Suche nach Rohstoffen 02.12.2013, 12:59 Uhr

Chinas unbemannte Raumfähre „Chang‘e“ unterwegs zum Mond

Der chinesische Rover „Yutu“ ist an Bord einer unbemannten Raumfähre erfolgreich zum Mond gestartet. Übersteht er die für Mitte Dezember geplante Landung, kann er sich auf die Suche nach Rohstoffen machen. 

Bodenstationen der Europäischen Raumfahrtagentur unterstützten die chinesische Mondmission: Die 15-Meter-Antenne der ESA-Bodenstation in Kourou (Französisch-Guayana) hat unmittelbar nach dem Start der Rakete Signale empfangen und als Schnittstelle zur chinesischen Kontrollstation Telekommandos fungiert.

Bodenstationen der Europäischen Raumfahrtagentur unterstützten die chinesische Mondmission: Die 15-Meter-Antenne der ESA-Bodenstation in Kourou (Französisch-Guayana) hat unmittelbar nach dem Start der Rakete Signale empfangen und als Schnittstelle zur chinesischen Kontrollstation Telekommandos fungiert.

Foto: ESA

Mit dem Start einer Rakete vom Typ Langer Marsch 3B hat die chinesische Raumfahrt gestern ein neues Kapitel der Mondforschung eingeleitet: 19 Minuten nach dem Abheben trennte sich das unbemannte Raumschiff Chang‘e von der 56 Meter langen Rakete, zündete sein Triebwerk und machte sich auf seine einwöchige Reise zum Mond. An Bord befindet sich Yutu, übersetzt Jadehase, ein 140 Kilogramm schwerer Rover auf sechs Rädern, der auf dem Mond drei Monate lang nach Rohstoffen suchen soll.

14. Dezember 2013: Chinas erste Landung auf dem Mond 

Kritischer Punkt der Mission ist die Landung am 14. Dezember. In der so genannten Bucht der Regenbogen soll die Fähre dann zu Boden gehen. Doch die Chinesen sind zuversichtlich. Denn anders als frühere Modelle der USA und der Sowjetunion wird die Fähre zunächst 100 Meter über der Oberfläche schweben. Mit schnell reagierenden Sensoren erkennt sie Hindernisse und sucht in Ruhe einen geeigneten Landeplatz. 

Ganz ohne internationale Unterstützung kommt China allerdings nicht aus. Denn steht das Mondfahrzeug Jadehase sicher auf der Oberfläche, geht es im nächsten Schritt um die Steuerung. Dafür stellt die Europäische Raumfahrtagentur ESA Antennen zur Verfügung, mit deren Hilfe sich der Standort des sechsbeinigen Gefährts jederzeit präzise bestimmen lässt.

Jadehase kann sich mit Hilfe der ESA-Antennen mit einer moderaten Geschwindigkeit von 200 Metern pro Sekunde in der Bucht der Regenbogen bewegen. Diese gilt bei Mondforschern als besonders beliebt. Denn sie ist flach, somit ermöglicht sie eine gute Kommunikation zwischen Erde und Rover. Und sie ist sonnig, eine ideale Voraussetzung für die Solarsegel des Fahrzeugs. „Wir können über den Zustand des Fahrzeugs Informationen abrufen“, sagt Ingenieurin Xi Luhua vom Pekinger Kontrollzentrum in einem Bericht der Tagesschau. „Das können wir nutzen, um das Fahrzeug von der Erde aus zu kontrollieren.“

Kontrollzentrum in Darmstadt koordiniert internationale Unterstützung

Die ESA-Antennen stehen im spanischen Ceberos und im australischen New Norcia. Für die Koordination des Hilfsprogramms sorgt das Kontrollzentrum in Darmstadt. „Internationale Zusammenarbeit wie diese ist für künftige Erkundungen von Planeten, Monden oder Asteroiden notwendig und für alle vorteilhaft – egal ob es bemannte oder unbemannte Flüge sind“, erklärte Raumflugdirektor Thomas Reiter, der während der Mission in Darmstadt gemeinsam mit einem Team chinesischer Raumfahrtingenieure arbeitet, der Nachrichtenagentur dpa.

China will sich mit dieser Mission in eine lange Tradition der Mondbesucher einreihen: Zuletzt hatte die damalige Sowjetunion im Jahr 1976 eine Sonde zum Trabanten geschickt. Für die Sonde selbst ist allerdings kein Happy-End vorgesehen: Sie wird auf dem Mond zurückbleiben. Denn China plant erst in späteren Mondmissionen ab 2017, Steinproben zur Erde zu bringen. Ganz allein ist sie vielleicht nicht. Denn einer chinesischen Legende zufolge lebt dort die Mondfee Chang‘e, nach der auch das Raumschiff benannte wurde. Jadehase ist der Legende nach übrigens ihr Haustier.

Von Patrick Schroeder

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