Mondsonde Chang’e-4 14.09.2015, 07:45 Uhr

China will als Erster auf der dunklen Seite des Mondes landen

China setzt seine Missionen zur Monderkundung fort und will das erste Land werden, das auf der erdabgewandten Seite des Mondes landet. Auf dieser „dunklen Seite“ sind die geologischen Bedingungen bisher wenig erforscht. Die Sonde Chang’e-4 soll vor 2020 starten.

2013 gelang China als dritte Nation der Erde eine Mondlandung. Die Illustration zeigt das Mondfahrzeug Yutu (Jadehase).

2013 gelang China als dritte Nation der Erde eine Mondlandung. Die Illustration zeigt das Mondfahrzeug Yutu (Jadehase).

Foto: CNSA/dpa

In den vergangenen Wochen wurden die astronomischen Schlagzeilen überwiegend von Missionen beherrscht, die in entlegenere Gebiete des Weltraums aufbrechen, wie Rosetta mit dem Kometen Tschuri oder die Sonde Dawn, die den Zwergplaneten Ceres überfliegt. Das chinesische Weltraumprogramm erinnert nun daran, dass es weitaus näherliegende Ziele gibt, die noch nicht vollständig erforscht sind. Dazu gehört auch der Mond, beziehungsweise dessen erdabgewandte Seite. Die Chinesen wollen mit ihrer Sonde Chang’e-4 die ersten sein, die dort landen und den blinden Fleck genauer untersuchen.

Blick von der dunklen Seite des Mondes ins All könnte wertvoll werden

Die Nachricht wurde von Zou Yongliao, dem stellvertretenden Direktor der Abteilung für Mondsonden an der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, auf einem Weltraum-Forum in der chinesischen Hauptstadt Beijing bekannt gegeben. Noch vor 2020 soll die Mission Chang’e-4 auf der Mondrückseite landen und dort Daten sammeln und wissenschaftliche Geräte testen. Technisch gesehen ist eine Landung auf der dunklen Seite des Mondes, die sich uns aufgrund der Gezeiten und der Erdrotation nie zeigt, eine besondere Herausforderung. Vor allem die Telekommunikation zwischen Erde und Mondrückseite ist problematisch.

Die erdabgewandte Seite des Mondes: Hier sind die geologischen Bedingungen bisher wenig erforscht. Die Chinesen wollen mit ihrer Sonde Chang’e-4 die ersten sein, die dort landen und den blinden Fleck genauer untersuchen.

Die erdabgewandte Seite des Mondes: Hier sind die geologischen Bedingungen bisher wenig erforscht. Die Chinesen wollen mit ihrer Sonde Chang’e-4 die ersten sein, die dort landen und den blinden Fleck genauer untersuchen.

Quelle: NASA/Goddard/Arizona State University

Gleichzeitig ist die schwierige Erreichbarkeit aber auch ein Vorteil für die Wissenschaft, denn die Mondrückseite bleibt ungestört von den permanenten elektromagnetischen Emissionen der Erde. Auch der Blick von dort ins Weltall könnte wertvoll sein. Ein Teleskop, das hier steht, könnte Asteroiden, die auf Kollisionskurs mit der Erde unterwegs sind, früher oder überhaupt erst entdecken.

Vor Chang’e-4 wird Chang‘-5 2017 starten und Proben vom Mond mitbringen

Mit dem Weltraum-Programm Chang’e, das nach der chinesischen Mondgöttin benannt ist, haben die Chinesen seit 2007, als der Orbiter Chang’e-1 startete, den Mond ins Visier genommen. Ein zweiter Orbiter wurde 2010 gestartet. Im Dezember 2013 dann konnte Chang’e-3 erfolgreich auf dem Mond landen und dort den Rover Yutu aussetzen. Damals waren die Chinesen nach den USA und Russland die dritte Nation, die eine erfolgreiche Landung auf dem Mond vorweisen konnte.

Mission Chang’e-3: Im Dezember 2013 konnte der Orbiter erfolgreich auf dem Mondlanden und dort den Rover Yutu aussetzen. Chang’e-4 hat die erdabgewandte Seite des Mondes zum Ziel. Mit dieser Mission betritt China Neuland.

Mission Chang’e-3: Im Dezember 2013 konnte der Orbiter erfolgreich auf dem Mondlanden und dort den Rover Yutu aussetzen. Chang’e-4 hat die erdabgewandte Seite des Mondes zum Ziel. Mit dieser Mission betritt China Neuland.

Quelle: dpa

Bevor aber nun Chang’e-4, das als Backup für Chang’e-3 gebaut wurde, um 2020 die Mondrückseite besuchen soll, wird es noch die Mission Chang‘e-5 geben. Die soll bereits 2017 starten, auf der Mondvorderseite sanft landen und zwei Kilogramm geologische Proben zur Erde zurückbringen. Dafür hat China kürzlich eine Landestelle auf dem Mond ausgesucht, zu der von einem Orbiter aus 30 km Entfernung Bilder geliefert wurden. Das gesamte Chang’e-Programm der Chinesen ist auf eine bemannte Mondmission ausgerichtet, die zwischen 2025 und 2030 angestrebt wird. 

Von Gudrun von Schoenebeck
Von Gudrun von Schoenebeck

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