Maschinenbau 22.04.2005, 18:38 Uhr

Sensoren erkennen den Verschleiß, bevor ein Maschinenausfall teuer wird  

VDI nachrichten, Hannover, 22. 4. 05 – Wie lange kann mit einem „angeschlagenen“ Maschinenteil noch sicher gearbeitet werden? Arbeitet die Anlage stabil auch im Grenzbereich ihrer Leistung? Condition Monitoring per Internet gibt Antwort auf brennende Fragen rund um Wartung und Instandhaltung. Die neuesten Systeme und aktuelle technische Trends zeigten sich auf der diesjährigen Hannover Messe.

Optimierte Instandhaltung und Wartung haben ein klares Ziel: „Wachsender Kostendruck im globalen Wettbewerb zwingt Unternehmen dazu, alle vorhandenen Einsparpotenziale auszuschöpfen und Maßnahmen zur Effizienzsteigerung energisch umzusetzen“, so Michael Stolze, Vertriebsleiter bei der Prüftechnik Condition Monitoring GmbH, Ismaning. Das mache es unumgänglich, eine störungsfreie Produktion sicherzustellen, ungeplante Maschinenzustände zu vermeiden und die Lebensdauer der Anlagen optimal auszunutzen. Um solche ehrgeizigen Ziele zu verwirklichen, sind für ihn Online-Condition-Monitoring-Systeme besonders wichtig. „Fehler können auf diese Weise rechtzeitig diagnostiziert, Instandhaltungsmaßnahmen zeitoptimiert eingeplant und unerwartete Betriebsstillstände vermieden werden,“ konkretisiert er.

Eine zur Hannover Messe veröffentlichte Studie der RWTH Aachen und des Aachener Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnologie (IPT) bestätigt diese Einschätzung – und hat eine Warnung parat. „Obwohl Komplexität und Beanspruchung von Maschinen und Anlagen ständig zunehmen“, so eine Kernaussage der Untersuchung, „wird die klassische Instandhaltung diesen Veränderungen oft kaum gerecht.“ Der zukunftsorientierten Instandhaltung bzw. effektivem Condition Monitoring attestieren die Initiatoren der Studie denn auch größte Zukunftschancen: „Trotz technischer und organisatorischer Herausforderungen lohnt sich die zustandsorientierte Instandhaltung“, betont Prof. Günther Schuh, Inhaber des Lehrstuhls für Produktionssystematik an der RWTH Aachen. Und nicht selten heißt die Zielsetzung Effizienzsteigerung mithilfe von Condition Monitoring. „Kunststoffverarbeiter wollen zum Beispiel die Einsatzzeiten ihrer Maschinen bis auf 100 % hochtreiben“, verdeutlicht Edwin Becker, Fachbereichsleiter Condition Monitoring bei Flender Service in Herne. Hierfür sei die Messung an Schlüsselstellen in der Kunststoffmaschine erforderlich. Auch in der Papierindustrie sieht er solche Trends.

Denn kommt es in diesem Bereich zu Pannen, wird es sehr schnell sehr teuer. „Der ungeplanter Ausfall einer größeren Papiermaschine kostet zwischen 10 000 € und 30 000 € pro Stunde“, so Bernd Geropp, FAG-Industrial-ServiceGeschäftsführer in Herzogenrath.

Von hierher ist es nur noch ein kleiner Schritt zur Überwachung prozesskritischer Aggregate wie sie etwa „Vibroweb“ der Prüftechnik Condition Monitoring GmbH übernehmen soll. „Es handelt sich um ein Maschinen-Überwachungssystem, das autark messen, auswerten, speichern und alarmieren kann“, so Michael Stolze. Das System kommuniziere über TCP/IP sowie Ethernet und lasse sich daher direkt in ein Netzwerk einbinden.

Es stellt sich natürlich auch die Frage nach der wirtschaftlichen Realisierung solcher Condition-Monitoring-Projekte. Hier hat Edwin Becker eine Antwort parat: „Weil die Preise für Sensoren sowie Hard- und Software in den vergangenen Jahren drastisch gefallen sind, kann der Preis kein allzugroßes Kriterium mehr pro oder contra Condition Monitoring sein. DIETMAR KIPPELS

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Ein Beitrag von:

  • Dietmar Kippels

    Redakteur VDI nachrichten im Ressort Produktion. Fachthemen: Maschinenbau, CAD, Lasertechnik

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