Kooperation mit China-Uni 26.03.2014, 13:01 Uhr

Airbus will auch größere Flugzeugteile mittels 3D-Druck produzieren

Der 3D-Druck von Komponenten für Flugzeuge wie für Triebwerke muss sich keineswegs auf Kleinteile beschränken. Airbus will künftig auch größere Flugzeugteile ausdrucken. Dazu arbeitet Airbus nun mit einer staatlichen chinesischen Universität zusammen.

Rolls-Royce-Triebwerk Trent XWB beim Einbau in einen Airbus A350 XWB im Airbus-Werk in Toulouse: Künftig will Airbus Komponenten für Triebwerke, aber auch Ersatzteile, mit 3D-Techniken produzieren. Deshalb hat Airbus eine Kooperation mit einer chinesischen Universtität geschlossen, die sich auf 3D-Technologien spezialisiert hat.

Rolls-Royce-Triebwerk Trent XWB beim Einbau in einen Airbus A350 XWB im Airbus-Werk in Toulouse: Künftig will Airbus Komponenten für Triebwerke, aber auch Ersatzteile, mit 3D-Techniken produzieren. Deshalb hat Airbus eine Kooperation mit einer chinesischen Universtität geschlossen, die sich auf 3D-Technologien spezialisiert hat.

Foto: Airbus

Mit der staatlichen chinesische Northwestern Polytechnical University (NPU) hat Airbus ein Abkommen abgeschlossen, um am 3D-Druck auch größerer Flugzeugteile zu arbeiten. Beide Partner wollen Techniken entwickeln, um auch größere Flugzeugeteile in 3D-Drucktechnik herstellen zu können.

Zunächst geht es bei der Kooperation um die Herstellung von Musterteilen aus Titanlegierungen. Airbus legt die Spezifikationen fest, die Teile werden dann von der NPU unter Anwendung ihres Laserdruckverfahrens gedruckt. Sie gehen anschließend an Airbus und werden dort eingehend analysiert.

Chinesische Uni hat schon Flügelholme für Passagierflugzeug gedruckt

Das „State Key Laboratory of Solidification Processing” der NPU hat schon große Erfahrungen in Laser Solid Forming Technologien, an denen das Institut schon seit 1995 arbeitet. 2013 stellte das Labor erstmals zwei Flügelholme für das chinesische Passagierflugzeug Comac C919 her, das im Mai erstmals zu einem Probleflug abheben wird.

Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung zwischen Airbus und der chinesischen Universität NPU durch Rafael Gonzalez-Ripoll (r.), Chef von Airbus in China, und Universitätspräsident Weng Zhiquian.

Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung zwischen Airbus und der chinesischen Universität NPU durch Rafael Gonzalez-Ripoll (r.), Chef von Airbus in China, und Universitätspräsident Weng Zhiquian.

Quelle: Airbus

Airbus wertet das Abkommen als wichtigen Teil der zunehmenden strategischen Partnerschaft zwischen dem europäischen Flugzeugbauer und chinesischen Universitäten. Es sei „ein wichtiger Teil der wachsenden Partnerschaft zwischen Airbus und China“, sagte der Chef von Airbus in China, Rafael Gonzalez-Ripoll bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung. Diese dokumentiere, wie Airbus versuche, weltweit die besten Ideen aufzuspüren und in industriell anwendbare Techniken umzusetzen.

Die NPU versteht das Abkommen mit Airbus ausdrücklich als „Test“ für die bislang erreichten eigenen 3D-Druck-Fähigkeiten. Uni-Präsident Weng Zhiquian ist sich sicher, dass die NPU alle Vorgaben mit Blick auf Qualität und Einhaltung von Terminen erfüllen kann. Bei einem erfolgreichen Start hofft Weng Zhiquian auf eine Ausweitung der Zusammenarbeit mit Airbus.

Rumpfkomponenten und Ersatzteile sollen im 3D-Druck entstehen

Airbus hat sich zum Ziel gesetzt, nicht nur Kleinteile aus Titanlegierungen mit den neuen 3D-Techniken herzustellen. Künftig sollen auch Rumpfkomponenten gedruckt werden. Längerfristig wird sogar anvisiert, größere Rumpfteile im 3D-Druck herzustellen. Aber auch in Sachen Ersatzteilversorgung will Airbus die neue Technik nutzen. Insbesondere für die Herstellung nicht mehr verfügbarer Ersatzteile für ältere Flugzeuge ist die Technik ideal, um kurzfristig die fehlenden Teile produzieren zu können.

Ausgedruckte Teile sind leichter als herkömmliche Komponenten

Der 3D-Druck von Teilen wird von Airbus nicht nur verstärkt, weil auch kleinste Serien kostengünstig hergestellt werden können. Erstaunlich sind auch die Gewichtsvorteile. So sind gedruckte Flugzeugkomponenten bis zu 55 Prozent leichter als die mit herkömmlichen Verfahren hergestellten Teile. 

Von Peter Odrich

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