Produktion 19.11.2010, 19:50 Uhr

Firmen wollen standardisierte Bildverarbeitung

Bei vielen Unternehmen läuft die Fertigung wieder auf Hochtouren. Jetzt steigt auch die Nachfrage im Bereich Bildverarbeitung drastisch. Schließlich geht es um lückenlose Qualität, wenn Fertigungslinien in kürzester Zeit auf Varianten umgerüstet werden müssen. Und: Zunehmende Standarisierung bei Systemen und Komponenten rund um „Machine Vision“ macht diesen Ausstellungsbereich der Messe SPS/IPC/Drives vom 23. bis zum 25. November in Nürnberg für immer mehr Fachbesucher interessant.

Krise – welche Krise? Glaubt man den Branchenexperten im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Frankfurt, so geht es mit der industriellen Bildverarbeitung wieder steil bergauf. Entsprechend wurde die Wachstumsprognose für 2010 von plus 5 % auf plus 10 % angehoben. „Kräftige Wirtschaftsimpulse im ersten Halbjahr 2010 leiteten eine Erholung der Bildverarbeitungsbranche auf einer breiten Front ein. Wir haben das Krisenjahr 2009 hinter uns gelassen“, so Olaf Munkelt, Vorsitzender des Vorstandes Industrielle Bildverarbeitung im VDMA.

Noch im vergangenen Jahr musste die deutsche Bildverarbeitungsindustrie in ihrer jungen Geschichte erstmals einen Umsatzrückgang verkraften. „Die Auftragseingänge im ersten Halbjahr 2010 – insbesondere im Bereich der Bildverarbeitungskomponenten – waren aber dann so stark, dass derzeit die Lieferketten aus dem Tritt kommen. Die plötzlich nach oben geschnellte Nachfrage lässt sich nicht immer so schnell befriedigen und Lieferzeiten verlängern sich teilweise deutlich“, betonte Munkelt. Ein Grund: Technologischer Fortschritt und zunehmende Standardisierung begünstigen die Verbreitung der Bildverarbeitung, die in immer weiteren Anwendungsfeldern wirtschaftlich wird.

Dieser Trend zeigt sich auch auf der diesjährigen SPS/IPC/Drives, wo das Thema im Bereich „Industrial Identification/Intelligente Sensortechnologie für effiziente und sichere Produktionsprozesse“ aufgehängt ist. So lassen sich beispielsweise fehlerhafte Produkte durch den Einsatz leistungsstarker 2-D- bzw. 3-D-Kameras schon während der Herstellung erkennen und aussortieren. Ein weiterer Trend auf der diesjährigen Messe ist die in Kameras und Sensoren integrierte, intelligente Bildverarbeitungstechnik. Die Intelligenz steckt unmittelbar im Gehäuse, dementsprechend ist kein separater PC mehr erforderlich.

So wie bei der neuen Smart-Kamera von PSI Technics, Koblenz, mit integrierter Bildverarbeitungselektronik, wo die Aufnahmen bereits intern verarbeitet und die gewünschten Informationen an ein Prozessüberwachungssystem geliefert werden können. Außerdem präsentiert das Unternehmen in Nürnberg ein Laser-Distanzmesssystem als Entfernungssensor, das die Positionserfassung in Millisekunden ermöglicht. Der Anbieter vertraut für sein „PSS Positioning Solution System“, auf eine Laser-Distanzmesseinheit von Sick, Waldkirch das Unternehmen ist ebenfalls auf der SPS/IPC/Drives präsent.

Messeteilnehmer Neogramm wiederum, ein Spin-off des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) mit Sitz in Mannheim und Spezialist für individuelle Systemlösungen, hat einen Code-Reader im Messegepäck, der etwa per Laser direkt markierte Bauteile mit metallischen oder spiegelnden Oberflächen problemlos detektieren soll. „Passend dazu bieten wir als Highlight unsere Detektionssoftware an, die in der Lage ist, schnell und zuverlässig direkt markierte 2-D-Codes zu erkennen“, so Geschäftsführer Philipp Hüthwohl. Das Problem, das es zu lösen galt, bestand laut Hüthwohl in metallischen bzw. spiegelnden Oberflächen, auf welche Codes gelasert sind und wo eine zuverlässige Identifikation gefordert wird. Dazu wurde bei Neugramm auch ein Beleuchtungskonzept entwickelt, das nur wenige LEDs umfasst und dennoch für spiegelungsarme und lichtstarke Ausleuchtung sorgen soll. In eine ähnliche Richtung entwickelt auch Aussteller Jenoptik Verteidigung & Zivile Systeme, ESW-Geschäftsbereich Sensorik, Jena.

Für die vollautomatische Sichtprüfung von Bohrungsinnenflächen hat Jenoptik Unternehmen zusammen mit Hommel-Etamic das Kamerasystem „IPS100“ entwickelt. Dies erkenne an Bauteiloberflächen feinste Fehlstellen innerhalb definierter Qualitätsgrenzen, hebt man in Jena hervor.

Die optische Inspektion lässt sich laut Jenoptik in automatisierten Produktionsprozessen integrieren und liefere reproduzierbare Ergebnisse. Der Innenprüfsensor könne dank eines 360°-Rundumblicks die Innenfläche der Bohrung ohne eine Eigenrotation inspizieren. Damit werde die Prüfung schneller und genauer – sie kann zum Beispiel in der Automobilindustrie in mehreren Fertigungsstufen zum Einsatz kommen: Unter anderem auch bei der Qualitätskontrolle von Zylinderbohrungen in Kurbelgehäusen.

Aber auch Unternehmen rund um erneuerbare Energien profitieren von den technologischen Fortschritten im Bereich „Machine Vision“. So soll die neue Nah-Infrarotbereichskamera (NIR) vom schweizerischen Aussteller Baumer, Frauenfeld, die Inspektion von Solarwafern optimieren. „Sie ergänzt die TX-Industriekamerafamilie, die sich für unterschiedlichste Messaufgaben im Bereich der Photovoltaik einsetzen lässt“, betonte Claudia Grützmann vom Baumer-Marketing.

Mit der Kamera stelle das Unternehmen erstmals eine System vor, das durch die hohe Empfindlichkeit im nahen Infrarotbereich noch besser auf die besonderen Anforderungen der automatisierten Inspektion von Solarwafern ausgerichtet sei. Messmethoden wie das Elektrolumineszenz-Verfahren ermöglichten durch Bildaufnahmen im nahen Infrarotbereich das Detektieren von Brüchen sowie Störungen in der Kristallstruktur. Grützmann: „Sie geben auf diese Weise Aufschluss über die Integrität und Effektivität einzelner Wafer.“
EDGAR LANGE/KIP

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