Produktion 02.09.2005, 18:40 Uhr

Zulieferer lockt der Standortvorteil Osteuropa  

VDI nachrichten, Budapest, 2. 9. 05 – „Wir sind da wo der Markt sich entwickelt“, sagt Alfons Weber. Der für die Wachstumsregionen Asien sowie Mittel- und Osteuropa verantwortliche Bosch Rexroth-Manager setzt dabei besonders auf das langfristig interessante Marktentwicklungspotenzial der Niedrigkostenländer mit Nähe zur West-EU. Fest im Fokus steht dabei Nordungarn. Allein hier investiert sein auf Antriebs- und Steuerungstechnik spezialisierter Unternehmensbereich von 2003 bis 2006 insgesamt 150 Mio. € in den Ausbau der Fertigungsstätten und schafft dabei 2000 neue Arbeitsplätze.

Die fortschreitende Globalisierung macht die mittel- und osteuropäischen Länder (MOE) bei den international agierenden deutschen Industrieunternehmen als Absatz- und Beschaffungsmarkt immer beliebter. Alfons Weber, Senior Executive Vice Präsident mit Regionalverantwortung für Asien und Mittel- und Osteuropa bei der Bosch Rexroth AG, Lohr am Main, baut auf das langfristige Wachstumspotenzial der MOE-Region. Zwischen 4 % und 9 % lägen bereits die Konsensprognosen für das jährliche Wachstum des Bruttoinlandsprodukts der meisten Länder bis 2007. Sie würden damit die höchsten Wachstumsraten in Europa erwirtschaften.

Als „typische Zulieferer des Anlagen- und Maschinenbaus“, so Weber, sehen sich die Lohrer Experten für Industrie- und Fabrikautomation zudem vor die Herausforderung gestellt, sich sowohl mit Niedriglohnkostenstandorten als auch mit einer marktnahen Bearbeitung ihrer Zielbranchen auseinander zu setzen.

Laut Friedrich J. Bader , Geschäftsführer für das Regionalmanagement Mittel- und Osteuropa mit Sitz in Warschau, hat das Unternehmen dabei die MOE-Staaten fest im Blick, denn bei der Industrie- und Mobilhydraulik sei Rexroth beispielsweise Marktführer in Polen, Ungarn, Tschechien und der Ukraine. Im Pneumatikbereich rangiere das Unternehmen in Ungarn und der Slowakei auf Platz 2 sowie auf Platz 3 in Polen und Tschechien. „Wenn wir in diesen Ländern fünf bis sechs Arbeitsplätze schaffen, so sichert das einen Arbeitsplatz in Deutschland“, ist Bader vom Nutzen eines verstärkten Engagements in den MOE-Ländern überzeugt. 80 % seiner Kunden sähen auch weniger Westeuropa, als vielmehr die östlichen Wirtschaftsregionen als ihren künftigen Markt.

Bosch Rexroth fertigt bereits an drei Standorten in Mittel-und Osteuropa: in Eger (Ungarn) Pneumatik-Bauteile, in Skofia Loka (Slowenien) Elektromotore sowie in Brünn (Tschechien) Hydraulikaggregate. Und der Ausbau von Fertigungskapazitäten bleibt in vollem Gang. Um beispielsweise die Möglichkeiten, die Ungarn als Niedrigkostenstandort bietet, stärker nutzen zu können, wird die Bosch-Gruppe von 2003 bis 2006 insgesamt rund 150 Mio. € in ungarische Fertigungsstätten investiert und dort rund 2000 neue Arbeitsplätze geschaffen haben. Für das nordungarische Werk Eger steckte Bosch Rexroth im vergangenen Jahr 16 Mio. € in einen Neubau, um dort die Pneumatik-Fertigung zu erweitern und zu modernisieren. Konkreter Auftrag an Konrad Kaschek, den Leiter des Werks: Eger zum europäischen Niedrigkostenstandort für RexrothPneumatics zu entwickeln. Der Geschäftsführer ist überzeugt, dass die nordungarische Niederlassung innerhalb von zwei Jahren eine so leistungsfähige Produktion aufgebaut haben wird, dass sie im weltweiten Niedrigpreiswettbewerb ein ernsthafter Konkurrent zu asiatischen Standorten sein kann. Das Werk soll mit künftig rund 400 Mitarbeitern der größte Fertigungsstandort für Pneumatik-Bauteile werden.

Heute produzieren am Standort Eger rund 300 Mitarbeiter pneumatische Systemkomponenten, die in zahlreichen Branchen des Maschinenbaus Verwendung finden, beispielsweise in der Nahrungsmittel- und Verpackungsindustrie, aber auch in der Logistikautomation sowie in der Aluminiumherstellung. Rund 7000 pneumatische Enderzeugnisse sind laut Kaschek bereits von anderen Standorten nach Eger verlagert worden. Und im August wurde damit begonnen, eine Großfertigung von genormten Standardgroßzylindern aufzuziehen.

Herausragendes Projekt in Ungarn war , das ungarische Nationaltheater in Budapest mit modernster Bühnentechnik auszustatten. Laut István Ács, Geschäftsführer von Bosch Rexroth Ungarn, bescherte dieses „größte Einzelgeschäft“ seinem Haus ein Umsatzwachstum von 84 %. Die erfolgreiche Umsetzung – nach einer Rekordbauzeit von 18 Monaten war das komplette Bühnen-, Antriebs- und Steuerungssystem für 72 Podien bereit für die Premiere – trägt inzwischen weitere Früchte im Osteuropageschäft. Ende 2004 gewann Rexroth die Ausschreibung zur Modernisierung des Moskauer Bolschoi-Theaters und ist Generalunternehmer für die Lieferung und Montage der bühnentechnischen Anlage sowie erstmals auch der Licht-, Video- und Tontechnik. Das renovierte Theater wird Anfang 2008 wieder seinen Betrieb aufnehmen. Aktuell errichtet die Bosch-Gruppe, die in 2004 rund 130 Mio. € Umsatz in Mittel-und Osteuropa erwirtschaftete, eine weitere Fertigungsstätte für die Mobilhydraulik im westtürkischen Bursa.

Mit einer Investition in Höhe von derzeit rund 25 Mio. € soll hier laut Weber vor allem die Produktion von Axialkolbenmaschinen erhöht werden. Die Fertigstellung des Projekts erwartet der Bosch-Rexroth-Manager bis Ende 2005. In dem neu gebauten Werk sollen künftig rund 200 Mitarbeiter beschäftigt werden.

Im rumänischen Standort Blaj investiert Bosch Rexroth aktuell rund 11 Mio. € in ein neues Werk. 2007 soll dort mit 300 Mitarbeitern die Produktion von Komponenten für die Lineartechnik starten. J. SIEBENLIST

Ein Beitrag von:

  • Jürgen Siebenlist

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