Beobachtung von Eis und Fischschwärmen 13.08.2013, 10:04 Uhr

Alaska öffnet Luftraum für unbemannte zivile Flugzeuge

In wenigen Wochen werden im amerikanischen Bundesstaat Alaska unbemannte zivile Flugzeuge zum Luftfahrt-Alltag gehören. Die amerikanische Zivilluftfahrtbehörde FAA (Federal Aviation Administration) hat dazu ihre Genehmigung erteilt. In keinem anderen amerikanischen Bundesstaat ist bisher ein solcher Flugbetrieb zulässig.

Der „Scan Eagle“, eine Entwicklung der Boeing Tochtergesellschaft Insitu, wird gecheckt.

Der „Scan Eagle“, eine Entwicklung der Boeing Tochtergesellschaft Insitu, wird gecheckt.

Foto: Insitu

Kostengünstigste Lösung

Während in weiten Teilen der USA eine äußerst ablehnende Haltung der Bevölkerung gegenüber unbemannten Flugzeugen zu beobachten ist, hat sich der amerikanische Kongress sehr stark für die Zulassung dieser Flugzeuge in Alaska eingesetzt. Dafür gibt es eine Reihe unterschiedlicher Gründe. Am wichtigsten dürfte sein, dass in den arktischen Gewässern immer wieder große Eisschollen die Ölbohrinseln gefährden.  Also ist es erforderlich, die Bohrinseln zu verlagern, wenn sich diese Eisschollen nähern. Die Überwachung des Eis im Blick auf abbrechende Schollen durch bemannte Flugzeuge ist sehr kostspielig. Ebenfalls sehr teuer ist die Verlagerung von Bohrinseln, so dass die Ölgesellschaften dazu nur bereit sind, wenn wirklich große Gefahr herrscht. Für die ständige Eisbeobachtung sind unbemannte Flugzeuge die mit Abstand kostengünstigste Lösung. Deshalb hat sich die Ölgesellschaft Conoco Phillips bereits dazu entschlossen, unbemannte Flugzeuge für diesen Zweck einzusetzen.

Neben der Eisbeobachtung ist für Alaska angesichts des Fischreichtums im Meer die Beobachtung der Fischschwärme aus der Luft von hohem Interesse. Die Beobachtung der Wale in der See gehört ebenfalls dazu. All das ist mit bemannten Flugzeugen extrem teuer. Als drittes schließlich ist die Wetterbeobachtung und –frühwarnung vor aufziehenden Gefahren in Alaska wichtig. Auch hierfür sind unbemannte Flugzeuge die kostengünstigste Lösung.

Genehmigte Flugzeugtypen: Scan Eagle und Puma 

Die Federal Aviation Administration hat bisher zwei Flugzeugtypen für den geschilderten Betrieb zugelassen. Zum einen handelt es sich dabei um den „Scan Eagle“, eine Entwicklung der Boeing Tochtergesellschaft Insitu. Dieses Flugzeug mit einer Spannweite von reichlich drei Metern und der Bestückung mit optoelektronischer sowie Infrarot-Kamera zeichnet sich durch eine extrem lange Betriebszeit aus. Diese Maschine kann bis zu 20 Stunden in der Luft bleiben.  Der „Scan Eagle“ wird für die Ölgesellschaft Conoco Phillips fliegen.

Der Puma.

Der Puma.

Quelle: AeroVironment

Zum zweiten geht es um den „Puma“ – ein unbemanntes Flugzeug, das von der AeroVironment Inc. in den Vereinigten Staaten entwickelt worden ist. Dieses Flugzeug mutet wie ein Bastler-Modell eines leichten Sportflugzeugs an und kann zwei Stunden in der Luft bleiben.  „Puma“-Flugzeuge können nicht nur auf dem Land sondern auch auf dem Wasser landen, was für bestimmte Einsätze wichtig sein kann. Auch diese Maschinen haben sowohl eine optoelektronische wie eine Infrarot-Kamera.

Bei schlechtem Wetter Startverbot

Die Öffnung des Luftraums für den allgemeinen Betrieb unbemannter Flugzeuge ist in den Vereinigten Staaten ein solches Novum, dass die Zivilluftfahrtbehörde FAA eine Reihe von Einschränkungen erlassen hat, die zumindest in der Anfangszeit gelten. Dazu gehört, dass im jeweiligen Einsatzgebiet stets nur ein unbemanntes Flugzeug unterwegs sein darf. Bei sehr schlechtem Wetter herrscht Startverbot für diese Flugzeuge. Dazu zählt auch eine starke Vereisungsgefahr, die die FAA fürchtet, weil sie ein solches Flugzeug zum Absturz bringen könnte.

Von Peter Odrich
Von Peter Odrich

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