindeuten würden. Doch damit nicht genug. An Bord hat die Sonde auch das Landemodul Schiaparelli. Es handelt sich dabei um eine Art Trainingsgerät, das eine Probelandung auf dem Mars machen soll.

Während der Präsentation des Kernmoduls bei OHB in Bremen (v.l.): Staatssekretärin Brigitte Zypries, Koordinatorin der Bundesregierung für die Deutsche Luft- und Raumfahrt, Prof. Johann-Dietrich Wörner, Vorstandschef des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen und OHB-Vorstandschef Marco R. Fuchs.

Während der Präsentation des Kernmoduls bei OHB in Bremen (v.l.): Staatssekretärin Brigitte Zypries, Koordinatorin der Bundesregierung für die Deutsche Luft- und Raumfahrt, Prof. Johann-Dietrich Wörner, Vorstandschef des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen und OHB-Vorstandschef Marco R. Fuchs.

Foto: OHB System

Die Daten dieses kosmischen Stunts sind für die ExoMars-Wissenschaftler wichtig. Denn im Jahr 2018 soll eine zweite Sonde einen europäischen Rover auf den Mars bringen, der bis zu zwei Meter tief in den Boden bohrt und Gesteinsproben analysiert. Vielleicht trifft er dabei auch seine US-amerikanischen NASA-Kollegen Opportunity und Spirit, die schon seit 2004 auf dem Roten Planeten rollen. Falls ja, kann der Rover der Erde davon erzählen. Die Kommunikation erfolgt übrigens ebenfalls über den Spurengas-Orbiter mit der verbauten Technik aus Bremen.

Auch die neue Parlamentarische Staatssekretärin Brigitte Zypries erlebte den Meilenstein im ExoMars-Programm live mit. „Das war ein sehr schöner Auftakt für mich als Koordinatorin für die Luft- und Raumfahrt. Mit dem ExoMars-Programm beweist die deutsche Raumfahrtindustrie ihre ausgezeichneten Fähigkeiten.“

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