Achema: Messe für chemische Technik 15.06.2012, 11:55 Uhr

Verfahrenstechnik hat Krise gut überstanden

„Die Prozesstechnik hat die Krise gut überstanden“, sieht York Fusch, Vorsitzender der VDMA-Fachabteilung Verfahrenstechnik gute Vorzeichen für die deutschen Anbieter auf der am 18. Juni in Frankfurt beginnenden Weltleitmesse für chemische Technik „Achema“.

„Deutschland ist mit einem Anteil am Welthandel von 16,8 % immer noch Exportweltmeister“, konnte York Fusch, Vorstandschef der Körting Hannover AG und Vorsitzender der VDMA-Fachabteilung Verfahrenstechnik, Frankfurt am Main, für die Prozesstechnikbranche kürzlich auf der Achema-Vorpressekonferenz in Frankfurt feststellen. In Sicherheit wiegen dürften sich die Hersteller aber nicht, wie die Zahlen zeigten. Denn dabei werde zunehmend deutlich, dass Asien nicht nur als Abnehmerregion wächst, sondern zunehmend auch als Wettbewerber.

„China konnte seine Exporte seit 2005 um 360 % steigern. Der Anteil am Welthandel ist in der Zeit von 1,7 % auf 5,6 % gestiegen“, erklärte Fusch. Auch die Ausfuhren aus Korea stiegen rasch von 2005 bis 2010 um 75 %. Der Anstieg der deutschen Ausfuhren um 28 % fällt im Vergleich dazu eher mäßig aus.

China holt auch bei der Verfahrenstechnik auf

Vor dem Hintergrund der massiven Fortschrittsbemühungen chinesischer Wettbewerber im Technologiebereich reicht nach Ansicht von Helmut Knauthe, Sprecher der VDMA-Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau, die Optimierung der Innovationsleistung alleine nicht mehr aus. Vielmehr, so das Geschäftsführungsmitglied der Uhde GmbH, Dortmund, müsse man sich auf allen Wettbewerbsfeldern kontinuierlich verbessern. Dazu gehörten insbesondere Maßnahmen, die an den klassischen Projektelementen Preis, Qualität und Durchlaufzeit ansetzen, aber auch Anstrengungen zur Verbesserung des Marketings, des Risiko- und des Projektmanagements. Einkauf und Beschaffung sowie Bau und Montage machten mit 85 % bis 90 % beispielsweise den weitaus größten Anteil an den Projektkosten im Chemieanlagenbau aus. Diese Kosten müssen laut Knauthe reduziert werden.

Bei den Komponenten für verfahrenstechnische Anlagen wie der Vakuumtechnik, bei Pumpen oder Industriethemen werden Energieeffizienz und Nachhaltigkeit die zentralen Themen auf der diesjährigen Achema sein. Dazu gehört etwa die Reduzierung von Wartungs- und Energiekosten, z. B. durch verbesserte Reinigbarkeit von Komponenten durch besseren Zugriff oder verbesserte Oberflächen, aber auch die Erhöhung der Wirtschaftlichkeit durch eine Steigerung bzw. Optimierung des Wirkungsgrades.

Optimierte Verfahrenstechnik ist konkurrenzfähiger

Wie dies in der Praxis aussehen kann, beschrieb Sönke Broderson, Senior Vice President Research der KSB AG, Frankenthal, und Vorsitzender des VDMA-Fachverbands Pumpen und Systeme: „Höhere Wirkungsgrade bei Pumpen senken den Energiebedarf und die Betriebskosten. Zudem führt eine Berücksichtigung von Energieeinsparpotenzialen in der Regel auch zu einer besseren Anpassung der Pumpe in der Anlage. Die einzelnen Komponenten werden schonender gefahren, d. h. die Verfügbarkeit steigt und die Betriebskosten sinken weiter.“ Intelligente Pumpen würden darüber hinaus Leckagen, überhitzte Lager und defekte Dichtungen erkennen.

Ein anderes Beispiel findet sich bei den Herstellern von Kompressoren, Druckluft- und Vakuumtechnik. Alexander W. Peters, Geschäftsführender Gesellschafter der Neuman & Esser Group, Übach-Palenberg, und Vorsitzender des VDMA-Fachverbands Kompressoren, Druckluft- und Vakuumtechnik, sieht in der Energiewende eine besondere Chance. „Unter dem Stichwort Energiewende und Energiespeicherung laufen derzeit viele F & E-Projekte“, so seine Erfahrung. Beispielhaft nannte er die Reduzierung der Kohlendioxidemissionen (CO2) von Kraftwerken, die Verklappung und Lagerung von CO2, die Produktion von Polysilizium zur Herstellung von Solarzellen, die emissionsfreie seismische Erkundung von Erdöl- und Erdgasreserven, die Einspeisung von Biogas aus organischen Abfällen in bestehende Erdgasnetze sowie die effiziente Ein- und Ausspeisung von Erdgas in Kavernen und andere Speichermedien.

Verfahrenstechnik im Chemieanlagenbau: Effizient und umweltschonend

Speziell der deutsche Chemieanlagenbau hat sich aufgrund strikter gesetzlicher Vorgaben in der Bundesrepublik einen Vorsprung im Bereich effizienter und umweltschonender Technologien erarbeitet. Knauthe: „Diesen Trumpf können wir vor allem gegenüber den Herausforderern aus Asien spielen, die sich auf strenger werdende umweltrechtliche Vorgaben und kundenseitige Anforderungen an die Ressourcen- und Energieeffizienz von Anlagen noch einstellen müssen.“ Daher schätzt er die kurzfristigen Aussichten des Chemieanlagenbaus verhalten positiv ein, langfristig seien sie aber ausgezeichnet.

  • Sabine Mühlenkamp

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