Unternehemensporträt Nascatec 17.12.2004, 18:35 Uhr

Mega-Erfolg mit Mikrosystemen

VDI nachrichten – Wolfgang Barth und Thomas Debski waren von dem Wunsch nach Unabhängigkeit und dem Glauben an sich selbst beseelt, als sie die Nascatec Technologies GmbH ins Leben riefen. Im Schoße der Uni Kassel hat es ihre Existenzgründung zum Weltmarktführer gebracht.

Einer Ameise die Barthaare zupfen?Für Diplom-Physiker Wolfgang Barth und seinen Freund und Kollegen Dr.-Ing.Thomas Debski ist das kein Problem, denn ihr Arbeitsgebiet ist die Nanotechnologie. 2000 gründeten die beiden in Kassel die Nascatec Technologies GmbH, die sich zu einem weltweit operierenden Hersteller von Sensoren für leistungsfähige und innovative, hochauflösende optische Mikroskope und Rastersonden-Mikroskope entwickelt hat, und sich sogar Weltmarktführer im Bereich der optischen Nahfeldmikroskopie nennen darf.

„Selbstbewusstsein, der Glaube an unsere Fähigkeiten, vor allem aber der Wunsch nach Unabhängigkeit und die Hoffnung, dass es wenigstens für Miete und Spaghetti reichen würde“, motivierten die Studienfreunde 2000 zum Schritt in die Selbstständigkeit.Das dafür notwendige Startkapital gewannen sie 2000 beim nordhessischen Innovationswettbewerb „promotion“.

Als wissenschaftliche Mitarbeiter von Prof.Dr.Rainer Kassing am Lehrstuhl für technische Physik der Universität Kassel hatten die beiden schnell erfasst, dass ihr Forschungsgebiet Basis für ein eigenes Unternehmen werden könnte.“Die Nanotechnologie birgt ungeheure Chancen.Kaum eine technologisch orientierte Branche wird langfristig ohne diese Wissenschaft auskommen“, so Debski.

Unterstützt von ihrem Mentor Kassing wagten sie den Start.Durch einen langfristigen Kooperationsvertrag mit der Universität Kassel stehen ihnen Labor, Reinraum und ein umfangreicher Maschinenpark zur Verfügung, den sie für Entwicklung und Produktion nutzen.“Mehrere Millionen Euro zum Aufbau eigener Labors haben wir einfach nicht“, erläutert Barth.

Nascatec – Hessen Champion des Jahres 2004
Seit kurzem kann sich Nascatec über den Titel „Hessen Champion 2004“ freuen.Das Unternehmen erzielte den dritten Platz bei dem Wettbewerb „Hessen-Champions“, den die hessische Landesregierung und die hessische Wirtschaft alljährlich ausschreiben.Ausgezeichnet werden Betriebe, die mit einem Produkt oder einer Dienstleistung europa- oder sogar weltweit führend sind.Ein Jahr lang erhalten die Sieger-Unternehmen systematisch Unterstützung bei ihrer Öffentlichkeitsarbeit.

Anfangs noch allein, arbeiten sie inzwischen mit Unterstützung von drei Halbtagskräften, die derzeit an der Uni Kassel studieren oder promovieren.Die ersten Vollzeit-Jobs für Physiker und Ingenieure wurden gerade ausgeschrieben, denn das Unternehmen hat sich – dank des Einsatzes von Debski und Barth – am Markt gut etabliert.

Nachtschichten im Labor in der Uni sind für die beiden Unternehmer fast schon normal.Vor Verhandlungen mit den Banken haben sie längst keine Angst mehr, auch wenn sie dank der Kreditvergaberichtlinien nach Basel II horrende Zinsen in Kauf nehmen müssen.Auch im Umgang mit der Bürokratie sind sie nun fit.

Liebäugelten sie in der Aufbauphase noch mit Venture-Capital, sind die beiden heute froh, dass sie in der Startphase keine Investoren fanden.“So manchem Unternehmen ging schon die Puste aus, weil der Kapitalgeber sich plötzlich scheinbar lukrativeren Investitionen zuwandte“, stellte Barth fest.“Wir können dagegen immer nur das ausgeben, was wir auch verdienen“, betont Debski.

So manches Kundengespräch hat Barth schon nachts am Telefon auf der Bettkante sitzend geführt.“Man muss auch für Interessenten aus Fernost oder den USA erreichbar sein, und die denken nicht immer daran, welche Uhrzeit wir gerade haben.“Dass der Einsatz der beiden auch von den Familien viel Verständnis verlangt, steht außer Frage.“Partner und Kinder müssen viel zurückstecken, weil die Firma meistens Vorrang hat, will man Kunden nicht verprellen“, so Barth.

Neben vielen weltweit tätigen Industrieunternehmen und Forschungseinrichtungen in den Materialwissenschaften, Life Sciences und in der Nanotechnologie – darunter der japanische Konzern Seiko und der Reifenhersteller Continental – setzt auch die Nasa auf Produkte aus Kassel.Nascatec liefert Sensoren, die im Rahmen der Nasa Stardust-Mission im geophysikalischen Institut der Carnegie Institution of Washington zur Untersuchung von extraterrestrischen Materialien eingesetzt werden.Dank Nascatec können die wertvollen Weltraumpartikel im Nanometerbereich störungsfrei analysiert werden.Die Staubteilchen sollen neue Erkenntnisse liefern über den Ursprung unseres Sonnensystems.

Wenn es um die Analyse und das Erfassen kleinster Strukturen geht, ist Nascatec eben der richtige Ansprechpartner.Barth: „Wir wissen genau, wie man im Nanokosmos arbeitet, nicht nur mit hochpräzisen, winzigen Mikrogreifern.“

Ein Beitrag von:

  • Maja Becker-Mohr

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