Produktion 06.11.2009, 19:43 Uhr

Automatisierungsbranche stellt sich breiter auf  

Zusammen mit wichtigen Abnehmerbranchen erlebte die Automatisierungstechnik in den vergangen Monaten deutliche Absatzrückgänge. Das ist für die Branche ein Grund mehr, sich nun breiter aufzustellen. Auf der Messe SPS/IPC/Drives, Ende November in Nürnberg, wird es daher neben innovativen Produkten auf Lösungskompetenz in neuen Einsatzbereichen ankommen. VDI nachrichten, Düsseldorf, 6. 11. 09, ciu

Für die Industrie gibt es wieder Licht am Horizont: „Die Talfahrt im Auftragseingang ist gestoppt“, verkündete am 29. Oktober der Verband Deutscher Maschinen und Anlagenbau (VDMA), Frankfurt, mit Blick auf die Auftragseingänge im September 2009. Zwar seien gegenüber dem Vorjahresmonat etwa ein Drittel weniger Aufträge verzeichnet worden, der Kurvenverlauf zeige aber eine Stabilisierung auf magerem Niveau. Auch in anderen Branchen scheint der Abschwung vorerst gebremst.

Für die Automatisierungshersteller ist das ein positives Signal, nachdem sie vom Einbruch dieses und anderer Absatzmärkte ebenso in den Abwärtssog gelangten. In der Fabrikautomation registrierte der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI), Frankfurt/Main, im ersten Halbjahr 2009 Umsatzrückgänge von 25 %, nachdem 2008 teilweise noch zweistellige Umsatzzuwächse erzielt wurden. In der Sensorik fielen die Umsätze im ersten Quartal 2009 sogar um bis zu 50 %.

„Am schlimmsten sind die maschinenbaunahen Bereiche betroffen. Weniger dramatisch sind die Rückgänge in infrastrukturnahen Bereichen“, erklärte Roland Bent, Vorsitzender des ZVEI-Fachbereichs Schaltgeräte, Schaltanlagen, Industriesteuerungen, im Oktober die Situation. Es sei allerdings zu beobachten, dass inzwischen einige Kunden ihre drastisch abgebauten Lagerbestände nun wieder aufstockten. Impulse für die kommenden Monate und das Jahr 2010 erhoffen sich die Fachbereichsmitglieder durch Investitionen in regenerative Energien sowie die anhaltende Nachfrage aus China und Indien.

Ein jähes Ende des sechsjährigen Wachstums mit einem kumulierten Anstieg von 50 % verzeichnet aktuell der ZVEI-Fachbereich Elektrische Antriebe. Gegenüber 2008 wird in diesem Jahr mit einem Umsatzrückgang um 28 % auf 7,7 Mrd. € gerechnet. Obwohl die Exporte nach China deutlich gesteigert wurden, konnte das die Gesamtbilanz kaum verbessern. Für 2010 rechnet der Fachbereich mit einem schwierigen Jahr. Als Zulieferer hätten die Hersteller bei einer Konjunkturerholung mit einer Nachlaufzeit von einem halben Jahre zu rechnen.

Nicht ganz so schlimm hat der Einbruch die Prozessautomation getroffen. „In den ersten acht Monaten 2009 lagen die Auftragseingänge in der Messtechnik und Prozessautomatisierung weltweit um durchschnittlich 16 % unter denen im Vorjahreszeitraum“, stellte dazu der ZVEI-Vizepräsident Michael Ziesemer Ende September fest. Bereits für 2010 erwarte die Branche wieder ein moderates Wachstum von 3 % bis 4 %. Besonders vom Trend zur Verbesserung der Energieeffizienz in den Prozessindustrien erwartet sich die Branche hier Impulse. International liefen derzeit noch die Geschäfte im Mittleren Osten und China gut, während sich das Russlandgeschäft extrem schwierig gestalte und Europa sowie die USA keinen klaren Trend zeigten.

Mit beim Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT), Berlin, in Auftrag gegebenen Technologie-Roadmaps lotet der Branchenverband ZVEI inzwischen weitere Wachstumsmärkte aus. Nach der Roadmap 2015+ veröffentlichte der Fachverband nun zwei Roadmaps 2020+ für die Zukunftsmärkte „Wasser und Abwasser“ sowie „Energie“. Eine weitere mit dem Schwerpunkt „Megacities“ soll noch folgen.

Hohe Marktrelevanz beim Thema Wasser identifizierten die Autoren um Dr. Siegfried Behrendt vor allem in den Bereichen der Meerwasserentsalzung, der Trinkwassergewinnung sowie der energetischen Klärschlammnutzung. Anders als in der Industrieautomatisierung ist aber weniger die Verfügbarkeit neuer Technologien der Treiber für neue Konzepte, sondern Faktoren wie der allgemeine Kostendruck, behördliche Forderungen und Gesetze, sagte Behrendt vorige Woche in Frankfurt/Main.

Die größten Chancen für die Automatisierungstechnik im Bereich der Energiegewinnung identifizierte das Autorenteam bei den Schwerpunkten „Smarts Grids“ – also Netzinfrastrukturen, die die zunehmende Zahl an dezentralen Energieerzeugern managen -, Windenergie und Biogas. Auch hier sieht Behrendt die Anbieter mit neuen Akteuren und Investitionsstrategien konfrontiert. Zudem gebe es Parallelentwicklungen und Konkurrenz zu Lösungsanbietern im Energiemarkt, wo viel selbst entwickelt werde.

Chancen wurden insbesondere für die Sensorik und Messtechnik identifiziert. Laut Behrendt werde hier die Nachfrage mit der Verfügbarkeit preisgünstiger Sensorik deutlich steigen. Obwohl die beiden Roadmaps vor allem gute Aussichten für die Prozessautomatisierung zeigten, muss das nicht zwangsweise negativ für die Fabrikautomatisierung sein. Behrendt machte dazu deutlich: „Wir haben das zwar in unserem Roadmap-Prozess nicht direkt erfasst, können aber erkennen, dass die Fertigungsautomatisierung z. B. zunehmend von der Nachfrage aus der Solarzellenproduktion profitiert.“ M. CIUPEK

Von M. Ciupek
Von M. Ciupek

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