Gründer 08.04.2005, 18:38 Uhr

Die Aachener Laser-Connection  

In der Lasertechnik steckt nach wie vor ein riesiges Potenzial, das beweisen nicht zuletzt Jungunternehmer aus dem Umfeld des Fraunhofer Institut für Lasertechnik (ILT). Hilfreich zur Seite steht ihnen PhotonAix e.V. – das Kompetenz-Netzwerk für Optische Technologien und Systeme. Dieser Zusammenschluss will die Optischen Technologien im Aachener Raum weiter voranbringen.

Die Zeit ist reif, war Christoph Over mit seinen Partnern vor einem Jahr überzeugt, dass die Technik des „Direkten Laserformens“ eine eigene Firma tragen würde. Am ILT arbeitete der inzwischen promovierte Maschinenbauingenieur in gemeinsamen Projekten mit der Industrie und beschäftigte sich bereits seit fünf Jahren mit dem „Direkten Laserformen“, – bei dem, ausgehend von 3D/CAD Daten, Bauteile aus pulverförmigen metallischen Serienwerkstoffen schichtweise aufgebaut werden. „Wir wollten mit zu den Ersten gehören, die Fertigung mit diesem Verfahren sowie entsprechendes Engineering anbieten“, berichtet Christoph Over.

Die Idee, metallische Werkstoffe beim Laserformen einzusetzen, entstand am ILT, doch erst die Firmengründung schaffte die Basis für ernsthafte Verhandlungen mit großen Unternehmen, den potenziellen Partnern. „Jetzt, wo ich eine GmbH vertrete, wird mir auf einmal ganz anders zugehört,“, konstatiert Christoph Over. Nach den ersten laufenden Aufträgen soll sich als Nahziel die wenige Monate alte Firma erst einmal etablieren, sollen Strukturen entstehen, die es ermöglichen, „nicht alles selbst machen zu müssen.“

Längst Lehrgeld bezahlt haben Dirk Hänsch und seine beiden Mitgesellschafter der Prolas Produktionslaser GmbH, die einst beim Bier darüber nachdachten, welche ihrer Forschungsthemen am ILT im Rahmen eines eigenen Unternehmens wirtschaftlich verwertbar seien. Nach Gründung der Firma, 1998, gab es deshalb mehrere Arbeitsschwerpunkte, berichtet Dirk Hänsch. Doch auch der schönste Businessplan wird in der harten Realität manchmal schnell zur Makulatur.

„Wir wollten niemals Anlagen bauen“, berichtet Dirk Hänsch, aber ausgerechnet der Anlagenbau sorgt jetzt für die größten Umsätze der Firma, die mit ihren inzwischen 22 Mitarbeitern längst aus dem ILT ausgezogen ist.

„Wir hatten früher tolle Ideen, was wir noch alles machen können, waren davon selbst ganz begeistert, und mussten dann feststellen: So frei ist man nicht, der Markt sagt, was er braucht, daran orientiert man sich“.

Dass neben ihm eine laserbearbeitete Heckleuchte für das letzte Porschemodell liegt, hat mit einer anderen Erfahrung zu tun. Bei der Präsentation eines Produktionslasers ist es häufig schwierig, wirklich erklären zu können, welche Vorteile diese Technik bietet. Schließlich sieht, hört und riecht man nichts, wenn der Laser arbeitet. Erst das fertige Werkstück vermag dann meistens zu überzeugen.

„Existenzgründung zu fördern, gehört einfach zu unseren Aufgaben. Wenn jemand eine gute Idee hat und sich selbstständig machen will, nutzen wir unser Netzwerk. Wir helfen, das Ausgründen so optimal wie möglich zu gestalten“, erläutert Axel Bauer, Leiter Marketing und Kommunikation des ILT. Dazu gehöre das Vermitteln potenzieller Finanziers, das Bereitstellen geeigneter Räumlichkeiten im eigenen Haus und unkomplizierte Kooperationsverträge in der Startphase. Wichtig sei auch die fachliche Nähe zu den alten Kollegen bei Fraunhofer und der immer mögliche Austausch mit denen, die bereits Erfahrungen mit eigenen Unternehmen sammeln konnten.

Der promovierte Physiker Keming Du arbeitete bereits seit 1985 für das ILT und leitete zuletzt die Abteilung Festkörper und Diodenlaser. Dort wurde das Konzept für den so genannten Slab-Laser entwickelt, der im Vergleich zu herkömmlichen Lasern über besondere Eigenschaften verfügt: kurze Pulsdauer und hohe Pulsspitzenleistung, hohe Strahlqualität sowie hohe Leistung und Skalierbarkeit. So lassen sich verschiedene Materialien präzise und fein bearbeiten. Trotzdem bot Du seinen Laser wie Sauerbier an.

„Wir haben dann gesagt: Wenn die Industrie das nicht haben will, dann machen wir es eben selbst“, berichtet Keming Du, der fast schon zum lebenden Inventar des ILT gehörte, rund 60 Patente in seinem Forscherleben anmeldete, und trotz der Risiken den Mut hatte, etwas anderes anzufangen und ein eigenes Unternehmen zu gründen. Aber auch als Geschäftsführer der vor zwei Jahren gegründeten EdgeWave GmbH konnte Keming Du erste Erfolge verbuchen. Ein großer Deal mit einem US-amerikanischen Unternehmen ist unter Dach und Fach und mittlerweile zwölf Mitarbeiter haben viel zu tun – neue sollen bald dazu kommen, um nicht zuletzt für neue Innovationen zu sorgen. MANFRED BURAZEROVIC

Umsatzplus für Lasertechnik

Der Gesamtumsatz im deutschen Lasergeschäft stieg 2004 um 12,2 %. In den nächsten fünf Jahren werden für die Optischen Technologien insgesamt jährliche Wachstumsraten von 10 % erwartet, meldete der Deutsche Industrieverband für optische, medizinische und mechatronische Technologien e.V., Spectaris. Die Mehrheit der Unternehmen geht für 2005 von einem Zuwachs im Inlandsgeschäft von 5 % und beim Export von 15 % aus. Nach Schätzungen hält Deutschland mit einem Wert von rund 25 Mrd. € einen Weltmarktanteil von 25 %. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung lagen 2004 bei durchschnittlich fast 10 %, die Zahl der Beschäftigten in der Industrie für Laser und Optische Komponenten stieg 2004 um 3 % auf 41 140. MB

Von Manfred Burazerovic Tags:

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