Münchner Management Kolloquium 23.03.2012, 11:59 Uhr

Deutsche Wirtschaft sollte Ressourcen effizienter einsetzen

Der effiziente Umgang mit Rohstoffen und Ressourcen ist für manche Industrieunternehmen bereits von zentraler Bedeutung. Sie haben längst ihre Aktivitäten verstärkt, um neue Prozesse und Güter zu entwickeln, die diesem Ziel gerecht werden. Das wurde diese Woche bei einem Treffen von Top-Managern in München deutlich.

Der Wettstreit um den Zugang zu Rohstoffen könnte zu einer Krise führen, befürchten Experten aus Industrie und Politik. Doch es gibt auch Chancen. So sieht Horst Wildemann im „effizienten Umgang mit Ressourcen den Wachstumsmarkt der Zukunft“. Das erklärte diese Woche der Professor am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, Unternehmensführung, Logistik und Produktion an der TU München und Geschäftsführer der TCW Unternehmensberatung.

Um Erfahrungen zu diesem drängenden Thema auszutauschen und Lösungen zu diskutieren, trafen sich am Dienstag Führungskräfte aus allen Branchen beim 19. Münchner Management Kolloquium. Zu Gast waren Referenten aus 70 Unternehmen.

Wachstum nur noch durch intelligenten Umgang mit Ressourcen zu erreichen

Wachstum sei in Zukunft nur noch durch den intelligenten Umgang mit Ressourcen zu erreichen, verdeutlichte Gastgeber Wildemann. Der Berater attestiert Deutschland hier Erfolge, doch dürften sich die Unternehmen auf diesen Lorbeeren nicht ausruhen. Dies gelte vor allem für die Automobilindustrie, die Wildemann in einer Vorreiterrolle sieht.

Für VW-Chef Martin Winterkorn spielen die Standardisierung und die Baukastenstrategie des Autobauers eine wichtige Rolle für Ressourceneffizienz und Produktivität. „So können wir unterschiedliche Modelle und Marken auf gleichen Anlagen fertigen“, referierte Winterkorn in München.

Für den Konzernlenker, der VW in den kommenden Jahren zum weltweit nachhaltigsten Autounternehmen machen will, gehören zum Effizienzbegriff mehr Leistung bei weniger Verbrauch und verringerten Kosten. „Wir stellen uns an die Spitze der Effizienzrevolution“, erklärte Winterkorn.

Für Bosch ist „Ressourcen-Effizienz das Innovationsprinzip“

Beim Zulieferer Bosch sei „Ressourcen-Effizienz das Innovationsprinzip“, sagte Bernd Bohr, Geschäftsführer und Vorsitzender des Bosch-Unternehmensbereichs Kraftfahrzeugtechnik. Er stellte neben der Standardisierung von Systemen die „Kunst des Weglassens“ heraus. Besser als das Recycling von Werkstoffen sei das Re-Manufacturing, waren sich zudem die Experten in München einig, z. B. das Aufarbeiten von Startern bei Bosch.

Ein anderer Weg ist die Substitution von Stoffen, an der vor allem die chemische Industrie mit Hochdruck forscht. Ob Plastiktüten aus Maisstärke oder Ökoreifen mit synthetischem Kautschuk, „die Ressourceneffizienz ist längst nicht mehr eine Frage des grünen Anstrichs, sondern des wirtschaftlichen Nutzens“, fasste Wildemann zusammen.

Beim Thema Recycling, erläuterte Thorsten Grenz, Geschäftsführer von Veolia Umweltservice, komme es zunehmend darauf an, „große geschlossene und homogene Stoffströme zu schaffen“ sowie industrielle Prozesse zu fördern. Um dies zu erreichen, müssten Pfandsysteme wie beim Erfolgsbeispiel PET eingeführt werden, nur so entstünden die richtigen Anreize. Dies gelte vor allem im Bereich Elektroschrott, wo derzeit mit „archaischen Verfahren“ an der Rückgewinnung gearbeitet werde, so Grenz.

Ressourcen durch geschlossene Recycling-Kreisläufe effizienter nutzen

Noch immer schlummern deshalb Tonnen von Seltenen Erden in vergessenen Handys und Laptops. Die Politik, forderten viele Redner im Verlauf der Kolloquiums, müsse jedoch bessere Rahmenbedingungen schaffen, um Forschung und Entwicklung für einen effizienteren Einsatz von Ressourcen zu forcieren.

Auch bei den Mitarbeitern könnte weiteres Potenzial ausgeschöpft werden, zeigte der Continental-Vorstandsvorsitzende Elmar Degenhart. Er warb in Zeiten von Echtzeitkommunikation und Vernetzung dafür, mehr Wissen innerhalb eines Unternehmens zu teilen.

„Wir sollten Demut haben vor dem Wissen unserer Mitarbeiter. Jede Hierarchiestufe verlängert den Informationsstau“, so Degenhart. Continental will daher seine Mitarbeiter per Intranet stärker vernetzen.

Von Simone Fasse

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