Automatica 2012 in München 18.05.2012, 11:57 Uhr

Montage mit „intelligenten“ Greifern

Mit einem Umsatzsprung von 36 % auf rund 5,9 Mrd. € in 2011 verzeichneten die deutschen Anbieter von Montage- und Handhabungstechnik den stärksten Zuwachs seit dem Start der Statistik. Für 2012 erwartet die Montage- und Handhabungsbranche eine weitere Steigerung von 4 %. Die auf der Münchener Messe Automatica 2012 präsentierten Hightechlösungen werden dazu beitragen, dieses Ziel zu erreichen.

Automobilhersteller bieten heutzutage immer mehr Varianten der gleichen Basismodelle an. Die Folge: Die Stückzahlen jedes einzelnen Modells werden geringer, was immer flexiblere Automatisierungslösungen erfordert – ein zentrales Thema für die Anbieter von Handhabungssystemen auf der Automatica. „Die Antwort auf die heutigen Herausforderungen kann nur eine stärkere Automatisierung der Produktion sein“, betont Armin Wittmann, Projektleiter der Automatica: „Auch in der Elektroindustrie mit ihren anspruchsvollen Montageaufgaben spielt die Automatisierung eine wichtige Rolle.“

So bieten etwa mechatronische Greifmodule Industrienutzern eine Vielfalt von Automatisierungsmöglichkeiten bei der Handhabung. Der Aussteller und Spezialist für Spanntechnik und Greifsysteme, Schunk aus Lauffen am Neckar, geht nun noch einen Schritt weiter und bündelt eine Vielzahl mechatronischer Module in einem einzigen Modulprogramm: Vom einfachen Greifer als Pneumatikalternative über Greifer mit integrierter Intelligenz bis hin zu adaptierbaren, mechanischen Greifern, die sich mit unterschiedlichsten Motoren und Funktionalitäten für das Kleinteilehandling ausstatten lassen. Gerade mit intelligenten Greifern, wie dem 2-Finger-Parallelgreifer WSG 50 mit eingebauter Inbetriebnahme-Fähigkeit, sollen sich Fertigungs-, Montage- und Handhabungsprozesse verkürzen lassen. Der Clou des neuen Greifers ist eine integrierte Greifteildetektion. In Verbindung mit der hohen Positioniergenauigkeit des Greifers ermöglicht sie, dass der WSG 50 einen Greifbefehl taktzeitoptimiert ausführen kann. Die übergeordnete Prozesssteuerung wird deutlich entlastet, weil der Greifer über eine eigene Intelligenz verfügt, mit der er Teilaufgaben eigenständig lösen kann. Der elektrisch angetriebene Schunk-Kleinteilegreifer EGP lässt sich recht einfach ansteuern, dass der Umstieg von pneumatischen auf elektrische Greifmodule nach Firmenangaben reibungslos verläuft.

Montage-Technik: Pneumatikgreifer für attraktive Preise

Nach Ansicht von Matthias Poguntke, Bereichsleiter Produkt- und Portfoliomanagement bei Schunk, werden in Zukunft sowohl pneumatische als auch elektrische Antriebe ihre Berechtigung nebeneinander haben: „Mechatronische Module sind besonders flexibel und trotz teilweise höherer Anfangsinvestition wirtschaftlich sehr attraktiv“, so Poguntke. Für Pneumatikgreifer wiederum spreche der attraktive Preis. Er empfiehlt, je nach Einsatzzweck, Umfeld und individuellen Anforderungen abzuwägen, welche Antriebsart den größeren wirtschaftlichen Nutzen bringt.

Zum Thema Roboter und Steuerung präsentiert Denso Robotics auf der Automatica die nach eigenen Angaben kompakteste Steuerung und schnellsten Roboter ihrer Klasse weltweit: Der neue Denso-Controller RC8 ist 60 % kleiner als die bisher üblichen. „Aufgrund ihrer Kompaktheit hilft die RC8, Platz und damit Geld zu sparen“, erklärt Ryoji Nagashima, verantwortlicher Robotik-Abteilungsleiter in Japan. Gleichzeitig kann die Steuerung mit einer Vielzahl von industriellen Geräten und deren Software kommunizieren. Wettbewerber Fanuc will sich für die Zukunft des Industrieroboter-Hype rüsten und hat bereits im April den Startschuss für den Bau einer weiteren Roboterfabrik gegeben. Damit soll die Produktionskapazität auf 5000 Einheiten pro Monat verdoppelt werden. Der Grund: Nicht nur in Deutschland ist der Bedarf an Robotern derzeit größer als die verfügbaren Kapazitäten. Weltweit, so schätzt man bei Fanuc, liegt der Bedarf 15 % über den verfügbaren Produktionsmöglichkeiten.

Präzise Handlingsysteme erleichtern die Montage

Verbessern lässt sich das schnelle, aber gleichzeitig kostengünstige und exakte Positionieren auch mit Handlingsystemen, bei denen ein Bildverarbeitungssystem mit integrierter CoDeSys (Controller Development System)-SPS die Achsen zügig ans Ziel steuert. Solche Lösungen, wie sie in München präsentiert werden, spielen ihre Vorteile aus, wenn bei der Prüfung von Bauteilen viele Testplätze schnell und exakt angesteuert werden müssen. Mit der Kamera lässt sich erkennen, welche Testplätze frei sind und bestückt werden können. Anbieter Bosch-Rexroth, Lohr, wiederum ist auf der Messe mit seinem mechanischen Komponentenbaukasten EasyHandling vertreten. Hiermit will Rexroth das Automatisieren von Handhabungssystemen in der Montagetechnik und beim Fügen deutlich einfacher, schneller und wirtschaftlicher gestalten. Die Zeit- und Kosteneinsparung liegt nach Angaben des Ausstellers bei bis zu 60 %.

Von Edgar Lange
Von Edgar Lange

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