EUROPÄISCHES NAVIGATIONSSYSTEM 25.05.2016, 11:08 Uhr

Danielè und Alizée: Zwei neue Galileo-Satelliten im All

Das europäische Raumfahrtprogramm Galileo kommt voran: Mit zwei neuen Satelliten ist rund die Hälfte des Weges geschafft. In vier Jahren soll das besonders präzise Navigationssystem fertig sein. 

Eine Sojus-Rakete mit zwei neuen Satelliten für das europäische Navigationssystem Galileo startet am 24. Mai 2016 kurz vor 11 Uhr deutscher Zeit vom Weltraumbahnhof Kourou. An Bord waren der 13. und der 14. Satellit für das Programm der EU und der Europäischen Weltraumorganisation ESA. 

Eine Sojus-Rakete mit zwei neuen Satelliten für das europäische Navigationssystem Galileo startet am 24. Mai 2016 kurz vor 11 Uhr deutscher Zeit vom Weltraumbahnhof Kourou. An Bord waren der 13. und der 14. Satellit für das Programm der EU und der Europäischen Weltraumorganisation ESA. 

Foto: ESA/CNES/Arianespace/dpa

Nur ein paar Stunden nach dem Start von Danielè und Alizée entspannten sich die Gesichter – beim Satelliten-Hersteller OHB in Bremen ebenso wie im Kontrollzentrum in Darmstadt. Denn die beiden neuen künstlichen Trabanten, die am Dienstag von Französisch-Guyana aus mit einer Sojus-Rakete ins All gebracht wurden, funktionieren einwandfrei.

14 von 30 geplanten Satelliten des Galileo-Programms sind jetzt im Orbit. Das mehr als sechs Milliarden Euro teure Galileo-Programm soll eine weltweite hochpräzise Navigation ermöglichen.

Foto: OHB

Foto: OHB

Foto: OHB

„Wir haben eine stabile Verbindung zu beiden Satelliten, die Solarpanels sind ausgefahren und korrekt zur Sonne ausgerichtet“, berichtete Ingo Engeln, der im Vorstand von OHB für Navigation verantwortlich ist.

Gut gefüllter Konferenzsaal in Bremen: OHB-Kollegen verfolgen den spannenden Galileostart in Kourou.

Gut gefüllter Konferenzsaal in Bremen: OHB-Kollegen verfolgen den spannenden Galileostart in Kourou.

Foto: OHB

Auch bei der europäischen Raumfahrtagentur ESA wird dieser Erfolg gebührend gefeiert. Nach der Panne im vergangenen Sommer, als zwei Satelliten nicht auf die richtige Umlaufbahn gebracht werden konnten, ist dies nun die zweite gelungene Mission in Folge. 14 von 30 geplanten Satelliten des Galileo-Programms sind jetzt im Orbit. „Mit diesem Start ist Europas Galileo-Konstellation nun zur Hälfte fertiggestellt“, freut sich Paul Verhoef, ESA-Direktor für das Galileo-Programm.

Feinjustierung der Umlaufbahn

Vor knapp fünf Jahren war die erste Rakete mit Galileo-Satelliten gestartet. Nun, beim siebten Start, lief alles nach Plan: Die drei unteren Stufen der russischen Rakete brachten Danielè und Alizée in einen niedrigen Orbit, danach beförderte die Oberstufe sie auf die anvisierte mittelhohe Umlaufbahn, rund 23.500 km über der Erde.

Vorbereitung zur Betankung des Galileosatelliten Danielè.

Vorbereitung zur Betankung des Galileosatelliten Danielè.

Foto: ESA/CNES/Arianespace

Ganz endgültig ist ihre Position aber noch nicht. In diesen Tagen wird sie von Darmstadt aus noch feinjustiert, danach übernimmt das Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen die Steuerung. Erst im Laufe des Jahres werden die beiden Satelliten dann in die bestehende Konstellation integriert.

Programm beschleunigt

Noch in diesem Jahr will die ESA mit einer eigenen Ariane-5-Rakete vier weitere Satelliten ins All bringen. Das gesamte Galileo-Programm hat damit deutlich Fahrt aufgenommen, mit sechs neuen Trabanten im Jahr 2016 liegt man sogar über dem ursprünglichen Plan von vier Stück. ESA-Generaldirektor Jan Wörner bescheinigt der Industrie, dass sie bei „Fertigung und Test der Galileo-Satelliten eine konstante Taktfrequenz erreicht“ habe, die dieses Tempo ermögliche.

Zehn von inzwischen 14 Galileo-Satelliten wurden in Bremen beim Raumfahrtkonzern OHB gebaut. Sie funktionieren alle einwandfrei.

Foto: OHB

Foto: OHB

Foto: OHB

Foto: OHB

Foto: OHB

Ein Kompliment, das vor allem an den Raumfahrtkonzern OHB in Bremen geht. Zehn der Satelliten wurden hier gebaut, sie alle funktionieren einwandfrei. Zwölf weitere werden noch folgen. Dafür hat das Unternehmen sieben „Produktionsinseln“ eingerichtet, an denen ständig parallel an den Satelliten gearbeitet wird.

Technisch besser als GPS

Das mehr als sechs Milliarden Euro teure Galileo-Programm soll eine weltweite hochpräzise Navigation ermöglichen. Entgegen dem bekannten GPS des US-Militärs wird es unter anderem einen rein zivil genutzten Positions-Service anbieten. Dank technischer Fortschritte soll es gegenüber GPS, das schon zwischen Mitte der 70er und Mitte der 90er Jahre entwickelt wurde, deutliche Vorzüge haben.

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