Mikrosystemtechnik 04.11.2005, 18:41 Uhr

Mikrosysteme im Dienst der Medizin  

Vor allem die therapierende Medizin sei künftig ein Riesenfeld für elektronische Mikrosysteme, deren Fertigung einer der Schwerpunkte der Fachmesse Productronica ist.

Schon bald dürften Rollstühle und Robot-Arme Wirklichkeit sein, die sich allein durch unsere Gedanken ansteuern lassen. Dies zeigt eine neue Studie des VDE zum Thema Neuroprothetik. Querschnittsgelähmte könnten dank moderner Mikrosysteme und innovativer Neuroprothesen wieder ein wenig gehen und Herzkranken sollen Implantate ähnlich den heutigen Schrittmachern helfen, sich im Alltag besser zu behaupten.

Als Leiter des Arbeitskreises „Neuroprothetik“ der VDE-Initiative MikroMedizin erläutert Klaus-Peter Hoffmann, es gehe bei diesen Entwicklungen um Mikrostrukturen in der Größenordnung von biologischen Zellen, die in bidirektionalem funktionellen Kontakt mit lebendem Gewebe stehen und dabei in physiologischer Weise und reproduzierbar auf Stimuli reagieren.

„Dabei“, so Hoffmann, „ist es auch erforderlich, viele einzelne Informationskanäle durch konsequente Miniaturisierung zu integrieren.“ Außerdem sei durch entsprechende elektronische Schaltungen nahe den Sensoren auch gleich eine gewisse Datenreduktion durchzuführen, wie der Abteilungsleiter des Fraunhofer-Instituts für Biomedizinische Technik (IMBT) in St. Ingbert betont.

Betrachtet man allein bloß eine Reihe häufiger Erkrankungen des Gehirns und des Nervensystems, so wird deutlich, was für ein immenses Potenzial die Neuroprothetik einerseits insofern bietet, als sie vielen schwer leidenden Menschen wirksam dürfte helfen können, und andererseits, welch großen materiellen Nutzen sie betriebs- wie volkswirtschaftlich bescheren kann.

Denn häufige Leiden wie Hörverlust und Depressionen verursachen pro Jahr und Patient Kosten zwischen 2000 $ und 2300 $, die sich dank Mikrosystemtechnik bald deutlich reduzieren lassen sollen. Und seltener auftretende, aber volkswirtschaftlich ebenfalls bedeutende Leiden wie Alzheimer, Schlaganfall, Schizophrenie, Parkinson und Multiple Sklerose kosten pro Patient und Jahr sogar zwischen knapp 11 000 $ und gut 22 000 $.

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Ganz zu schweigen von Läsionen im Bereich des Spinalkanals (Verletzungen im Rückenmarksbereich) oder traumatischen Kopfverletzungen, bei denen die Jahresrechnung pro Patient laut Hoffmann zwischen 40 000 $ und 64 000 $ liegt. Allein in den USA, ergänzt Prof. Armin Bolz als Geschäftsführender Gesellschafter der Medizintechnik-Firma Corscience in Erlangen, kosten Leiden wie Alzheimer das Land pro Jahr 100 Mrd. $.

Deutschland ist laut VDE nach den USA und Japan der weltweit drittgrößte Hersteller von Medizinprodukten und beschäftigt allein in diesem Bereich rund 108 000 Menschen. Es handelt sich dabei um eine überwiegend mittelständische Industrie, die es in 2002 auf einen Gesamtumsatz von über 14 Mrd. € gebracht hat.

In dieser Summe stecken 840 Mio. €, die mit Implantaten und Prothesen erwirtschaftet worden sind und bei denen man eine stark steigende Tendenz ausmachen kann, denn allein gegenüber 1995 hat das Umsatzvolumen sich hier glatt verdoppelt.

Zwar verspreche die Neuroprothetik, so die Experten des VDE, ein großes Markt- und Arbeitsmarkt-Potenzial. Doch da man es hier mit teurer Forschung und langen Entwicklungszeiten zu tun habe, was laut Bolz gerade für die innovativen mittelständischen Betriebe eine große Belastung darstelle, sei zunächst ein für Innovationen offenes Gesundheitssystem erforderlich. Und zweitens brauche die Industrie auch wirtschaftliche Anreize, die ihr das Intensivieren und Ausweiten ihrer Forschungsarbeiten erleichtern. EGON SCHMIDT

 

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