Produktion 28.09.2012, 19:54 Uhr

Werkzeugmaschinenbauer drehen weiter an der Wachstumsschraube

Die viel beschworene Wirtschaftskrise macht sich noch nicht im deutschen Werkzeugmaschinenbau breit – so lautet ein wichtiges Fazit der Branchenmesse AMB 2012 vom 18. bis zum 22. September in Stuttgart. Das belegen auch die Aussteller- und Publikumszahlen: Statt der 86 200 Besucher in 2010 waren es diesmal rund 90 000 Interessierte und die Zahl der Aussteller kletterte in diesem Herbst leicht von 1346 auf 1356 Unternehmen.

„Die Firmen waren mit dem Messeverlauf der diesjährigen AMB sehr zufrieden. Es gibt weiteren Investitionsbedarf, sodass unsere Branche auch in den nächsten Monaten mit einer guten Nachfrage rechnen kann“, betont Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des Vereins Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) in Frankfurt.

Auch die Entscheider in der Chefetage von Gildemeister kehrten zufrieden nach Bielefeld zurück: 93,7 Mio. € Auftragseingang und 377 verkaufte Werkzeugmaschinen auf den Herbstmessen AMB 2012 und IMTS in Chicago lautet ihr Fazit. Zudem trägt die Kooperation mit dem japanischen Werkzeugmaschinenhersteller Mori Seiki laut Gildemeister Früchte. So wurde in Stuttgart mit der NHX 5000 ein Horizontalbearbeitungszentrum präsentiert, das mit einer Standfläche von nur 15 m2 auskommt. „Das Zusammenspiel der Maschinenbaukomponenten von Gildemeister und Mori Seiki resultiert in Innovationen, wie zum Beispiel auch dem Kompaktbearbeitungszentrum Milltap 700“, so Rüdiger Kapitza, Vorsitzender des Vorstands bei Gildemeister. Weitere Kosten- und Zeitvorteile lägen in der Internationalisierung der Produktion: Bis zu 15 % Ersparnis brächte die Lokalisierung der Fertigung in den jeweiligen Ländern.

„Die deutschen Werkzeugmaschinenbauer sind gut aufgestellt, haben aus den Krisen der Vergangenheit gelernt und ihre Hausaufgaben gemacht“, ergänzt Dieter Kollmar, Geschäftsführer bei Emag in Salach. Zudem sieht er noch reichlich technisches Entwicklungspotenzial für die Branche: „Die Kombination von Technologien, um die Prozesskette zu verkürzen und so Produktivität wie auch Qualität zu steigern, ist immer ein wichtiges Thema, wo es noch viele technische Möglichkeiten gibt.“

Ein erfreuliches Fazit ziehen auch die Anbieter von Präzisionswerkzeugen. „Die Messestände der Unternehmen waren vom ersten bis zum letzten Tag gut besucht. Das zeigt gleichzeitig, wie wichtig Präzisionswerkzeuge für Produktivität, Qualität und Nachhaltigkeit sind“, ergänzt Paul Horn, Vorsitzender des Fachverbandes Präzisionswerkzeuge im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) in Frankfurt und Geschäftsführer der Paul Horn GmbH, Tübingen.

„Unsere Prognose von Anfang des Jahres, nämlich 2012 ein Produktionswachstum von rund 7 % zu erreichen, können wir halten“, bestätigt Wolfgang Sengebusch, Geschäftsführer des VDMA-Fachverbandes. Doch er hat Bedenken: „Das betrifft die Materialkosten.“ Der Preis für den für Hartmetall unerlässlichen Rohstoff Ammoniumparawolframat (APT) sei 2011 auf bislang unerreichte Höhen gestiegen: „Mit fast 350 € pro metrische Tonne kostete APT mehr als doppelt so viel wie zwei Jahre zuvor und siebenmal so viel wie 2004.“ Vor diesem Hintergrund sei der aktuelle Rückgang auf 300 € erfreulich, aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Umso mehr zählt künftig der möglichst ressourcensparende und langlebige Einsatz von Präzisionswerkzeugen. Dazu gehört auch die passende Werkzeugwahl: „Wir haben unsere Internetplattform „Tools United“, mit rund 400 000 Werkzeugkomponenten die größte frei zugängliche Werkzeugdatenbank weltweit, komplett überarbeitet und neu ausgerichtet“ so Richard Brozio, Vertriebsleiter Toolmanagement bei CimSource, auf der AMB 2012. Das Systeme helfe beispielsweise dann, wenn NC-Programmierer Einsatzempfehlungen zur Prozessauslegung und 3-D-Daten für die Simulation suchen würden. Zudem bekämen Konstrukteure einen Überblick, was mit Standardwerkzeugen alles möglich sei.

Aber auch die Anbieter von Bearbeitungszentren arbeiten kontinuierlich an ihrem Produktspektrum, wie in Stuttgart deutlich wurde: „Die Industrie verlangt zunehmend nach komplexen Werkstücken in kleinen Losgrößen. Die Forderung nach Komplettbearbeitung ist deshalb aktueller denn je“, betont Vertriebsleiter Josef Fehrenbacher, Vertriebsleiter bei der Gebr. Heller Maschinenfabrik in Nürtingen. Mit den 5-Achs-Bearbeitungszentren der Baureihe C stelle man deshalb neben der 5-Seiten- und 5-Achs-Simultanbearbeitung nun auch Fertigungsmöglichkeiten zur kombinierten Fräs- und Drehbearbeitung der Werkstücke in einer Aufspannung bereit. DIETMAR KIPPELS

Ein Beitrag von:

  • Dietmar Kippels

    Redakteur VDI nachrichten im Ressort Produktion. Fachthemen: Maschinenbau, CAD, Lasertechnik

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