Produktion 03.08.2001, 17:30 Uhr

Null-Emissions-Fabrik

Beim Bau von Bürogebäuden und Produktionsstätten, klagen Fachleute, wird den Betriebskosten immer noch verschwindend geringe Aufmerksamkeit gewidmet, dem Umweltschutz kommt meist derselbe Stellenwert zu. Bei der neuen Produktionshalle der Solvis Solar gingen Bauherr und Planer ganz andere Wege.

Völlig emissionslos geplant ist der 16 Mio. DM teure Neubau der Firma Solvis Energie- und Solarsysteme: Die 8150 m2 Produktions- und Verwaltungsfläche sollen völlig CO2-frei mit Wärme und Elektrizität versorgt werden. Den Strombedarf werden ein Rapsöl-Blockheizkraftwerk (115 MWh/a) und eine 60 kWp PV-Anlage (45 MWh/a) decken. Die Wärmeversorgung erfolgt ebenfalls über das Rapsöl-BHKW (160 MWh/a) und aus Abwärme (20 MWh/a) sowie aus einer Kollektoranlage.

Dabei setzt das Unternehmen auf eine Neuentwicklung aus dem eigenen Haus zur solaren Heizungsunterstützung. Sie soll zukünftig auch eine energiesparende Wärmeversorgung mit Pflanzenöl und Holzpellets ermöglichen. Rund 20% des Energiebedarfs deckt das gebäudeintegrierte Solarsystem.

„Eine besondere planerische Herausforderung war neben der Energieversorgung ein energiesparendes Lüftungskonzept für die Produktion unter Berücksichtigung der logistischen Anforderungen, wie dem LKW-Verkehr „, berichtet der Architekt Dietmar Riecks.

Das Statikkonzept gewährleistet ein Minimum an statisch tragender Konstruktion innerhalb des Gebäudes und eine energiesparende ökonomische Gebäudehülle: Nur die Büroriegel und der Erschließungsgang werden als Stahlbetonkonstruktion erstellt, während die übrigen Bereiche als Holzleichtbau mit außenliegendem Tragwerk konzipiert sind.

Der Baustoff Holz galt den Bochumer Architekten Elke Banz und Dietmar Riecks als Synonym für ein ökologisch vorbildliches Industriegebäude: „Der modulare Holzrahmenbau ermöglicht hohen Wärmeschutz bei gleichzeitig schlanken Bauteilmaßnahmen. Was den Wärmeschutz betrifft, unterschreiten wir den zulässigen Höchstwert nach gültiger Wärmeschutzverordnung um 73%.“

Der massive Kern dient als zentrale interne Straße zur Bewältigung des Materialflusses und als kommunikative Schnittstelle zwischen Produktion, Forschung und Verwaltung weiterhin dient er als Speichermasse zum Schutz vor sommerlicher Überhitzung der Büroarbeitsplätze sowie als Heizkörper für den jeweils angrenzenden Produktionsbereich. „Ziel des Gebäudekonzeptes ist es, den angrenzenden Produktionsbereich über die Abwärme der Büros auf mindestens 17 °C zu beheizen,“ erklärt Riecks. Zur Beheizung des Gebäudes sollen insgesamt nicht mehr als 25 kWh/m²a benötigt werden. Heizkörper oder Fußbodenheizungen gibt es nicht, die Lkw werden innerhalb des Gebäudes be- und entladen. Schnell laufende Sektionaltore öffnen sich nur zur An- und Abfahrt der Fahrzeuge.

Neben dem Energiespareffekt schafft die Integration des Be- und Entladens in das Gebäude verbesserte Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung in der Halle soll die Lüftungswärmeverluste reduzieren. Insgesamt wird eine Rückwärmezahl von über 75% angestrebt. Alle Bereiche des Gebäudes sind mit einer Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung versehen. Die Anlage wird zur sommerlichen Nachtlüftung mit erhöhtem Luftwechsel betrieben. Zentral aufgestellte ungedämmte Sprinklertanks dienen als Pufferspeicher und Strahlungsheizflächen.

Die im Bereich Forschung und Entwicklung anfallende Prozesswärme durch den Versuchsbetrieb von Brennern wird dem zentralen Luftheizsystem zugeführt. Die Abwärme der EDV-Zentrale wird ebenfalls in den Heizkreis eingespeist. Die Büros werden über die Fassaden zum Innenhof belichtet, die Hallen erhalten Tageslicht über Dachoberlichter. Kunstlicht wird in beiden Bereichen tageslichtabhängig gesteuert. Im Mai 2002 soll in dem neuen Gebäude die Produktion aufgenommen werden. C. RADWAN/wip

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