Choreographie auf ISS 16.07.2014, 16:07 Uhr

Alexander Gerst fängt mit Roboterarm Versorgungsfrachter Cygnus ein

Choreographien werden nicht nur im Tanz eingeübt: Der deutsche Astronaut Alexander Gerst studierte mit seinem Kollegen Steve Swanson eine ausgeklügelte Choreographie ein, um das Transportfahrzeug Cygnus Orbital-2 heute sicher an die Raumstation ISS anzudocken. An Bord befinden sich 1500 Kilogramm Versorgungsmaterial. 

Alexander Gerst beim Training für das Manöver: Er steuert Kameras am Roboteram, sein Kollege Swanson den Arm selbst. In zwölf Metern Entfernung dockt die Versorgungskapsel schließlich an. 

Alexander Gerst beim Training für das Manöver: Er steuert Kameras am Roboteram, sein Kollege Swanson den Arm selbst. In zwölf Metern Entfernung dockt die Versorgungskapsel schließlich an. 

Foto: DLR

Die Ankunft des Raumfrachters Cygnus war für den 16. Juli um 12.39 Uhr MEZ angekündigt. Alexander Gerst und sein Kollege Steve Swanson halten sich in der Aussichtskuppel Cupola bereit, um das Einfang- und Andockmanöver vorzunehmen. Denn Cygnus ist nicht in der Lage, sich selbstständig an die ISS anzudocken.

In einer Entfernung von zwölf Metern muss Cygnus mit dem Roboterarm Canadarm-2 eingefangen werden. Die beiden Astronauten Gerst und Swanson haben fest einstudierte Rollen: „Alexander Gerst wird bei diesem Einfangmanöver die Assistentenrolle einnehmen und dem Operator Swanson den Rücken frei halten“, erklärt Astronautentrainer Norbert Illmer vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Illmer hat jedoch beide Astronauten so trainiert, dass die jederzeit die Rollen wechseln können.

Swanson wird während des Einfangmanövers den Roboterarm „Canadarm-2“ bedienen, während Gerst die Kameras am Roboterarm steuern wird. Insgesamt hat der Roboterarm eine Länge von 17 Metern mit insgesamt sieben Gelenken. Canadarm-2 kann sich somit entlang der ISS bewegen.

20 Minuten dauert das Einfangmanöver

Zunächst muss Gerst jedoch kontrollieren, ob sowohl die ISS als auch Cygnus frei und ohne Antriebsstöße schweben. Im nächsten Schritt wird Swanson den Roboterarm entsprechend bewegen, um das Raumschiff zu greifen. Damit dieser Vorgang problemlos vorgenommen werden kann, ist eine gute Sicht wichtig. Hier kommt Gerst zum Einsatz: Er bewegt Blickwinkel und Zoom der am Roboterarm befestigten Kameras und gibt entsprechende Steuerkommandos.

Der Roboterarm Canadarm-2 fängt die Versorgungskapsel Cygnus Orbital-2 ein. Alexander Gerst steuert die Kameras am Kopf des Arms, das gesamte Manöver dauert circa 20 Minuten. 

Der Roboterarm Canadarm-2 fängt die Versorgungskapsel Cygnus Orbital-2 ein. Alexander Gerst steuert die Kameras am Kopf des Arms, das gesamte Manöver dauert circa 20 Minuten. 

Foto: DLR

„Swanson konzentriert sich auf die Steuerung, Gerst muss das Gesamtbild im Auge haben“, beschreibt Illmer den Ablauf. Die heiße Phase des Einfangens dauert ganze 20 Minuten. In den darauffolgenden ein bis zwei Stunden wird der Raumfrachter mit dem Proviant und den Versorgungsmaterialien an einen Verbindungsknoten der ISS befördert.

Einen Tag später erst dürfen die Astronauten sich der erwarteten Fracht bedienen: Kleine Satelliten, Studentenexperimente, Material und Ausrüstung für Weltraumausstiege befinden sich im Transporter. Aber auch auf Lebensmittel und Versorgungsmaterial sowie private Crew-Pakete freuen sich die Astronauten.

Versorgungsfrachter verglüht mit Müll in der Erdatmosphäre

Einen Monat lang hat die ISS-Besatzung dann Zeit, Cygnus mit Abfällen zu füllen. Dann wird der Transporter über dem Südpazifik beim Eintritt in die Erdatmosphäre verglühen.

Es ist der zweite Versorgungsflug zur ISS eines Frachters, der von der Firma Orbital Sciences entwickelt wurde. Insgesamt sollen bis zum Jahr 2016 laut Vertrag acht Versorgungsflüge mit dem Cygnus-Raumfrachter durchgeführt werden. Ein weiterer Transporter wird am 12. August 2014 erwartet. Am Andockmanöver wird Alexander Gerst voraussichtlich erneut beteiligt sein. Dann kommen 6500 Kilogramm Fracht zur ISS. Dazu gehört auch ein Schmelzofen für materialwissenschaftliche Untersuchungen im All. 

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