700 Meter groß 26.01.2015, 16:10 Uhr

Asteroid 2004 BL86 kommt Erde bis auf 1,2 Millionen Kilometer nah

An diesem Montag wird sich Asteroid „2004 BL86“ bis auf 1,2 Millionen Kilometer der Erde nähern. Eine Gefahr geht von dem 700 Meter großen Gesteinsbrocken, der mit einem guten Fernglas zu sehen ist, nicht aus. Auch die Radarastronomie interessiert sich für das Objekt. 

Im All ist viel los. Aber nur selten nähern sich Asterodiden der Erde extrem. Heute aber wird "2004 BL86“ bis auf 1,2 Millionen Kilometer an unseren Planeten herankommen. Eine Gefahr geht aber von dem 700 Meter großen Gesteinsbrocken nicht aus. 

Im All ist viel los. Aber nur selten nähern sich Asterodiden der Erde extrem. Heute aber wird "2004 BL86“ bis auf 1,2 Millionen Kilometer an unseren Planeten herankommen. Eine Gefahr geht aber von dem 700 Meter großen Gesteinsbrocken nicht aus. 

Foto: ESA/ATG medialab

Wenn der Asteroid mit der wenig griffigen Bezeichnung „2004 BL86“ am heutigen Montag gegen 17:20 Mitteleuropäischer Zeit an der Erde vorbeifliegt, wird es für die Astronomen spannend. Eine Gefahr für die Erdbewohner geht von dem etwa 700 Meter großen Gesteinsbrocken glücklicherweise nicht aus.

Aber so nah kommen die wirklich großen Asteroiden, die bei einem Einschlag Städte oder ganze Länder vernichten könnten, der Erde selten. Der nächste Asteroid dieser Klasse wird erst wieder 2027 erwartet.

Mit einem guten Fernglas oder Teleskop von der Erde aus zu sehen

Jetzt warten die Astronomen aber erst einmal auf 2004 BL86, der gegen 17:20 MEZ die Stelle erreicht, an der er der Erde am nächsten ist. Das ist immerhin noch die dreifache Entfernung Erde-Mond, rund 1,2 Millionen Kilometer. Das relativ große Objekt soll auch mit einem guten Fernglas oder einem Hobby-Teleskop zu beobachten sein: von Europa aus gesehen Richtung Osten nahe dem Sternbild Krebs.

Weg des Asteroiden 2004 BL86 während der Nacht.

Weg des Asteroiden 2004 BL86 während der Nacht.

Foto: NASA/Sky & Telescope

Auch die Radarastronomen warten gespannt auf den Vorbeiflug des Asteroiden, der zum ersten Mal am 30. Januar 2004 von einem Teleskop in White Sands, New Mexico entdeckt wurde. Was dabei optisch am Himmel zu sehen sein wird, interessiert die Wissenschaftler weniger, denn sie untersuchen den Astroiden mit Mikrowellen. Dafür stehen ihnen zwei riesige Instrumente in Kalifornien und Puerto Rico zur Verfügung.

Radarastronomie sendet Mikrowellen aus und fängt das Echo ein

Das ist zum einen das Arecibo Observatorium in Puerto Rico mit einem Teleskop von über 300 Metern Durchmesser. Das andere Instrument ist das Goldstone Observatorium in der kalifornischen Mojave-Wüste mit einer 70-Meter-Antenne.

Beide ergänzen sich, denn das Radioteleskop in Arecibo ist im Gegensatz zur Goldstone-Antenne nicht voll beweglich, dafür aber sehr präzise. Für die Beobachtung wird vom Radioteleskop stark gebündelte Mikrowellenstrahlung in Richtung des Objektes ausgesandt, deren Reflektion, das Echo, dann wieder aufgefangen wird.

„Bisher wissen wir so gut wie nichts über den Asteroiden“, sagt Lance Benner, der die Forschungen zum Asteroiden am Goldstone Observatorium leitet. „Wenn wir unsere Radardaten nach dem Vorbeiflug erhalten, werden wir die ersten detaillierten Bilder von 2004 BL86 haben.“

Bis jetzt Daten von 190 erdnahen Objekten gesammelt

„Je näher das Objekt, desto besser das Echo“, sagt Steve Ostro, Wissenschaftler im Jet Propulsion Laboratory der NASA in Kalifornien. „Von den Daten können wir dreidimensionale detaillierte Modelle des Objektes berechnen, seine Rotation präzise definieren und eine Idee bekommen, wie seine innere Dichteverteilung ist. Ein gutes Echo kann uns eine räumliche Auflösung von mehr als zehn Metern geben.“

Der Asteroid „2004 BL86“ kommt der Erde bis auf 1,2 Millionen Kilometer nah. Das ist etwa die dreifache Entfernung zum Mond.

Der Asteroid „2004 BL86“ kommt der Erde bis auf 1,2 Millionen Kilometer nah. Das ist etwa die dreifache Entfernung zum Mond.

Foto: NASA/JPL-Caltech

Bis jetzt haben die Radioastronomen die Echodaten von über 190 erdnahen Asteroiden gesammelt und dabei festgestellt, dass keiner dem anderen gleicht. Sowohl steinige als auch metallische Asteroiden wurden gefunden, manche flogen sozusagen als Single durchs dunkle All, manche waren von eigenen Satelliten begleitet. Einige haben eine sehr glatte Oberfläche, andere ein zerklüfftetes Terrain. Auf mögliche Überraschungen bei 2004 BL86 sind die Wissenschaftler gefasst.

 

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