Fertigung 14.05.2004, 18:30 Uhr

VDE-Prüfingenieure produzieren Vertrauen

VDI nachrichten, Frankfurt, 14. 5. 04 -Das Vorurteil, in Prüfinstituten säßen technisch versierte Kleinkrämer, deren größte Freude es sei, sich an fehlerhaften Produkten zu weiden, widerlegt das VDE-Zertifizierungsinstitut eindrucksvoll. Wer hier arbeitet, braucht neben technischem Sachverstand vor allem Kreativität und ein Feingefühl für Kundenbetreuung – wenn es sein muss, auch im Ausland.

Wir produzieren Vertrauen.“ Der Slogan auf einer Broschüre des VDE Prüf- und Zertifizierungsinstituts in Offenbach bringt auf den Punkt, was die meisten Menschen mit dem VDE, dem Technisch-Wissenschaftlichen Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. als erstes verbinden: das VDE-Zeichen. Angebracht auf einem elektrischen Gerät, verspricht es Sicherheit und Qualität. „Aufgrund unseres Zeichens haben die Menschen Vertrauen zu einem Produkt und können es unbesorgt, der Bedienungsanleitung gemäß, verwenden“, erläutert Bernd Franke, Leiter Strategieentwicklung und Information beim VDE Prüf- und Zertifizierungsinstitut.
Seit 1920 sorgt die unabhängige, inzwischen national und international akkreditierte Einrichtung für die Sicherheit elektrotechnischer Produkte. 68 % aller Deutschen kennen das VDE-Symbol, das damit zu den bekanntesten Sicherheitszeichen für Elektroprodukte zählt. Etwa 16 000 Prüfungen führt das VDE-Institut jährlich durch. Über 200 000 Produkttypen weltweit tragen das VDE-Label. Soweit zutreffend erhalten die Kunden zusammen mit dem VDE-Zeichengenehmigungsausweis auch Dokumentationsgrundlagen für die in EG-Richtlinien geforderte CE-Kennzeichnung sowie eine vorbereitete Konformitätserklärung.
Neben den Produkten wird auch die Fertigung sorgfältig unter die Lupe genommen. Routinemäßige und stichprobenartige Überprüfungen der mit den Prüfzeichen des VDE versehenen Produkte sorgen für Kontinuität der Produktsicherheit. Zurzeit überwacht das VDE-Institut auf diese Weise etwa 7000 Fertigungsstätten und führt in Zusammenarbeit mit seinen Partnerorganisationen über 8000 Werkinspektionen jährlich durch.
Dabei geht es nicht allein um „geprüftes Vertrauen“ für in Deutschland gefertigte Produkte. „Unsere Kunden haben Produktionsstätten in der ganzen Welt und wollen auch dort von uns betreut werden“, erläutert Bernd Franke. Im Zuge der Globalisierung ist der VDE inzwischen mit eigenen Büros und über Kooperationen in 50 Ländern der Erde vertreten. Vom VDE autorisierte Einrichtungen gibt es unter anderem in China, Japan, Korea und den USA. „Und unser Bereich Global Services wächst weiter. Gut qualifizierte Ingenieurinnen und Ingenieure haben hier immer eine Chance auf einen sicheren Job“, betont Bernd Franke.
Doch das Gros aller Prüfungen – auch der im Ausland gefertigten Produkte – erfolgt in Offenbach. Etwa 400 Mitarbeiter prüfen hier elektrotechnische und elektronische Komponenten, Maschinen, Geräte und Systeme auf elektrische, mechanische und andere relevante Produkteigenschaften, einschließlich der elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV). Modernste Mess- und Analyseeinrichtungen stehen ihnen dafür zur Verfügung. „Ob Grillanzünder oder Saunaofen, Waschmaschine oder elektrische Zahnbürste, es gibt kaum ein Gerät, dass wir hier nicht schon auf Herz und Nieren geprüft haben“, erläutert Bernd Franke. Ein nützlicher Nebeneffekt: Die VDE-Mitarbeiter sammeln wertvolle Erfahrungen für die Weiterentwicklung technischer Normen. Darüber hinaus werden neue Prüfmethoden ausgearbeitet, Prüfgeräte und -Anweisungen entwickelt und Reihenuntersuchungen durchgeführt.
Und es wird inzwischen viel mehr gecheckt und zertifiziert, als der Endverbraucher sieht. Materialeigenschaften wie Brandgefahr oder Kriechwegverhalten werden sorgfältig untersucht, Kabel und Leitungen ebenso unter die Lupe genommen wie kleinste Komponenten. Die Techniker und Ingenieure im Prüfzentrum sind Experten mit hoher Berufsfeldqualifikation in den Produktbereichen der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik. Ihnen stehen modernste Prüf- und Messeinrichtungen zur Verfügung. Bernd Franke: „Alle Prüftechniker und Ingenieure zeichnet Objektivität, professionelles Fachwissen und hohe Kompetenz in Sachfragen aus.“
Seit rund drei Jahren arbeitet Diplom-Ingenieur Christian Schmitt im Prüfinstitut. Im Fachgebiet FG33 ist er verantwortlich für die Prüfung von Optokopplern, Varistoren, Relais, Steck- und Klemmsystemen sowie Umweltprüfungen. Der gelernte Elektriker studierte an der Fachhochschule Schweinfurt Elektrotechnik mit Schwerpunkt Nachrichtentechnik und kam, nach einem Abstecher in die Industrie, im April 2001 in das Offenbacher Institut. Neben der Arbeit im Prüflabor ist es vor allem der enge Kontakt zum Kunden und das ganze „Drumherum“, was ihm Spaß macht. Gibt es für ein Produkt schon gültige DIN-Normen, läuft die Prüfung nach der Norm relativ unkompliziert ab und das Siegel wird vergeben. „Gibt es aber für ein Produkt noch gar keine Norm, muss ich richtig kreativ werden“, sagt Schmitt.
Gemeinsam mit dem Kunden wird dann abgeklärt, welche Anforderungen ein Prüfteil erfüllen muss, wofür es eingesetzt werden soll und mit welchen Beanspruchungen gerechnet werden muss. „Erst wenn ein ganzer Wust von Fragen beantwortet ist, kann ich anhand der mir vorliegenden vielen verschiedenen Normen ein geeignetes Prüfprotokoll erarbeiten“, erklärt der Elektrotechnik-Ingenieur.
„Wenn man anfängt, die DIN-Normen zu interpretieren, sind sie plötzlich richtig spannend“, erläutert Schmitt. Oft hilft der Austausch mit den Kollegen. Letztlich ist jedoch die eigene Erfahrung das größte Kapital, das ein Prüfingenieur hat. Schmitt: „Wenn ich jetzt plötzlich Waschmaschinen oder Mobiltelefone checken müsste, könnte ich wieder ganz von vorne anfangen.“
MAJA BECKER-MOHR

 

  • Maja Becker-Mohr

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