ESA-Weltraummission „Rosetta“ geht weiter 27.03.2014, 14:35 Uhr

Deutsche Forscher reaktivieren Landeroboter Philae

Nach zweieinhalb Jahren im Stand-by-Modus wachte im Januar die Sonde Rosetta im All planmäßig auf. Morgen wollen deutsche Forscher nun auch den an Bord befindlichen Landeroboter „Philae“ aktivieren und ihn auf seine Aufgabe vorbereiten:  Im November 2014 soll Rosetta als erste Sonde in der Geschichte auf einem Kometen landen und Philae diesen erforschen. 

Seit dem Start 2004 trägt Rosetta den kühlschrankgroßen Lander Philae durchs All.

Seit dem Start 2004 trägt Rosetta den kühlschrankgroßen Lander Philae durchs All.

Foto: DLR

Ziel ist der Schweifstern 67P/Tschurjumov-Gerasimenko – mehr als 800 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) in Kön steuert und betreibt den Lander Philae. Projektleiter Dr. Stephan Ulamec und sein Team haben die Software optimiert, die am Freitag zur Raumsonde Rosetta gesendet wird und dem Landeroboter den Aufwach-Befehl erteilen soll. Dessen Reaktionen werden als Daten zur Erde gesendet. „Diese analysieren wir umgehend, um zu wissen, ob Philae den langen Flug und den Winterschlaf unbeschadet überstanden hat“, erläutert Ulamec. In den kommenden vier Wochen werden die Forscher den Lander und dessen zehn wissenschaftliche Instrumente intensiv auf ihre Funktion untersuchen.

Kühlschrankgroßes Minilabor

Die Raumsonde Rosetta ist inzwischen seit zehn Jahren unterwegs. Die Entfernung zum Kometen Tschurjumov-Gerasimenko, auch Tschuri genannt, beträgt nur noch vier Millionen Kilometer. Dort soll das kühlschrankgroße Minilabor landen. Philae hat die Größe eines Würfels mit den Kantenlängen 80×80×100 Zentimeter und wiegt 100 Kilogramm.

Im November 2014 soll das Landegerät Philae an Bord der europäischen Sonde Rosetta den Kometen Churyumov-Gerasimenko erreichen. Die erste Landung auf einem Kometen hat das Ziel, mehr über die Entstehung unseres Sonnensystems zu erfahren.

Im November 2014 soll das Landegerät Philae an Bord der europäischen Sonde Rosetta den Kometen Churyumov-Gerasimenko erreichen. Die erste Landung auf einem Kometen hat das Ziel, mehr über die Entstehung unseres Sonnensystems zu erfahren.

Foto: ESA/AOES Medialab

Für die Untersuchung von Tschuri befinden sich unter anderem eine Panoramakamera und ein Instrument zur Temperaturmessung an Bord des Landers. Um den Kern des Kometen zu bestimmen, soll ein Bohrer Bodenproben aus etwa 20 Zentimeter Tiefe entnehmen, die direkt im Bordlabor untersucht werden können. Auch Analysen von organischen Verbindungen wie Aminosäuren könnten durchgeführt werden.  

Schwierige Landung auf Tschuri

Mit der Rosetta-Mission der europäsichen Raumfahrtagentur ESA soll erstmals in der Geschichte eine Sonde auf einem Kometen landen. Die Forscher wollen die Zusammensetzung der Sterne erforschen und den Geheimnissen der Kometen auf die Spur kommen. Kometen sind Überbleibsel aus der Zeit  der Entstehung unseres Sonnensystems vor 4,6 Milliarden Jahren. Sie bestehen aus Eis, gefrorenem Gas oder Staub. Die Rosetta-Mission startete 2004.

Darstellung des gelandeten Philae.

Darstellung des gelandeten Philae.

Foto: Quelle: ESA/AOES Medialab.

Bis Philae im November auf Tschuri landen wird, muss die Rosetta-Sonde zunächst im Sommer in dessen Umlaufbahn einlenken. DLR-Forscher Ulamec und sein Team sind aufgeregt: Die Landung auf der Kometenoberfläche wird als schwierig angesehen. Bisher gingen die Forscher davon aus, dass die Oberfläche aus hartem Eis besteht. Jetzt verdichten sich die Hinweise, dass der Boden aus weichem Neuschnee bestehen wird. Sobald der Lander den Boden berührt, wird eine Harpune ausgestoßen. Sie bohrt sich in den Boden und zieht den Lander fest. Die Restbewegung wird dann mit einer Kaltgasdüse abgebremst. 

Sollte die Landung nicht klappen, wird der Lander direkt ins All zurückgestoßen. 

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