Optoelektronik 14.03.2008, 19:33 Uhr

Deutsche Laserbranche zielt auf den Riesenmarkt China  

Auf der Messe „LASER 2008. World of Photonics China“ vom 18. bis 20. März startet erstmals die Sonderschau „German World of Laser & Photonics“mit rund 50 Ausstellern, die ihre Leistungsfähigkeit rund um optische Technologien präsentieren wollen. Welche Chancen der fernöstliche Riesenmarkt innovativen Firmen bietet, erläutert Johannes Hain, Aussteller-Präsident und Leiter des Geschäftsbereichs Optische Materialien bei Schott in Mainz.

Hain: Der chinesische Markt für Photonik entwickelt sich rasant. Das Reich der Mitte ist eine der wichtigsten Exportnationen für optische und optoelektronische Produkte. Doch nicht nur als Exporteur hat das Land an internationaler Bedeutung gewonnen, sondern auch als Anwender. Um den stark wachsenden inländischen Markt bedienen zu können, haben bereits rund 500 der weltweit führenden Branchenunternehmen Joint Ventures gegründet oder eine eigene Niederlassung im Land eröffnet.

VDI nachrichten: Welche Rolle spielt die Automobilindustrie in diesem Zusammenhang?

Hain: Ein Motor für diese Entwicklung sind Chinas Ambitionen in der Automobilfertigung, denn sie gilt als ein Haupteinsatzgebiet für moderne Laserfertigungstechnik. So sorgen neben der heimischen Automobilindustrie auch die großen europäischen, japanischen und US-amerikanischen Hersteller, die in China produzieren, für eine gestiegene Nachfrage nach Lasertechnik. Bemerkenswert ist auch Chinas Rolle als Produzent von Laserkristallen. Hier hat das Land bereits weltweiten Ruf erlangt.

VDI nachrichten: Wie innovativ ist die chinesische Optikindustrie?

Hain: Der Bedarf an hochqualitativen optoelektronischen Komponenten in China wird laut Expertenvorhersagen auch in den kommenden Jahren um bis zu 40 % zunehmen. Es darf jedoch nicht vergessen werden, dass die Marktentwicklung zu einem Großteil auf die Hilfe von Know-how-Transfer aus dem Ausland und insbesondere aus Deutschland zurückgeht. Auch in den kommenden Jahren wird China, aufgrund mangelnder originärer Technologien, stark auf das Know-how und die Innovationen ausländische Lieferanten angewiesen sein.

VDI nachrichten: In welchen Bereichen ergeben sich gute Chancen für die deutsche Industrie?

Hain: Laut dem deutschen Industrieverband für optische, medizinische und mechatronische Technologien, Spectaris, exportierte Deutschland 2006 optische Produkte und Technologien im Wert von 49 Mio. € nach China. Von 2006 auf 2007 ist die Ausfuhr optischer Komponenten nach China erneut um 20 % gestiegen. Eine besonders hohe Nachfrage ist in den Bereichen Medizintechnik, Informations- und Kommunikationstechnik sowie bei halbleiterbasierter Beleuchtung zu verzeichnen.

VDI nachrichten: Welche Ziele verfolgt die Sonderausstellung „German World of Laser & Photonics“?

Hain: Für Deutschland ist es wichtig, die gute Stellung im Markt auch in Zukunft zu behaupten und die Zusammenarbeit mit China weiter zu stärken. Dies ist ein Grund dafür, dass sich deutsche Aussteller dieses Jahr erstmalig auf der Sonderschau „German World of Laser & Photonics“ in Shanghai besonders positionieren. Auf der Sonderausstellung präsentiert sich die deutsche Optikindustrie, angefangen von Unternehmen bis hin zu Universitäten und Forschungseinrichtungen, um den chinesischen Markt weiter für sich zu erschließen und die Zusammenarbeit mit chinesischen Unternehmen und Institutionen auszubauen.

VDI nachrichten: Welche Perspektiven gibt es für die deutsch-chinesische Zusammenarbeit?

Hain: Die Zusammenarbeit mit chinesischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen, beispielsweise in Form von multinationalen Entwicklungs- und Anwendungszentren, zahlt sich aus. Als Kompetenzcenter sind sie Wegbereiter für die marktnahe Anpassung und Entwicklung innovativer Technologien. Ein Wissenspool ist beispielsweise das Application Center Asia (ACA) von Schott in Suzhou. Hier konzentrieren wir uns auf die Entwicklung kundenspezifischer Anwendungen, die wir gemeinsam mit unseren Partnern aus der Wirtschaft und der Wissenschaft vorantreiben.

VDI nachrichten: Lohnt sich eine Präsenz in China?

Hain: Auf jeden Fall. Eine lokale Niederlassung erleichtert den Zugang zu Kunden, Partnern sowie den Forschungs- und Entwicklungszentren enorm und stärkt damit die Möglichkeit, von den Chancen im chinesischen Markt zu profitieren.

VDI nachrichten: Wie könnte der Start für einen Mittelständler in China aussehen?

Hain: Wollen Mittelständler dort aktiv werden, ist es zu Beginn ratsam, mit einem Representative-Office zu starten und den Kontakt zu anderen Unternehmen der Branche zu pflegen. „Guanxi“, das Agieren in Netzwerken, sind die vielen Spezialunternehmen bereits aus Deutschland gewohnt. Denn die Anwendungsentwicklung im Bereich der Hochtechnologie ist komplex, kostenintensiv und birgt immer auch Risiken, die gemeinsam mit Partnern besser gemeistert werden. Generell gilt jedoch: Beim Einstieg in Asien braucht man einen langen Atem.

VDI nachrichten: Welche Rolle spielt dabei der Schutz geistigen Eigentums?

Hain: Der Schutz geistigen Eigentums ist leider noch nicht in vollem Umfang gewährleistet. Die chinesische Regierung ist ernsthaft bemüht, die Rechtssicherheit für ausländische Unternehmen zu verbessern und der Kopierfreudigkeit der chinesischen Unternehmen einen Riegel vorzuschieben. In diesem Zusammenhang ist es natürlich unabdingbar, dass Rechtsverletzungen geahndet werden und Konsequenzen nach sich ziehen müssen. Eine klare Rechtssituation und ihre Umsetzung sind die Grundlage jeglicher Geschäftsbeziehungen. Auch chinesische Unternehmen werden davon in ihrem eigenen Land und im internationalen Business profitieren. KIP

  • Dietmar Kippels

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