Nanotechnologie 17.03.2006, 18:43 Uhr

„Wir bauen die Augen, mit denen man in die Nanowelt schauen kann“  

VDI nachrichten, Taunusstein, 17. 3. 06, elb – Die Omicron NanoTechnology GmbH ist weltweit einer der führenden Hersteller auf den Gebieten der Rastersondenmikroskopie im Ultrahochvakuum (UHV), auf dem Gebiet der Elektronenspektroskopie sowie bei der Kombination von Multi-Technik-Oberflächenanalytik im UHV. Geschäftsführer und Gründer Norbert Nold erläutert seine Wachstumsstrategien auf dem Nanotechnologie-Markt.

Nold: Streng genommen ist Nanotechnik nichts anderes als Technik im Nanometermaßstab, also im Bereich von einem Millionstel Millimeter. Das klingt unvorstellbar klein, technologisch stoßen wir aber zum Beispiel mit neuen Fertigungsverfahren für Computerchips schon in diese Bereiche vor. Die Herausforderungen, die sich dabei stellen, kann man sich leicht vorstellen. Es geht darum, Produkte und Produktion in Nanometermaßstäbe zu übertragen, und zwar mit den damit verbundenen Anforderungen an Fertigungspräzision und Maßtoleranzen.

Dies alles muss zunächst erforscht werden, und genau das ist beispielsweise ein Gebiet, in dem unsere Produkte schon heute, aber auch mittel- und langfristig eingesetzt werden. Wir stellen Systeme und Instrumente her, mit denen man Materialien und Oberflächen in den oben beschriebenen Genauigkeitsbereichen untersuchen kann – mit verschiedensten Methoden und in unterschiedlichsten Anordnungen.

VDI nachrichten: Was für Kunden bedienen Sie?

Nold: Zwar stammt unser Kundenkreis nach wie vor zum ganz überwiegenden Teil aus der universitären Forschung, wir erkennen aber, dass sich das wandelt, und sich mehr und mehr Industriekunden für unsere Lösungen interessieren.

VDI nachrichten: Ich selber habe meines Wissens noch nie ein Nanotech-Produkt gesehen, geschweige denn gekauft. Welche Anwendergruppen werden von Omicron bedient?

Nold: Hinter dem Stichwort „neue Materialien“ mit neuen verbesserten Materialeigenschaften verbergen sich zum Beispiel Weiterentwicklungen im Bereich der Halbleitertechnologie, die uns täglich begegnen – meist ohne dass man sie offen wahrnimmt. Unsere Nanoanalytik ermöglicht zum Beispiel die Charakterisierung und Untersuchung dieser neuen Materialien im Nanometermaßstab, unabhängig davon, ob das nun in der Forschung und Entwicklungsabteilung oder bei der Qualitätskontrolle erfolgt. Wir bauen – wenn Sie so wollen – die Augen, mit denen man in die Nanowelt schauen kann.

VDI nachrichten: Omicron ist in den vergangenen Jahren schon rasant gewachsen und inzwischen einer der Weltmarktführer bei gleich mehreren Produkten in diesem Technologiebereich. Wie erklären Sie sich diesen Erfolg?

Nold: Wir haben unsere Produkte immer in ganz engem Kontakt mit unseren Kunden entwickelt. Da unsere Kunden ausnahmslos an der absoluten Spitze der Forschungsentwicklung stehen, entwickeln wir somit ständig Systeme, die den allerneuesten Trends bei den verschiedenen Untersuchungsmethoden entsprechen. Unsere Instrumente und Systeme sind entweder die ersten ihrer Art oder wesentliche Weiterentwicklungen gegenüber dem Stand der Technik.

VDI nachrichten: Die Welt ist groß, wenn man nur 200 Mitarbeiter hat. Ist Ihr Markt so klein oder haben Sie sich einfach nur für Ihr Segment optimal aufgestellt?

Nold: Sie haben Recht, wir verkaufen unsere Produkte in einem sehr spezialisierten Nischenmarkt. Im Wesentlichen sind es Wissenschaftler, zu denen wir insbesondere durch ein verhältnismäßig großes Netz von Vertretungen vor Ort, durch den Besuch sehr vieler Fachkonferenzen oder durch direkte Kundenbesuche den Kontakt halten und pflegen. Außerdem haben wir weltweit ein großes Netz von Omicron-Repräsentanten. Besonders deutlich wird das am asiatischen Markt. Seit Ende der 80er-Jahre sind wir zum Beispiel in Japan mit eigenen Mitarbeitern bei unserem japanischen Agenten vertreten. Darüber hinaus haben wir Agenten in Südkorea, Taiwan, Singapur, Indien und China. Da sich vor allem die asiatischen Märkte im Vergleich zu Europa – und insbesondere im Vergleich zu Deutschland – sehr stark entwickeln, haben wir ergänzend vor etwas mehr als einem Jahr in Hongkong ein Omicron-Office eröffnet.

VDI nachrichten: Welches sind Ihre bedeutendsten Wettbewerber?

Nold: Wir haben eine verhältnismäßig kleine Anzahl an Wettbewerbern und die nur jeweils in Teilbereichen bei einzelnen Analysemethoden. Anders sieht das aus, wenn man so genannte Multi-Technik-Systeme betrachtet, also Systeme, in denen mehrere Techniken zusammengefasst sind. Bei derartigen Analysesystemen hat Omicron eine absolute Sonderstellung auf dem Weltmarkt.

VDI nachrichten: Ist der Standort Deutschland für Sie eine passende Produktionsbasis?

Nold: Ja, der Standort Deutschland bietet nämlich qualifizierte und engagierte Mitarbeiter.

VDI nachrichten: Wie haben Sie das Unternehmen aufgebaut und finanziert?

Nold: Das Unternehmen ist von mir und natürlich auch von meinen Mitarbeitern aufgebaut worden. Es ist während der gesamten Firmengeschichte weitgehend aus Eigenmitteln, also aus erwirtschaftetem Kapital und unter Inanspruchnahme geringer Fremdfinanzierung weiterentwickelt worden. Die Eigenkapitalquote liegt bei mehr als 50 %! Wir sind dadurch bei allen wichtigen Unternehmensentscheidungen unabhängig von Fremdinvestoren – was vor allem bei der Entwicklung der Produktpalette relevant ist.

VDI nachrichten: Sie bezeichnen sich selbst als „Scientific Company“. Was verstehen Sie darunter?

Nold: Wir sind geprägt durch einen sehr hohen Personalanteil an Naturwissenschaftlern und Ingenieuren und sprechen daher mit unseren Kunden die gleiche Sprache – quasi von „Scientist zu Scientist“.

VDI nachrichten: Können Sie uns einen Ausblick auf Ihr Geschäft und die Nanotechnik in zehn Jahren geben?

Nold: Wir stellen fest, dass immer mehr Kunden komplexe Systeme wünschen, in denen sie vielfältige Methoden für die Nanoanalytik miteinander kombinieren, um damit nicht nur einzelne Analysemethoden anzuwenden, sondern auch immer komplexere Prozesse zu untersuchen.

Im Hinblick auf den absehbaren Einzug der Nanotechnik in immer mehr und immer alltäglichere Produkte ist das nachvollziehbar. Deutschland muss das bei seinen Ausgaben für Forschungsmittel stärker berücksichtigen, sonst gefährden wir unseren Spitzenplatz in der Nanotechnik. Omicron ist auf diese Entwicklung mit seinem Produktprogramm, aber auch mit seinen Entwicklungen und seinen Mitarbeitern schon jetzt bestens vorbereitet. GEORG STANOSSEK

Von Georg Stanossek

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