Nanotechnologie 25.06.2004, 18:31 Uhr

Nanotechnik birgt Megapotenziale

VDI nachrichten, München, 25. 6. 04 -Solarzellen, die auf das Blech von Autos aufgedampft werden, Lacke, die die Beschlagneignung von Scheiben verhindern, und solche für Motorenkomponenten, die die Maschinen langlebiger und zuverlässiger machen – die Nanotechnik soll es richten. Der Kongress „Nanotrends“ in München war die Börse für neue Produkte und Anwendungen.

Der Nanotechnik wird das Potenzial zugesprochen, ganze Industriezweige zu revolutionieren. Allein im Automobilbau sind die Möglichkeiten der Technik im Nanometerbereich (0,000  000 001 m bzw. 0,000 001 mm) breit gefächert. Mit der Einführung des Nanolacks hat beispielsweise DaimlerChrysler einen ersten Schritt bereits getan.
„Die Visionen der Entwicklungsingenieure gehen jedoch noch weit über eine bloße Verbesserung der Kratzempfindlichkeit hinaus“, sagte Dr. Ulf König, Forscher bei DaimlerChrysler, auf dem Kongress „Nanotrends 2004“, der vom 26. – 28. Mai in München von der IIR Deutschland veranstaltet wurde.
Auf dem Kongress informierten 48 Wissenschaftler und Industrievertreter rund 160 Führungskräfte über neueste Anwendungen und Produkte der Nanotechnik. Dazu gehörten aufsprühbare Solarzellen, an denen in Labors bereits getüftelt wird. Sie könnten an heißen Tagen die Klimaanlage mit Strom versorgen und so indirekt den Kraftstoffverbrauch senken und das Autofahren noch komfortabler machen.
Eisenpartikel im Nanometerbereich sollen dem Kraftstoff beigemischt werden, um eine noch effizientere Verbrennung zu realisieren. Unklar ist jedoch noch, ob und in welcher Weise die ultrakleinen Ferrumpartikel die Abgasemission beeinflussen. Langfristig sei das Ziel von DaimlerChrysler, die Nanotechnologie zu nutzen, um die Autos noch sicherer und vor allem noch umweltverträglicher, „eco-friendly“, zu gestalten, so König.
Auf funktionale Beschichtungen als zentrales Anwendungsgebiet der Nanotechnologie setzt die Firma Nanogate. Diese können, mit unterschiedlichen Eigenschaften ausgestattet vielseitig etwa im Automobil eingesetzt werden. Z. B. sollen auf Fenster aufgebrachte neuartige Lacke das Beschlagen vollständig verhindern. Andere Nonolacke würden speziell für Motorenkomponenten designt. Mit ihnen wollen die Entwickler die Lebensdauer und die Zuverlässigkeit von Motoren beträchtlich steigern.
Die neue Technologie, mit ihren viel versprechenden Entwicklungstendenzen, erzeugt aber auch Angstgefühle, weil aus Produkten und Verfahren eines derart jungen Bereichs möglicherweise Gefahren für Mensch und Umwelt resultieren könnten. Dr. Douglas Paar, Wissenschaftler von Greenpeace Großbritannien, wies darauf hin und mahnte, sich frühzeitig auch mit dieser Problematik auseinander zu setzen.
Auf dem Münchner Kongress war das Gefühl von Aufbruchstimmung fast greifbar. Einige Kongressbesucher gaben sich beruhigt, dass trotz der sehr guten Ausblicke in der Nanotechnik noch keine Hektik aufgekommen sei, „man könne bereits einen Trend verpasst haben“.
Unternehmen, die Nanotechnologie zur Hauptaufgabe ihrer Unternehmenstätigkeit gemacht haben, wollen dagegen Trends bereits vorweg genommen haben. Mit ihnen rechnet beispielsweise die Activest Investmentgesellschaft Luxembourg S.A. Sie legte am 4. November 2002 den Fond Activest Lux NanoTech auf. Der Aktienfonds investiert weltweit in Unternehmen, die sich mit der Erforschung und Erzeugung von Strukturen im Nanobereich beschäftigen. Vier Monate nach seiner Auflage überwandt er ein Tief (März 2003: – 16,9 %) und strebte dann seinem bisherigen Bestwert entgegen: + 62,1 % am 23. Januar 2004 (Performence vo  22. Juni: + 31,3 %).
Die Zeichen der Zeit stehen auf  klein, kleiner, Nano. In der Nanotechnologie wird ein Megapotenzial gesehen. Doch die Umsetzung der nanotechnischen Chancen hänge nicht allein von Wissenschaftlern und Ingenieuren, sondern ebenso sehr von Entscheidern in Wirtschaft, Industrie und Politik ab, hieß es in München. Es seien eben auch ethische Aspekte zu diskutieren und gesetzliche Grundlagen zu schaffen. T. WILDHAGE/WOP

Von T. Wildhage/Wolfgang Pester

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