Dawn erreicht Zwergplaneten 15.04.2015, 11:23 Uhr

Düstere Ceres enthüllt ihre Geheimnisse in falschen Farben

Der Zwergplanet Ceres ist von Kratern übersät. Der größte hat einen Durchmesser von 300 Kilometern. Mit Falschfarben-Aufnahmen des Kamerasystems an Bord der Raumsonde Dawn haben die Planetenforscher jetzt zeigen können, dass Ceres aus verschiedenen Materialien besteht.

Dieses Mosaik zeigt den Zwergplaneten Ceres in Falschfarben: Mit sieben Farbfiltern an Bord des Kamerasystems der Raumsonde Dawn analysieren die Planetenforscher in verschiedenen Wellenlängenbereichen, wie Ceres das Licht reflektiert. Die Daten stammen dabei aus der Anflugphase, als Dawn sich dem Zwergplaneten näherte, um am 6. März 2015 in die Umlaufbahn um Ceres einzuschwenken.

Dieses Mosaik zeigt den Zwergplaneten Ceres in Falschfarben: Mit sieben Farbfiltern an Bord des Kamerasystems der Raumsonde Dawn analysieren die Planetenforscher in verschiedenen Wellenlängenbereichen, wie Ceres das Licht reflektiert. Die Daten stammen dabei aus der Anflugphase, als Dawn sich dem Zwergplaneten näherte, um am 6. März 2015 in die Umlaufbahn um Ceres einzuschwenken.

Foto: NASA/ JPL-Caltech/ UCLA/ MPS/ DLR/ IDA

Gerade im Frühling zaubert die Morgendämmerung ja oftmals schöne Farben in den Himmel. Die Raumsonde Dawn, was auf Deutsch Morgendämmerung heißt, hat nun auch Bilder in schönen Farben zur Erde gesendet. Sie zeigen die Oberfläche des Zwergplaneten Ceres, die von der Bordkamera mit sieben Farbfiltern aufgenommen wurden. Die Daten für diese Bilder stammen aus der Phase des Anflugs an den Zwergplaneten, bevor Dawn am 6. März 2015 planmäßig in die Umlaufbahn um Ceres einschwenkte.

Aktive Prozesse haben Ceres geformt

Zu sehen ist wie der ansonsten sehr düstere Ceres das Licht in verschiedenen Wellenlängenbereichen reflektiert. Die Falschfarbenaufnahmen sind ein Beleg dafür, dass die Oberfläche des Zwergplaneten aus verschiedenen Materialien besteht. Aktive Prozesse haben Ceres geformt und dazu geführt, dass  in unterschiedlichen Regionen unterschiedliche Materialien dominieren. „Ceres offenbart immer mehr, dass wir einen spannenden und vielfältigen Himmelskörper untersuchen“, sagt Prof. Ralf Jaumann, Planetenforscher am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und Mitglied im Kamerateam der Dawn-Mission.

Erste wissenschaftliche Phase beginnt in neun Tagen

Am Zwergplaneten angekommen, umrundete Dawn zunächst die sonnenabgewandte Seite von Ceres. Während dieser Zeit konnte die Raumsonde keine Daten und Informationen zur Erde senden. Erst am 10. April 2015 tauchte Dawn wieder auf.

Eine von zwei baugleichen

Eine von zwei baugleichen „Framing Cameras“ vor der Integration in die Raumsonde Dawn: Das Kamerasystem wurde unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Göttingen in Zusammenarbeit mit dem Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin und dem Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze in Braunschweig entwickelt und gebaut.

Foto: DLR

Bei ihren weiteren Runden um Ceres nähert sich die Raumsonde der Oberfläche von 42.000 Kilometern Höhe bis zum 23. April 2015 auf eine Höhe von nur noch 13.500 Kilometern an. Erst bei dieser Distanz beginnt die erste wissenschaftliche Phase. „Dann werden wir auch vielleicht schon die ersten Antworten auf unsere Fragen bekommen“, hofft Jaumann. 

Seltsame helle Flecken geben Rätsel auf

Vielleicht erhalten die Forscher dann auch eine Erklärung für die seltsamen hellen Punkte in der nördlichen Hemisphäre. Der hellste Fleck befindet sich wahrscheinlich in einem Krater von 92 Kilometern Durchmesser. Immerhin konnten die Planetenforscher schon aus der Dichte auf die Beschaffenheit des Zwergplaneten schließen. Daraus ergibt sich, dass Ceres an der Oberfläche eine massive Eishülle trägt – zu etwa 25 Prozent aus Eis besteht. Unter der Eisschicht vermuten die Forscher flüssiges Wasser.

Ceres ist seit 2006 ein Zwergplanet

Ceres ist von Kratern völlig übersät, die auch schon mal einen Durchmesser von 300 Kilometern haben können. Der kleine Zwerg ist gar nicht so klein: Am Äquator hat er einen Durchmesser von 957 Kilometern. Damit ist Ceres das größte Objekt im Asteroiden-Hauptgürtel. Zum Vergleich: Der Durchmesser des Erdtrabanten beträgt 3.476 Kilometer.

Die amerikanische Raumsonde Dawn startete am 27. September 2007. Am 16. Juli 2011 erreichten sie den Asteroiden Vesta und untersuchte ihn bis zum 5. September 2012. Anschließend flog sie zu Zwergplaneten Ceres. Dort kam sie am 6. März 2015 an. Mit der Dawn-Mission werden zum ersten Mal nacheinander zwei Himmelskörper angesteuert und aus dem Orbit erforscht. 

Die amerikanische Raumsonde Dawn startete am 27. September 2007. Am 16. Juli 2011 erreichten sie den Asteroiden Vesta und untersuchte ihn bis zum 5. September 2012. Anschließend flog sie zu Zwergplaneten Ceres. Dort kam sie am 6. März 2015 an. Mit der Dawn-Mission werden zum ersten Mal nacheinander zwei Himmelskörper angesteuert und aus dem Orbit erforscht. 

Foto: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA

Am 1. Januar 1801 entdeckte der italienische Astronom Giuseppe Piazzi das Himmelsobjekt. Lange Jahre fristete Ceres sein Dasein am Firmament als Asteroid, bis er 2006 in die neue Klasse der Zwergplaneten aufstieg, in die gleichzeitig der ehemalige Außenplanet Pluto abstieg.

Erste Ergebnisse in Wien vorgestellt

„Der Zwergplanet war in seiner Geschichte nicht immer nur ein inerter Steinbrocken“, erläuterte Christopher Russell von der Universität Kalifornien (USA) die ersten Ergebnisse der Dawn-Mission vor mehr als 12.000 internationalen Geo-Wissenschaftlern auf der momentan in Wien laufenden Generalversammlung der „European Geosciences Union“. Ceres besteht zu größeren Anteilen aus Kohlenstoff-Verbindungen, ähnelt damit eher den Planeten im äußeren Sonnensystem. Zudem liegt er hinter der Frostgrenze.

Top Stellenangebote

DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH & Co. KG-Firmenlogo
DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH & Co. KG Projektbearbeiter (m/w) Stadtentwicklung Bielefeld
WACKER-Firmenlogo
WACKER Ingenieur (w/m) für das Bauwesen mit dem Schwerpunkt Hochbau / Konstruktiver Ingenieurbau Burghausen
Kistler Instrumente GmbH-Firmenlogo
Kistler Instrumente GmbH Key Account Manager (m/w) Qualitätsüberwachung im Bereich Automotive Manufacturing Sindelfingen, Home-Office
Cargill GmbH-Firmenlogo
Cargill GmbH Project & Process Engineering Manager (m/f) Hamburg-Harburg
THOST Projektmanagement GmbH-Firmenlogo
THOST Projektmanagement GmbH Scheduler / Project Planner (m/f) Stockholm, Västerås (Schweden)
Landeshauptstadt München-Firmenlogo
Landeshauptstadt München Planer/innen für ITK-Netzwerktechnik München
Giesecke + Devrient Currency Technology GmbH-Firmenlogo
Giesecke + Devrient Currency Technology GmbH Diplom-Ingenieur / Bachelor / Master für Maschinenbau (m/w) Leipzig
Landeshauptstadt München-Firmenlogo
Landeshauptstadt München Mitarbeiter/innen für Energiemanagement und Anlagenoptimierung in städtischen Gebäuden München
Peek & Cloppenburg KG-Firmenlogo
Peek & Cloppenburg KG Projektleiter (M/W) Facility Management Baubereich Düsseldorf
Schweizer Electronic AG-Firmenlogo
Schweizer Electronic AG Qualitätsingenieur (m/w) Schwerpunkt Messtechnik-Leistungselektronik Schramberg