Die Top 12 der Welt 25.08.2017, 07:29 Uhr

Boeing und Airbus unangefochten an der Spitze der Aerospace-Industrie

Wie die Pleite des Luftfahrtunternehmens Air Berlin zeigt, ist viel Bewegung im Geschäft mit dem Fliegen. Doch nicht nur Air Berlin und Co. müssen sich auf Veränderungen einstellen, sondern auch die Hersteller. Durch Fusionen hat sich einiges getan unter den Top 100. Nur die Spitze, die ist wie zementiert: Boeing und Airbus stehen ganz oben. Hier die Liste der zwölf größten Luft- und Raumfahrtunternehmen der Welt.

Flugzeuge von Airbus auf der Pariser Luftfahrtmesse in Le Bourget: Airbus ist der zweitgrößte Flugzeughersteller der Welt – hinter dem US-Konzern Boeing.

Flugzeuge von Airbus auf der Pariser Luftfahrtmesse in Le Bourget: Airbus ist der zweitgrößte Flugzeughersteller der Welt – hinter dem US-Konzern Boeing.

Foto: R. Gnecco/Airbus

2016 war für die Flugzeughersteller ein Jahr, das viele Veränderungen einläutete. Im Geschäft mit Verkehrsflugzeugen zeichnete sich ein Abschwung ab, der nach den auftragsstarken Vorjahren nicht verwundern kann. Zugleich aber läutete die Wahl Donald Trumps zum US-amerikanischen Präsidenten einen starken Aufschwung für die amerikanische Wehrtechnik ein, der mittlerweile auf weite Teile der Welt ausstrahlt.

Beide Tendenzen haben sich 2017 verstärkt fortgesetzt und werden voraussichtlich auch 2018 die Luft- und Raumfahrtindustrie prägen. Hinzu kommt die Konzentrationsbewegung, die sich bereits in der Rangliste 2016 niederzuschlagen begonnen hat.

Zwei Thunderbirds von Lockheed Martin: Der Rüstungskonzern ist das erfolgreichste Wehrtechnikunternehmen der Welt.

Zwei Thunderbirds von Lockheed Martin: Der Rüstungskonzern ist das erfolgreichste Wehrtechnikunternehmen der Welt.

Foto: Lockheed Martin

Der britische Maschinenbauer GKN Aerospace ist durch die Übernahme von Fokker in den Niederlanden vom 34. auf den 29. Platz der Top-100-Liste vorgerückt. Gleichfalls um fünf Plätze rückte der britische Produzent Chemring durch Übernahmen vom 90. auf den 85. Rang vor. In Deutschland verbesserte sich Diehl Aerosystems ohne spektakuläre Übernahmen um fünf Plätze vom 59. auf den 54. Rang.

Im Einzelnen bietet die Weltrangliste folgendes Bild:

12)  Honeywell – ein Aerospace-Mischkonzern

Der amerikanische Konzern setzte 2016 rund 11,7 Milliarden US-Dollar im Aerospace-Bereich um. Davon entfielen 4,37 Milliarden auf das militärische Geschäft, in dem Honeywell den 9. Rang in der einschlägigen Aerospace-Weltrangliste besetzte. Honeywell baut Triebwerke und ein breites Spektrum an Komponenten für Verkehrs- und Militärflugzeuge.

11)  Rolls Royce – zweitgrößter Triebwerkbauer der Welt

Das britische Unternehmen Rolls Royce erreichte 2016 einen Umsatz von 12,2 Milliarden Dollar, die mehrheitlich auf zivile Triebwerke entfielen. Im Militärgeschäft zählt Rolls Royce nicht zu den 10 größten der Welt.

10)  Leonardo beherrscht Italiens Aerospace-Industrie

Der Konzern, der bis vor kurzem noch als Finmeccanica firmierte, setzte 2016 rund 12,8 Milliarden Dollar um, von denen 8,17 auf die Wehrtechnik entfielen, in der Leonardo in der Aerospace-Liste den 8. Rang in der Welt einnahm.

9)  BAE ist der führende britische Aerospace-Konzern

BAE setzte 2016 rund 13,3 Milliarden Dollar um, die gänzlich auf die Wehrtechnik entfielen, in deren Aerospace-Weltrangliste BAE den fünften Rang belebt. BAE baut vor allem Kampfflugzeuge.

Triebwerk des französischen Herstellers Safran.

Triebwerk des französischen Herstellers Safran.

Foto: Safran

8)  Safran – Nummer 2 in Europa

Der französische Konzern, der 2016 rund 16,8 Milliarden Dollar umsetzte, ist europäischer Partner von General Electric im Triebwerkbau. Zu den übrigen zivilen Aktivitäten gehört seit kurzem auch das gleichfalls französische Unternehmen Zodiak, das vor allem Inneneinrichtungen von Verkehrsflugzeugen entwickelt und baut.

7)  Raytheon ist ganz auf die Wehrtechnik ausgerichtet

Der amerikanische Konzern, der 2016 insgesamt 24,1 Milliarden Dollar umsetzte, erlöste dabei alles von militärischen Auftraggebern. In der Aerospace Weltrangliste für das Militärgeschäft liegt Raytheon auf dem vierten Rang, direkt hinter Northrop Grumman.

6)  Northrop Grumman – ein reines Wehrtechnikunternehmen

2016 setzte Northrop Grumman 24,5 Milliarden Dollar um. Das amerikanische Unternehmen betreibt inzwischen kein ziviles Geschäft mehr.

Triebwerk von General Electric Aerospace: GE ist weltweit der größte Triebwerkbauer vor Rolls Royce und Pratt & Whitney.

Triebwerk von General Electric Aerospace: GE ist weltweit der größte Triebwerkbauer vor Rolls Royce und Pratt & Whitney.

Foto: General Electric Aerospace

5)  General Electric Aerospace

General Electric ist ein extrem weit gefächerter amerikanischer Mischkonzern, dessen große Sparte GE Aerospace vom Triebwerkbau beherrscht wird. GE ist weltweit der größte Triebwerkbauer – vor Rolls Royce und Pratt & Whitney. GE Aerospace setzte 2016 insgesamt 26,3 Milliarden Dollar um. In der Wehrtechnik gehört GE nicht zu den zehn größten in der Welt.

Triebwerk von Pratt & Whitney: Der Hersteller gehört zum Mischkonzern United Technologies.

Triebwerk von Pratt & Whitney: Der Hersteller gehört zum Mischkonzern United Technologies.

Foto: Pratt & Whitney

4)  United Technologies ist ein Gemischtwarenladen

Hinter dem wenig konkreten Namen United Technologies steht ein Konglomerat verschiedenster Firmen in den USA – angefangen vom Triebwerkproduzenten Pratt & Whitney bis zum Liftproduzenten Otis. Im Aerospace-Bereich setzte der Konzern 2016 insgesamt 29 Milliarden Dollar um. 2017 dürfte es einen Sprung nach oben geben, wenn der Produzent von Flugelektronik Rockwell Collins eingegliedert wird. Im Militärgeschäft war United Technologies 2016 mit einem Umsatz von 3,48 Milliarden Dollar der zehntgrößte Hersteller der Welt.

3)  Lockheed Martin ist der Wehrtechnik-Weltmarktführer

Der amerikanische Konzern steigerte seinen Umsatz 2016 um 16,8 Prozent auf 47,2 Milliarden Dollar. Darin schlugen sich vor allem starke Aufträge aus dem Heimatland USA nieder. Lockheed Martin hat heute kein nennenswertes Zivilgeschäft mehr.

Der A380 – hier auf der Flugzeugmesse in Paris – ist derzeit das Sorgenkind bei Airbus. Der Trend geht stärker hin zu kleineren Flugzeugen.

Der A380 – hier auf der Flugzeugmesse in Paris – ist derzeit das Sorgenkind bei Airbus. Der Trend geht stärker hin zu kleineren Flugzeugen.

Foto: P. Masclet/Airbus

2)  Airbus bleibt unverändert weit hinter dem Marktführer

Die europäische Airbus-Gruppe setzte 2016 rund 70,8 Milliarden Dollar um, von denen 52,4 Milliarden auf Verkehrsflugzeuge entfielen. Airbus war vor allem mit kleineren Maschinen erfolgreicher als Boeing und konnte dadurch den zivilen Absatz um 7,4 Prozent steigern. Im Militärgeschäft musste Airbus einen Absatzrückgang um 9,4 Prozent auf 12,6 Milliarden Dollar hinnehmen.

Die 737 ist Boeings meistverkauftes Flugzeug. Der US-Konzern ist vor Airbus der größte Flugzeughersteller der Welt – auch dank einer großen Wehrtechniksparte.

Die 737 ist Boeings meistverkauftes Flugzeug. Der US-Konzern ist vor Airbus der größte Flugzeughersteller der Welt – auch dank einer großen Wehrtechniksparte.

Foto: Boeing

1)  Spitzenreiter bleibt mit großem Abstand Boeing

Der Weltmarktführer aus Seattle setzte 2016 insgesamt 96,1 Milliarden Dollar um. Das geht auf hohe Auslieferungen von Verkehrsflugzeugen und ein starkes militärisches Geschäft zurück. Für zivile Flugzeuge erlöste Boeing 65,7 Milliarden Dollar. Im Militärgeschäft setzte Boeing 29,5 Milliarden Dollar um. In der Wehrtechnik ist Boeing damit erneut hinter Lockheed Martin der zweitgrößte Anbieter weltweit.

F15 von Boeing: Der US-Konzerns setzte im vergangenen Jahr allein mit Rüstungsprodukten 29,5 Milliarden Dollar um, deutlich mehr als doppelt so viel wie Airbus.

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Foto: Boeing

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