Produktion und Logistik 07.05.2013, 14:55 Uhr

Deutsche Unternehmen stehen vor neuen Herausforderungen

Aktuell sind deutsche Unternehmen laut der Ende April vorgestellten VDI-Studie „Produktion und Logistik in Deutschland 2025“ gut für die Zukunft gerüstet. Allerdings zeigt die Befragung auch, wo die Ingenieure künftig Veränderungen erwarten.

Produktion wie hier bei Porsche in Leipzig wird sich künftig aufgrund steigender Transportkosten wieder stärker daran orientieren, wo die Produkte gebraucht werden. Und nicht, wo sie am billigsten produziert werden können, so eine neue VDI-Studie.

Produktion wie hier bei Porsche in Leipzig wird sich künftig aufgrund steigender Transportkosten wieder stärker daran orientieren, wo die Produkte gebraucht werden. Und nicht, wo sie am billigsten produziert werden können, so eine neue VDI-Studie.

Foto: dpa/Peter Endig

Die Ergebnisse der jetzt erschienenen VDI-Studie „Produktion und Logistik in Deutschland 2025“ klingen gut. Laut der Befragung von rund 800 Ingenieuren sind deutsche Unternehmen gut gerüstet für den internationalen Wettbewerb und ihre Kompetenzen, insbesondere in den Bereichen Forschung und Ressourceneffizienz, werden auch im Jahr 2025 weltweit gefragt und Wachstumstreiber sein.

Die Befragten gehen davon aus, dass Deutschland für Produktion und Absatz von Produkten auch zukünftig eine große Rolle spielen wird. Zudem nehme die Bedeutung Chinas künftig zu. Russland und Osteuropa wurden dagegen nicht so stark wahrgenommen.

Hohe Transportkosten bringen Produktion zurück

Als Treiber der globalen Produktion sehen die Studienautoren zukünftig verstärkt die steigenden Energie- und Transportkosten. Damit werde das Paradigma der primär lohnkostenorientierten Produktionsverlagerung von dem der lokalen absatzmarktorientierten Produktion abgelöst.

Laut der Studie wird der Wissensaustausch in branchen- und länderübergreifenden Kooperationen mit den Partnern, Forschungseinrichtungen, aber auch Wettbewerbern immer wichtiger. Christian Jacobi, Beiratsmitglied der VDI-Gesellschaft Produktion und Logistik (VDI-GPL) und einer der Initiatoren der Studie, machte dabei im Zusammenhang mit der Globalisierung deutlich: „Unternehmen müssen Produzenten und Dienstleister für die Endfertigung vor Ort als ebenbürtige Partner, nicht als Billiglöhner verstehen. Sie müssen nach Partnern auf Augenhöhe für langfristige Kooperationen suchen. „

Ebenso gewinne die Vermittlung von Wissen im akademischen Bereich und auch gegenüber den immer jünger werdenden Zielgruppen weiter an Bedeutung. Es gelte einerseits Kinder und Jugendliche frühzeitig für technische Berufe zu begeistern und andererseits geeignete Bildungsmaßnahmen für ältere Arbeitnehmer anzubieten.

Fehlende Akzeptanz von Großprojekten

Die Studie kritisiert eine „fehlende gesellschaftliche Akzeptanz“ für neue Technologien in Deutschland. Deutschland verliere den Anschluss, wenn Schlüsseltechnologien zukünftig im Ausland entwickelt und zur Marktreife gebracht werden.

Die Ingenieure fordern daher Verantwortliche in Industrie und Politik zu mehr Offenheit im Umgang mit Großprojekten auf. Jacobi verdeutlichte dazu: „Die Industrie muss Transparenz schaffen, damit Großprojekte von der Gesellschaft akzeptiert werden – durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit, emissionsarme Produktion und integrierende Architektur.“

Die Studie „Produktion und Logistik in Deutschland 2025“, VDI-GLP, 32 Seiten, steht im Internet als PDF-Datei zur Verfügung:

Von Martin Ciupek Tags:

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