Fertigung 12.10.2007, 19:30 Uhr

Automobilhersteller optimieren die Produktion mit Hochfrequenzfunk  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 12. 10. 07, kip – Hocheffiziente Bearbeitungsmaschinen im Automobilbau nutzen nur wenig, wenn falsche Bauteile just-in-time an die Fertigungslinien geliefert werden. Radio Frequency Identification (RFID) als schnelle Kommunikation per Hochfrequenzfunk schließt nicht nur diesen Kostentreiber aus und steigert so die Produktivität, sondern sorgt auch für reibungslose Fertigung bei immer kleineren Serien.

So versieht Ford in seinem Kölner Werk jedes Fahrzeug der Typen Fiesta und Fusion mit einer RFID-Etikette. Die „schlauen“ Funkchips verhindern unter anderem Falschverladungen der Fahrzeuge auf Schiffe, LKWs oder Bahnwaggons. Im BMW-Werk Leipzig wiederum werden fahrerlose Transportfahrzeuge mit unterschiedlichen Funktechnologien – WLAN, RFID und Bluetooth gesteuert. Auch Karosserien und Einbauteile sind inzwischen mit Transpondern ausgerüstet und können so automatisch erfasst werden. Und im VW-Werk Hannover wird die RFID zur Steuerung der Produktionsprozesse eingesetzt und die Organisation der Variantenvielfalt unterstützt: Programmierbare Transponder werden im Presswerk und bei der Karosserieverfolgung in der Wachsflutanlage eingesetzt. Sie sollen dort eine sichere Identifikation gewährleisten und die Verwechselungsgefahr herabsetzen.

Einen ähnlichen Weg verfolgt auch Motorradproduzent Honda Italia in seinem italienischen Werk Atessa und hat auf Basis von RFID-Etiketten eine gläserne Motorradfertigung aufgebaut: Sie dienen der automatischen Echtzeit-Identifizierung aller Motorräder entlang der gesamten Produktionsstraße. So wissen die Produktionsmanager jederzeit, wo sich Lenker, Tanks und Motoren befinden. Das erleichtert es, die Teile genau zur rechten Zeit ans Montageband zu schleusen und die Materialbestände rechtzeitig aufzufüllen. Bei Reklamationen lässt sich leicht zurückverfolgen, wann das Krad gebaut wurde.

„Das individuell konfigurierende Auto, das sich quasi selbst zusammenbaut, würde mit der RFID-Technik viel einfacher realisiert, weil man in den Chip hineinschreiben kann, zu welchem Auto ein Teil jetzt gehört,“ erläuterte Professor Michael ten Hompel, geschäftsführender Leiter des Fraunhofer Instituts für Materialfluss und Logistik (IML): Drohen in einer Automobilfabrik beispielsweise die Windschutzscheiben auszugehen, weiß die Lagerhaltung sofort Bescheid und liefert Nachschub ans Fließband. Vor allem im echtzeitnahen Bereich werde RFID interessant, weiß der Logistikexperte. Etwa, wenn man bei einen Produktionsprozess genau wissen wolle, welche Farbe wie oft auf einem Band verbraucht worden sei.

Die Studie kommt auch zu dem Ergebnis, dass die durch RFID steigende Pro-Kopf-Produktivität dem kostengetriebenen Trend zur Verlagerung der Fertigung ins Ausland entgegenwirkt. „Zudem spielen die Personalkosten in der Automobilindustrie mit einem Anteil von durchschnittlich 18 % eine vergleichsweise geringe Rolle, so dass nicht zu erwarten ist, dass die Investitionskosten für RFID eins zu eins durch Personalabbau kompensiert werden“, betonte Gabriel. EDGAR LANGE/KIP

Ein Beitrag von:

  • Dietmar Kippels

    Redakteur VDI nachrichten im Ressort Produktion. Fachthemen: Maschinenbau, CAD, Lasertechnik

  • Edgar Lange

    Freier Fachjournalist in Düsseldorf. Schreibt vor allem über IT-Themen.

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