Deutsche Flugsicherung 12.06.2009, 18:28 Uhr

Arbeiten beim “Hidden Champion“ der zivilen Luftfahrt  

Die Flugsicherung braucht nicht nur Fluglotsen: Luft-und Raumfahrt-Ingenieure können bei ihr das Luftverkehrsmanagement von morgen mitgestalten. Gesucht werden luftfahrtbegeisterte Hochschulabsolventen und Young Professionals mit zwei bis drei Jahren Berufserfahrung. VDI nachrichten, Köln, 12. 6. 09, moc

In der Wirtschaft kriselt es, bei vielen Unternehmen herrscht Einstellungsstopp – doch die Deutsche Flugsicherung (DFS) sucht laufend Nachwuchskräfte. Die Auswahlkriterien für den verantwortungsvollen Job sind hart – von 100 Bewerbern werden im Schnitt nur fünf genommen.

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Denn die rund 1800 Fluglotsen tragen eine große Verantwortung: Sie kontrollieren pro Jahr 3 Mio. Flugbewegungen über Deutschland.

Doch die DFS braucht nicht nur Mitarbeiter, die den Verkehr am Himmel regeln: Sie sucht immer wieder auch hervorragend ausgebildete Ingenieure.

Gute Perspektiven haben Absolventen der Luft- und Raumfahrt- sowie der Nachrichtentechnik, außerdem Wirtschaftsingenieure. „Wir besetzen im Jahr 50 bis 60 Ingenieurstellen neu“, erklärt Antje Berning, Referentin Personalmarketing bei der DFS: „Unser Fokus liegt dabei auf luftfahrtbegeisterten Hochschulabsolventen und Young Professionals mit zwei bis drei Jahren Berufserfahrung.“

Allerdings folgt der Gesamtbedarf in diesem Jahr doch ein Stück weit der rückläufigen Luftverkehrsentwicklung: „Wir sind vorsichtig und besetzen erst nach intensiver Vorprüfung.“

Trotzdem: Das Spektrum der Einsatzmöglichkeiten für Ingenieure ist groß. Die DFS betreibt in der Zentrale und in den Regionalkontrollcentern München, Karlsruhe, Bremen, Langen und Maastricht nicht nur komplexe Flugsicherungs-, Ortungs- und Navigationssysteme: DFS-Experten arbeiten auch an den Flugsicherungs-Technologien der Zukunft.

DFS-Spezialisten beschäftigen sich damit, Flughafen- und Überflugkapazitäten mit neuen Techniken und Abläufen zu steigern. Im Simulatorzentrum des Bereichs Forschung und Entwicklung in Langen werden bestehende Verfahren an eigenen Simulatoren optimiert und neue konzipiert. Zudem wirken DFS-Ingenieure mit an europäischen Programmen: z. B. beim SESAR-Projekt (Single European Sky Air Traffic Management Research Programme), das eine Modernisierung des europäischen Luftverkehrsmanagementsystems zum Ziel hat oder dem EGNOS-Programm (European Geostationary Navigation Overlay Service), das die Genauigkeit des Satellitennavigationssystems GPS verbessern soll.

Und es gibt viel zu tun: Im Gegensatz zum Cockpit ist der Automatisierungsgrad in der Flugsicherung noch gering. An der Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine können DFS-Ingenieure am Boden in enger Zusammenarbeit mit Psychologen zum Teil noch echte Pionierarbeit leisten.

Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Tätigkeiten und Einsatzgebieten, die nicht ganz so komplex sind, etwa bei der Wartung und Überwachung der Systeme: Solche Stellen werden in der Regel mit Absolventen eines Bachelor-Studiengangs besetzt.

„Der ideale Bewerber“, so Antje Berning, „ist von Kindheit an luftfahrtbegeistert, sicherheitsaffin, hat sein Studium mindestens mit der Note 2,5 abgeschlossen und bringt starke Bodenhaftung mit“, betont sie: „Viele Projekte sind sehr zeitintensiv. Da braucht man Durchhaltevermögen.“ Karrieristen und Überflieger seien hingegen weniger gefragt.

Wer frisch von der Uni kommt und als Diplom-Ingenieur bei der DFS einsteigt, kann mit einem Jahressalär von 44 000 € rechnen. Absolventen eines Bachelor-Studiengangs bekommen je nach Tätigkeit zwischen 38 000 € und 40 000€.

Außerdem gibt es ein Trainee-Programm und diverse Training-on-the-Job-Angebote. Dass die aus der Bundesanstalt für Flugsicherung hervorgegangene DFS GmbH zu 100 % im Bundesbesitz ist, dürfte eine hohe Arbeitsplatzsicherheit garantieren. Darüber hinaus lockt sie mit Weiterbildungsmöglichkeiten an einer eigenen Akademie, Fitnessprogrammen, einer nach eigener Aussage konsensorientierten Unternehmenskultur – und natürlich einem technologisch anspruchsvollen Umfeld. „Wir sind der “Hidden Champion“ der Luftfahrt“, sagt Antje Berning: „Was ein Pilot macht, weiß jeder. Die DFS dagegen kennen nur wenige. Dabei sind die Aufgaben bei uns mindestens so spannend wie die im Cockpit.“ HEIKO REUTER

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