Messen 27.04.2007, 19:27 Uhr

Ressourceneffizientes Wirtschaften senkt Produktionskosten  

VDI nachrichten, Hannover, 27. 4. 07, ciu – Experten aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Industrie diskutierten beim „Ressourcendialog“ auf der Hannover Messe über Möglichkeiten einer effizienteren Ressourcennutzung durch die Industrie.

Eine effiziente Ressourcennutzung ist nicht nur aus umweltpolitischen Gründen erforderlich, sondern führt in Betrieben auch zur Einsparung von Produktionskosten. Darüber hinaus können Betriebe durch einen effizienten Einsatz von Material und Energie neue Arbeitsplätze schaffen. Dies waren die grundlegenden Ergebnisse des „Ressourcendialogs“ auf der Hannover Messe, zu dem die IG Metall Bezirk Niedersachsen und Sachsen-Anhalt geladen hatte.

„Die Zeiten billiger Rohstoffe und Energie dürften endgültig vorbei sein. Und dennoch wollen viele Manager die massiven Preissteigerungen bei Energie und Rohstoffen durch Lohnsenkungen kompensieren“, sagte Hartmut Meine, Bezirksleiter der IG Metall in Hannover, in seinem die Veranstaltung eröffnenden Vortrag. Dabei, so Meine, belegten Studien, dass stattdessen in den Industrieunternehmen Milliardenbeträge durch einen effizienten Einsatz von Material und Energie eingespart werden könnten.

Dass eine effiziente Nutzung von Ressourcen auch aus umweltpolitischer und volkswirtschaftlicher Sicht erforderlich und sinnvoll ist, hob Michael Müller, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, in seinem Vortrag hervor. Müller nannte als die drei großen Herausforderungen der Gegenwart den Klimawandel, die zunehmende Knappheit der Ressourcen und das globale Bevölkerungswachstum. „In allen drei Fragen spielt eine effiziente Ressourcennutzung eine wesentliche Rolle“, sagte er. Einsparungen im Energiesektor könnten, so Müller, die Kosten im Bereich des Energieimportes um etwa 80 Mrd. € reduzieren.

Wie kleine und mittlere Betriebe ressourceneffizienter wirtschaften können, erläuterte der Leiter der Effizienz-Agentur NRW, Peter Jahns, anhand der prozessorientierten Stoffstromanalyse nach dem Pius-Check. Deutschen Managern falle es, so Jahns, weniger schwer, Energiekosten einzusparen, da es hier viele Potenziale gebe, die jedoch bisher noch nicht genügend berücksichtigt wurden. Wesentlich problematischer sei die Reduzierung von Kosten beim Material, da die Menge an Abfall für die Betriebe immer noch eine zweitrangige Bedeutung besitze. Eine Stoffstromanalyse könnte zu Einsparungen in Höhe von 3 % bis 15 % führen.

Branchen, die aus Sicht von Jahns die besten Chancen für eine kurzfristige Einsparung von Material- und Energiekosten bieten, sind die metallverarbeitende Industrie und die Lebensmittelindustrie. „Hier hat man es mit Prozessen zu tun, in denen sehr viele originäre Rohstoffe eingesetzt werden“, erläuterte Jahns. So sei es z. B. in der Lebensmittelindustrie möglich, durch Kreislaufsysteme Wasser und Heizenergie einzusparen.

Aus Sicht von Prof. Klaus Dilger, Leiter des Instituts für Füge- und Schweißtechnik der Technischen Universität Braunschweig, bieten vor allem Automobilindustrie und Bauwesen ein hohes Potenzial für eine ressourceneffiziente Materialnutzung. So ließen sich beispielsweise die beim Aluminiumguss anfallenden immensen CO2-Mengen durch die Anwendung von numerischen Methoden reduzieren.

Ein gutes Beispiel für ressourceneffizientes Wirtschaften in der Automobilindustrie bildet das Stammwerk Hannover von Volkswagen Nutzfahrzeuge. Dirk Stielau, Umweltschutz-und Umweltmanagementbeauftragter des Unternehmens, wies besonders auf die Reduzierung der Lösemitteleinsatzmengen in der Lackiererei hin. Zwischen 1999 und 2006 konnte man den Verbrauch von 2,5 Mio. l auf 1 Mio. l senken. Für das Jahr 2006 konnte das Unternehmen dadurch 730 000 € einsparen. A. WEINGÄRTNER

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