Hightech mit Tradition 06.06.2003, 18:25 Uhr

Lasertechnik macht stark bei schwachem Markt

Schon lange erfolgreich im Industrieeinsatz, hat die Innovationskraft des Lasers noch zugenommen. Er stärkt die schwache Konjunktur – wenn die Firmen seine Vorteile konsequent nutzen. Das nötige „Rüstzeug“ wartet auf der Münchener Messe Laser 2003 von 23. bis zum 26. Juni.

Arnold Mayer lässt keinen Zweifel: „Obwohl der Laser fast schon eine traditionelle Schlüsseltechnologie für viele Branchen ist, bleibt der Lasermarkt spannend.“ Denn das Anwendungspotential ist nach Meinung des Geschäftsführers der Unternehmensberatung Optech Consulting in Tägerwilen, Schweiz, höchstens zur Hälfte erschlossen. Was für ihn im Umkehrschluss bedeutet, dass innovative Firmen auf Wachstumsimpulse durch Lasertechnik hoffen können. „Diese Innovationen betreffen sowohl die Laseranwendungen in der Fertigung wie auch seinen Einsatz in Konsumprodukten“, ergänzt Arnold Mayer.
Entsprechend siedelt Berthold Leibinger, geschäftsführender Gesellschafter der Trumpf-Gruppe in Ditzingen die Bedeutung des Lasers für den Standort Deutschland ganz oben an: „Die optische Technologie, insbesondere die Lasertechnik, ist eine der wenigen Zukunftstechnologien, in denen Deutschland einen Spitzenplatz einnimmt. Das gilt vor allem für die Produktionstechnik.“ Als Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Laser im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) führt Gerhard Hein den roten Faden fort. „Diese Querschnittsbranche stärkt den Produktionsstandort Deutschland.“
Welche Langzeitstabilität hinter dem Wachstum einzelner Lasersparten steckt, zeigt ein Blick auf den Weltmarkt von Lasersystemen für die Materialbearbeitung. Der ist zwar nach einer Analyse von Optech Consulting im Jahr 2001 mit 4,4 Mrd. ?¿ gegenüber 2000 um 17 % zurückgegangen. „Doch dem ging ein sehr starkes Wachstum von mehr als 40 % im Jahr 2000 voraus, so dass das Marktvolumen heute immer noch deutlich über dem Niveau von 1999 liegt“, relativiert Arnold Mayer den Rückgang. Und nach wie vor profitiere die Technologie Laser von einem Basis-Wachstumstrend, welcher den konjunkturellen Rückgang teilweise auffangen konnte.
Für Berthold Leibinger hat die deutsche Industrie „den Laser als Werkzeug entdeckt – sie ist auch führend in der Anwendung.“ Die Fähigkeit, Präzision und Qualität in kleinen Serien darzustellen, sei vielleicht die Kernkompetenz der deutschen Industrie. Der Trumpf-Chef hat allerdings eine Warnung parat:: „Schwächen haben wir dort, wo die breite industrielle Anwendung fehlt.“ Neue Halbleiterkonzepte für Diodenlaser beispielsweise würden dort entwickelt, wo die Halbleiterindustrie zu Hause sei, nämlich in den USA und Japan. „Diese Entwicklung müssen wir ernst nehmen, um ein entscheidender Mitspieler zu bleiben“, betont er.
Über die Industrie hinaus stellt die Medizintechnik ein äußerst fruchtbares Anwendungsfeld für den innovativen Lasereinsatz. „Künftig wird der Laser für den Mediziner nicht nur handlicher, technisch unkomplizierter und preisgünstiger, sondern auch ein noch größeres Anwendungsspektrum abdecken“, prognostiziert Raphaela Waidelich, Oberärztin an der Urologischen Klinik und Poliklinik der Universität München. In der Krebsbehandlung beispielsweise würde die photodynamische Therapie für den klinischen Alltag weiterentwickelt und auch gegen tieferliegende Krebstumore einsetzbar sein. Doch die Oberärztin blickt noch weiter in die medizinische Zukunft: „Außerdem wird der Laser durch optische Darstellung von in der Tiefe gelegenen Gewebestrukturen die Mikroskopie am lebenden Menschen ermöglichen und damit der besseren Krebsdiagnose und Tumorzerstörung Vorschub leisten.“ Und per Laser könne der Operateur berührungsfrei mit verringertem Infektionsrisiko hochpräzise und blutarm arbeiten. Das mache den Laser ideal für den Einsatz in der „Schlüssellochchirugie“ – etwa der Endoskopie. Entsprechend klar fällt denn auch Raphaela Waidelichs Fazit aus: “ In der Medizin ist der Laser bereits zum Synonym für minimalinvasive Chirurgie avanciert.“
DIETMAR KIPPELS
Wachstumsmotor: Lasersysteme zur Materialbearbeitung zeigten sich bislang von Konjunkturschwächen unbeeindruckt.
Hightech erhält die Industrie, hier wird ein Farbstofflaser für Anwendungen in der Messtechnik justiert. Foto: Lambda Physik
Laserexperte Mayer:
„Höchstens die Hälfte des Laserpotentials ist bislang erschlossen.“
Foto: Optech Consulting

  • Dietmar Kippels

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