Hochgeschwindigkeitskamera 26.09.2013, 14:55 Uhr

17.000 Bilder in der Sekunde aufzeichnen

Edgertronic, ein amerikanisches Start-Up-Unternehmen aus dem Silicon Valley in Kalifornien, hat eine Hochgeschwindigkeitskamera entwickelt, die als Spitzenleistung mehr als 17 000 Bilder in der Sekunde aufzeichnen kann. Besonders bemerkenswert ist zugleich, dass diese neue Kamera zu einem Preis von knapp unter 5000 US-Dollar angeboten werden soll. 

Slow Motion: Die vom amerikanischen Startup Edgertronics entwickelte Kamera schafft mehr als 17.000 Bilder pro Sekunde. Das nötige Geld für die Serienproduktion versucht das Unternehmen über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter einzusammeln. 

Slow Motion: Die vom amerikanischen Startup Edgertronics entwickelte Kamera schafft mehr als 17.000 Bilder pro Sekunde. Das nötige Geld für die Serienproduktion versucht das Unternehmen über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter einzusammeln. 

Foto: Screenshot ingenieur.de

Zeitlupen-Kameras sind bisher ausgesprochen teuer. Der Preisrahmen reicht von 10.000 US-Dollar am unteren Ende bis zu 60.000 US-Dollar am oberen Ende. Dabei können für besondere Zwecke – etwa für Spielfilm-Produzenten oder für die wehrtechnische Entwicklung – umgerüstete Zeitlupen-Kameras noch ungleich viel mehr kosten.

Von ihrer Bildaufnahmeleistung her ist die Edgertronic-Kamera überaus flexibel. Je niedriger die Bildauflösung gewählt wird, desto höher fällt die Aufnahmeleistung je Sekunde aus. Die höchste Bildauflösung beträgt bei der Edgertronic 1280 x 1024 Pixel. Das lässt die Aufzeichnung von 494 Bildern in der Sekunde zu. Die niedrigste Bildauflösung liegt dagegen bei 192 x 96 Pixel, was schließlich die Aufzeichnung von 17.791 Bildern in der Sekunde ermöglicht.

Aufzeichnung allerdings erst über einen internen Puffer

Während die teureren Kameras in der Regel auch in Full-HD arbeiten können, benutzt die Edgertronic einen speziellen CMOS-Sensor, der das Videomaterial zunächst in einem internen Puffer und später auf einer SD-Karte im sogenannten h.264 Code speichert. Die Speicherkapazität liegt dabei bei der Aufnahmeleistung von acht Sekunden Betriebszeit der Edgertronic-Kamera. Die Belichtungszeiten der Edgertronic reichen von einer Höchstdauer von einer Zehntelsekunde bis zu einer Mindestdauer von nur einer Zweihunderttausendstelsekunde. Möglich sind dabei sowohl farbige Aufnahmen wie auch monochrome Aufnahmen. Die Bajonet-Fassung der Edgertronic erlaubt das Aufsetzen von Nikon 50 Millimeter F-Objektiven.

Steuerung über einen Webbrowser möglich

Die Edgertronic-Kamera besitzt einen eigenen Webserver und lässt sich über einen Webbrowser steuern. Die Anbindung an den Rechner geschieht über LAN. Die Edgertronic-Kamera verfügt nicht über einen eigenen Display-Monitor. Das erklärt auch die für eine Hochleistungskamera ungewöhnlich kleinen Abmessungen: Das Kameragehäuse ohne aufgesetztes Objektiv misst nur 111 x 108 x79 Millimeter. Die Edgertronic wiegt ohne Objektiv nur 862 Gramm.

Finanzierung der Serienproduktion noch nicht gesichert

Da es sich bei Edgertronic um ein Start-Up-Unternehmen handelt, verfügt die Gesellschaft nicht über die Mittel zur Aufnahme der Serienproduktion der Kamera. Edgertronic ist zurzeit auf Geldsuche und scheint – mit aller Vorsicht – etwa die Hälfte der erforderlichen Mittel als Zusagen zusammenbekommen zu haben. Eine Produktionsentscheidung für die Edgertronic-Kamera könnte noch im Oktober dieses Jahres fallen.

Von Peter Odrich Tags:

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