Fertigung 30.09.2005, 18:40 Uhr

Die Digitale Fabrik weitet ihr Netzwerk aus  

VDI nachrichten, Augsburg, 30. 9. 05 – Effektiver Fertigungsverbund mit einheitlichem datentechnischen Nenner – auch das ist die Digitale Fabrik. Von den Vorteilen des permanenten Datentauschs zwischen den Standorten profitiert EADS Militärflugzeuge in Augsburg.

Grenzen zwischen Konstruktion und Fertigung überwinden lautete das ehrgeizige Vorhaben der Techniker bei EADS Militärflugzeuge. „Dieses Ziel haben wir durch den Aufbau der Digitalen Fabrik erreicht“, betont Christoph Bertz vom Industrial Engineering der EADS und Projektleiter für die Digitale Fabrik. Im Augsburger Werk des Flugzeugbauers werden neben dem Rumpfmittelteil des Eurofighters u.a. die Landeklappenführungen („Flap Tracks“) für alle aktuellen Airbus-Typen sowie den neuen Supervogel A380 gefertigt. Daneben verantwortet das Werk große Stücke des deutschen Bauanteils für den neuen Airbus-Militärtransporter A400M.

„Ausgehend vom 3-D-CAD-Entwicklungssystem gelangen alle Informationen des in Bits aufgelösten digitalen Rohlings zunächst in eine zentrale Produktionsplanungs-Datenbank, auf die alle an der Fertigung beteiligten Stellen direkten Zugriff haben“, so Christoph Bertz.

Diese durchgängige Datentransparenz gestatte es den Planern, die neuesten Entwürfe ihrer Kollegen in der Konstruktion, die bei EADS Militärflugzeuge in Ottobrunn ansässig sind, so früh wie möglich aus Sicht der Fertigung zu bewerten. Und zwar schon, bevor ein Strukturbauteil einen ausschlaggebenden Reifegrad erreicht hat. Vorteil: Der Fertigungsplaner kann jetzt selber schon im Vorfeld aktiv agieren und muss nicht mehr erst in Nachhinein reagieren. „Es geht ja stets darum, dass wir einen Kompromiss zwischen dem Idealbild im Rechner und dem technisch, das heißt physisch Machbaren sowie dem Kostenrahmen finden“, erläutert der Projektleiter.

Oberstes Ziel der Digitalen Fabrik bei EADS sei es, die Fertigung zu einem frühen Zeitpunkt in die Entwicklung zu integrieren. So können maßgebliche Entscheidungen, wie Materialauswahl, Toleranzen oder auch „Make or Buy“ für Einzelteile früh getroffen werden.

Um die virtuellen Baukomponenten in Bewegung zu setzen, reichen ein paar Mausklicks. Mit Hilfe von 3-D-Materialfluss-Simulation kann nun leicht überprüft werden, ob alle Arbeitsschritte ineinander greifen und wie sich Störfaktoren auf ein Fertigungssystem auswirken: etwa, ob die Landeklappe in der Fertigungshalle ohne Weiteres transportierbar ist, bereits verbaute Teile die weitere Montage behindern oder sich kostengünstig bereits existierende Fertigungsmittel verwenden lassen. Dank Digitaler Fabrik seien bei EADS nun bereits in der Planungsphase solche Stolpersteine im Fertigungsprozess sicht- und damit bearbeitbar, hebt man in Augsburg hervor.

Früher, vor Einführung des Systems, mussten zunächst aufwändige Holz-Mockups gefertigt werden, oft eine Arbeit für mehrere Tage. Heute lässt sich ein digitales 3-D-Mockup schnell am Computer erstellen, und zwar mit allen zugehörigen Fertigungsmitteln.

Zudem erfolgte der Datenaustausch zwischen Konstrukteur, Planer und Fertiger meist nur über Stücklisten und Tabellen. Nicht immer hatten alle Prozessbeteiligten den aktuellsten Stand vor sich -mit dem Risiko falscher und damit teurer Fehlentscheidungen. „Dies machte den nötigen Abgleich zwischen den zahlreichen Datenständen von Engineering, Prozessplanung und Fertigung äußerst kompliziert und zeitaufwändig“, resümiert Bertz.

Bei Design-Änderungen flossen die aktuellen Daten zwar in die Produktdatenbank der Entwickler, aber die Fertigungsplaner in Augsburg bekamen diese Information oft erst bei endgültiger Freigabe zur Fertigung. Die neue Welt des permanenten Datenaustausches hat hier die Entfernungen zwischen den Standorten aufgehoben. „Damals wie jetzt gilt: Die Umsetzung der Entwicklung in die Fertigung funktioniert nur, wenn alle das gleiche Wissen haben“, betont der Projektleiter.

Dank der Digitalen Fabrik verlagern die EADS-Techniker einen erheblichen Anteil des Arbeits- und Planungsaufwandes zeitlich nach vorne. „Planungsfehler wirken sich also nur virtuell aus“, so Bertz. E. LANGE/KIP

Von E. Lange/Dietmar Kippels
Von E. Lange/Dietmar Kippels

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