Absturz in Sevilla 11.05.2015, 12:08 Uhr

Bundeswehr hält Airbus A400M aus Verunsicherung am Boden

Die Bundeswehr zeigt sich nach dem Absturz der A400 M in Sevilla verunsichert: Sie lässt den Militärtransporter von Airbus nicht mehr abheben. Derweil laufen die Ermittlungen nach der Unfallursache auf Hochtouren. Die in Spanien zerschellte Maschine befand sich auf ihrem Jungfernflug mit sechs Airbus-Technikern an Bord. 

Die A400M gilt als das modernste militärische Transportflugzeug der Welt. Doch bis zur Klärung der Unfallursache lässt die Bundeswehr sie am Boden. 

Die A400M gilt als das modernste militärische Transportflugzeug der Welt. Doch bis zur Klärung der Unfallursache lässt die Bundeswehr sie am Boden. 

Foto: Lukas Schulze/dpa

Wir werden uns die Ursache für diesen Absturz ganz genau ansehen und kein Risiko für unser Personal eingehen“, erklärte ein Sprecher der Luftwaffe gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Karl Müllner, habe beschlossen, das Transportflugzeug A400M vorläufig am Boden zu halten.

Für diese Sicherheitsmaßnahme entschied sich auch Großbritannien. Anders Frankreich: Der französische Verteidigungsminister sagte, er sehe keinen Grund, den Flugbetrieb einzustellen – und verwies dabei auf 1700 problemlose Flugstunden des Militärtransporters in der französischen Armee.

Verletztes Crew-Mitglied spricht von Triebwerksversagen

Die genaue Unglücksursache liegt derzeit noch im Dunkeln: „Wir warten die Ergebnisse der offiziellen Untersuchung ab“, sagte der Airbus-Konzernsprecher kurz nach dem Absturz auf Anfrage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Sie erfolgt durch Airbus, die spanische Regierung sowie die militärischen und zivilen Luftaufsichtsbehörden. Der Flugschreiber ist bereits geborgen.

Ein Airbus-Techniker gab trotz schwerer Verletzung im Krankenhaus einen ersten Hinweis: Er sprach von einem multiplen Triebwerksversagen kurz nach dem Start. Trotz des Unglücks macht Airbus mit der Produktion weiter und beginnt schon morgen mit dem nächsten Testflug in Toulouse.

Zerschellte A400M in Sevilla: Am Samstagmittag streifte der Militärtransporter eine Hochspannungsleitung und stürzte ab.

Zerschellte A400M in Sevilla: Am Samstagmittag streifte der Militärtransporter eine Hochspannungsleitung und stürzte ab.

Foto: Spanish Police/dpa

Deutschland bietet bei den Ermittlungen Unterstützung an: „Wir bieten an, bei der Klärung der Unfallursache und der Lösung der Probleme all unseren Sachverstand mit einzubringen“, sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen nach einem Krisentreffen mit den Verteidigungsministern Frankreichs und Spaniens im französischen Lorient. „Denn es ist natürlich in unserem europäischen Interesse, die militärischen Transportfähigkeiten zu modernisieren.“

Mängelliste der Bundeswehr beinhaltet Triebwerksprobleme 

Für Airbus markiert der Absturz den Tiefpunkt des A400M-Programms. Nach Jahren der Verspätungen, technischer Mängel und Budgetüberschreitungen gilt das 25 Milliarden Euro teure Programm ohnehin schon als einer der größten Problemfälle der europäischen Verteidigungspolitik. Deutschland hat seit Programmstart im Jahr 2003 eine von 53 bestellten Maschinen erhalten und schon eine lange Mängelliste erstellt: Man habe Probleme bei den Propeller-Triebwerken und bei der Software für die Bordelektronik festgestellt, heißt es laut FAZ in deutschen Luftfahrtkreisen.

Weniger lebensbedrohlich, für die Bundeswehr aber genauso ärgerlich: Die A400M kann anders als vereinbart weder Material und Fallschirmjäger abwerfen noch auf unbefestigten Pisten landen. Neben Deutschland sind bislang Großbritannien, Malaysia, Frankreich und die Türkei im Besitz des vermeintlich modernsten militärischen Transportflugzeugs der Welt. 

A400M streifte Hochspannungsleitung und stürzte ab

Der Absturz ereignete sich am Samstagmittag: Nahe des Flughafens von Sevilla in Südspanien, wo Airbus die Maschinen montiert und testet, hob eine A400M zu ihrem Jungfernflug ab. Airbus wollte sie im Juni an die Türkei liefern. Dann nahm das Unglück seinen Lauf: „Sie wussten schon kurz nach dem Start, dass sie nicht in der Luft bleiben konnten“, sagt ein Luftwaffen-Offizier im Bericht von Spiegel Online. Eine Minute nach dem Start flog die Maschine in knapp 500 Meter Höhe zwei steile Linkskurven – vermutlich wollten die Piloten zum Flughafen zurückkehren oder notlanden. Sie streiften kurz darauf eine Hochspannungsleitung und stürzten ab. Vier Airbus-Techniker starben, zwei überlebten schwer verletzt. 

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