Galileo-Satelliten Nr. 7 und 8 30.03.2015, 12:48 Uhr

Adam und Anastasia erreichen ihr Zielorbit planmäßig

Adam und Anastasia sind erfolgreich in ihrer Umlaufbahn angekommen. Damit haben Nummer 7 und 8 der geplanten 30 Satelliten für den Aufbau des Navigationssystems Galileo ihr Ziel erreicht. Eine russische Sojus-Rakete brachte sie am Freitagabend um 22.46 Uhr vom Weltraumbahnhof Kourou erfolgreich ins All. Im August 2014 war die Mission gescheitert: die Trägerrakete hatte die beiden Satelliten nicht richtig aussetzen können. 

Am 27. März 2015 starteten die neuen Galileo-Satelliten Adam und Anastasia mit einer russischen Sojus-Rakete ins All.

Am 27. März 2015 starteten die neuen Galileo-Satelliten Adam und Anastasia mit einer russischen Sojus-Rakete ins All.

Foto: ESA/CNES/ARIANSPACE-Service Optique, CSG, S. Martin

Nach fast vier Stunden Reisezeit erreichten die zwei neuen Galileo-Satelliten Adam und Anastasia ihre Umlaufbahn in einer Höhe von mehr als 23.000 Kilometer. Diesmal verlief alles planmäßig. Nachdem die russische Sojus-Rakete Adam und Anastasia in ihrem Zielorbit ausgesetzt hatte, entfalteten die Satelliten dort ihre Solarpaneele, um sich selbst mit Energie zu versorgen. Jetzt kreisen sie in ihrer Umlaufbahn um die Erde, wofür sie 14 Stunden benötigen. Während dieser Zeit senden sie ständig Navigationssignale aus, die weltweit empfangen werden können.

„Der heutige Erfolg ist ein Meilenstein auf dem Weg Europas zur unabhängigen Satellitennavigation zum Wohle seiner Bürger“, freute sich Stephane Israel, Chef der Betreibergesellschaft Arianespace.

„Nach dem Fehleinschuss der beiden Galileo-Satelliten im letzten Jahr ist der erfolgreiche Start der Satelliten sieben und acht ein wichtiges Signal für den weiteren Aufbau von Galileo“, betonte René Kleeßen, Galileo-Programm-Manager beim Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). 

Panne mit Milena und Doresa im August 2014

Die Satelliten Milena und Doresa konnten im vergangenen August 2014 nicht in ihrer geplanten Position abgesetzt werden. Ein technischer Defekt an der Oberstufe der Sojus-Trägerrakete setzte sie außerhalb ihres Zielorbits ab. Das führte dazu, dass sie nun in einer elliptischen Umlaufbahn – und nicht in einer kreisförmigen – um die Erde fliegen.

Im Raumfahrtzentrum Kourou werden die Galileo-Satelliten 7 und 8 ins Nutzlastvorbereitungsgebäude gebracht, wo sie auf die Fregat-Oberstufe der Sojus-Rakete installiert werden.

Im Raumfahrtzentrum Kourou werden die Galileo-Satelliten 7 und 8 ins Nutzlastvorbereitungsgebäude gebracht, wo sie auf die Fregat-Oberstufe der Sojus-Rakete installiert werden.

Foto: ESA/CNES/ARIANESPACE-Service Optique CSG

Zwischenzeitlich konnten die ESA und das Galileo-Kontrollzentrum eine Korrektur der Umlaufbahn vornehmen. Dafür wurden mehr als ein Dutzend Anhebemanöver durchgeführt, erklärte das Bremer Raumfahrtunternehmen OHB, das die Satelliten gebaut hat. Derzeit sind sie jedoch nicht vollständig in den Galileo-Betrieb integriert.

30 Satelliten gehören zum vollständigen Galileo-Navigationssystem

Mit Adam und Anastasia sind die Experten der Europäischen Raumfahrtagentur ESA einen entscheidenden Schritt weiter gekommen im Aufbau des europäischen Navigationssystems Galileo. Wenn im Jahr 2020 das Galileo-System voll funktionstüchtig sein soll, werden insgesamt 30 Satelliten der Galileo-Flotte angehören. Mindestens vier Satelliten sind dann rund um die Uhr im Einsatz und decken jeden Punkt der Erde mit Signalen ab. Ortungs- und Navigationsdienstleistungen werden derart präzise möglich sein, wie nie zuvor.

„In der weiteren Planung für 2015 sind noch zwei weitere Starts im September und Dezember vorgesehen. Setzt sich der Aufbau des Systems so fort, plant die Europäische Kommission im Jahr 2016, eine offizielle Erklärung zu den ersten Galileo-Diensten abzugeben“, kündigte Kleeßen an

Die Dienste des Galileo-Systems

Nach dem vollständigen Aufbau von Galileo werden rund um die Uhr fünf spezielle Dienste zur Verfügung stehen: Ein offener und gebührenfreier Dienst mit einer Genauigkeit von bis zu vier Metern. Ein  kommerzieller Dienst mit höherer Genauigkeit von bis zu einem Meter bietet Zusatzinformationen. Ein verschlüsselter und störresistenter Dienst dient hoheitlichen Aufgaben der EU-Staaten. Er wird von staatlichen Stellen wie Polizei, Zoll und Sicherheitsorgangenen genutzt. Der Such- und Rettungsdienst erlaubt Notrufe von beliebigen Standorten weltweit in Echtzeit und eine exakte Positionsbestimmung der Warnmeldungen auf nur wenige Meter genau – anstelle der derzeit fünf Kilometer.

Voll ausgebaut besteht das Galileo-System aus einer Konstellation von 30 Satelliten. 

Voll ausgebaut besteht das Galileo-System aus einer Konstellation von 30 Satelliten. 

Foto: DLR (CC-BY 3.0)

Insbesondere im Transportwesen werden Satellitendaten zur Ortsbestimmung immer wichtiger. Einerseits werden die Navigationssysteme zivil genutzt. Doch auch in der Militärtechnologie – beispielsweise bei Lenkflugkörpern und Präzisionsbomben – werden Ortsdaten aus dem All verwendet. Aus diesem Grund kann es jederzeit möglich sein, dass die entsprechenden Staaten ihre Systeme ohne Vorwarnung abschalten oder zumindest ihre Dienste einschränken.

Galileo soll Europa unabhängig machen bei der Versorgung mit Navigationsdaten – von dem US-amerikanischen System GPS, dem russischen GLOSNASS und dem chinesischen Beidou. Die Gesamtkosten für die Entwicklung und den Aufbau von Galileo liegen bei zirka sechs Milliarden Euro. Daran ist Deutschland mit rund 20 Prozent beteiligt.

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