Dritte Raumfahrt-Großmacht 30.08.2013, 13:53 Uhr

China will noch 2013 Mondfee mit Rädern losschicken

China will noch in diesem Jahr ein Forschungsfahrzeug auf den Erdtrabanten schaffen. Es soll unter anderem eine bemannte Landung vorbereiten.

Noch in diesem Jahr will China eine eigens angefertigte Staatsflagge auf dem Mond hissen. Sie hält glühende Hitze und Temperaturen von minus 170 Grad Celsius aus.

Noch in diesem Jahr will China eine eigens angefertigte Staatsflagge auf dem Mond hissen. Sie hält glühende Hitze und Temperaturen von minus 170 Grad Celsius aus.

Foto: dpa/Sven Hoppe

Chang’e, die Mondfee aus der chinesischen Mythologie, gab dem ehrgeizigen Projekt ihren Namen. China bereitet systematisch die Eroberung des Mondes vor. Ende des Jahres findet der dritte Akt statt. Chang’e 3 bringt Chinas erstes Erkundungsfahrzeug auf den Erdtrabanten. Ausgestattet mit Solarzellen und einer Plutoniumbatterie soll es die Regenbogenbucht erkunden und ganz nebenbei noch „mögliche Lebensbedingungen“ einschätzen. Experten sehen darin einen Hinweis auf chinesische Pläne einer bemannten Mondlandung, vielleicht sogar den Aufbau einer Siedlung. Denn dort findet sich ein wertvoller Rohstoff: Das Helium-Isotop He-3, das als Brennstoff für einen relativ einfach zu bauenden Fusionsreaktor genutzt werden kann.

2007 startete China seine erste Mondmissionmit der Rakete Changzheng III (CZ-3A).

2007 startete China seine erste Mondmissionmit der Rakete Changzheng III (CZ-3A).

Foto: dpa

Das chinesische Mondmobil soll, anders als die Rover der US-Raumfahrtagentur NASA, sanft auf der Mondoberfläche aufsetzen. Kleine Raketentriebwerke bremsen die Fähre mit dem Fahrzeug an Bord beim Sinkflug ab. Getestet wurde das Fahrzeug in der unwirtlichen Wüste Gobi. Eine neu entwickelte stärkere Trägerrakete wird die Fähre zunächst in eine Umlaufbahn bringen. Die vorgesehenen Landeplätze werden dann noch einmal genau unter die Lupe genommen, ehe sich die Missionsleitung für den besten entscheidet. Damit unterstreicht China seinen Anspruch auf den Status einer Raumfahrt-Großmacht.

Erste Aktion: Hissen der Staatsflagge

Besonders wichtig für das Selbstverständnis Chinas ist die erste Aktion des Mobils. Es soll die chinesische Staatsflagge hissen. Ein Forscherteam konstruierte sie so, dass sie glühende Hitze und Temperaturen von minus 170 Grad Celsius aushält. Das Mondfahrzeug selbst ist nicht so kältefest. Bevor die Nacht hereinbricht muss es stets in die schützende Fähre zurückkehren.

Das Fahrzeug wird nach etwa dreimonatiger Erkundungsarbeit auf dem Mond bleiben. 2017 will die Raumfahrtindustrie das Einweg- zum Mehrwegmobil machen. Die Fähre soll es zur Erde zurückbringen, voll beladen mit Gesteinsproben.

Über die Höhe des Raumfahrtetats macht China keine Angaben. Angeblich sind bisher umgerechnet rund sieben Milliarden US-Dollar ausgegeben worden. Kaum zu glauben, wenn die offizielle Wirtschaftszeitung „Jingji Ribao“ Recht hat. Sie berichtet dass mehrere hunderttausend Menschen in 110 Labors und Forschungsinstituten von der Raumfahrt leben, dazu kommen noch 3000 Unternehmen.

Von Wolfgang Kempkens

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