Photokina in Köln 21.09.2016, 15:59 Uhr

Mit Karma abheben und mit Polaroid sofort handfeste Ergebnisse

Da sind sie wieder, die Gespräche über Lichtstärke, Brennweite und Zoom-Bereiche, über Crop-Faktor und Sensoren: Die Photokina, die weltweit bedeutendste Messe für Fotografie, hat ihre Pforten geöffnet. Noch bis Sonntag, 25. September, kann jeder, der sich für Fotografie interessiert, die Ausstellung in der Kölner Messe besuchen.

Foto: Photokina

Im Bulli-Bus auf der Photokina geht es lustig zu.

Foto: Photokina

Foto: Photokina

Foto: Photokina

Foto: Photokina

Foto: Photokina

Und es wird wieder voll. Bereits 2014 kamen rund 185.000 Besucher aus 166 Nationen nach Köln, für dieses Jahr rechnen die Veranstalter mit ebenso vielen Menschen. Auf Ausstellerseite zeigen rund 1.000 Unternehmen aus 40 Ländern, was derzeit Trend ist auf dem weitläufigen Markt der Fotografie.

Fotowelt ist im Wandel

Und da hat sich einiges getan. Nicht zuletzt wegen der immer leistungsfähigeren Smartphone-Kameras, mit denen zum Beispiel das iPhone 7 auftrumpft, ist der klassische Kamera-Markt unter Druck geraten: Für nur noch 20 Prozent der Bilder, so lauten Schätzungen, komme eine normale Kamera zum Einsatz. Und das, obwohl die Masse der insgesamt aufgenommenen Fotos unaufhaltsam steigt.

Diesem Trend begegnet die Photokina, indem sie getreu ihrem diesjährigen Motto „Imaging unlimited“ Grenzen verschiebt und neue Themen und Lösungen präsentiert. Um mit der Realität Schritt zu halten, öffnen sich Markt und Messe für Themen wie Apps, Cloud Services, 360-Grad-Fotografie, Augmented Reality und Virtual Reality – vieles davon mit dem Ziel, den Nachwuchs doch noch zum Umstieg auf Fotografie statt Knipserei zu bewegen.

Für die Veteranen und bereits Bekehrten gibt es dementsprechend natürlich auch wieder modernste Foto- und Videotechnik vom Gehäuse bis zum Objektiv, Zubehör und vieles mehr zu sehen. Möglichkeiten zum Anfassen, Ausprobieren und Fachsimpeln gibt es dabei wie immer genug. Und vielleicht lassen sich die altgedienten Foto-Recken ja auch umgekehrt von einer dieser Neuheiten inspirieren.

Auf unserer Bilderstrecke stellen wir Ihnen jedenfalls schon einmal einige Innovationen vor. Klicken Sie sich durch – vielleicht ist ja etwas dabei, das Sie inspiriert.

Wer Outdoor-Aktivitäten liebt und gleichzeitig Bilder machen will, kommt an einer Action-Kamera nicht vorbei. Platzhirsch GoPro hat pünktlich zur Photokina seine neueste Actioncam Hero 5 Black vorgestellt. Sie filmt bildstabilisiert mit bis zu 4K und 30 Bildern pro Sekunde, fotografiert mit 12 Megapixeln in RAW oder WDR, ist bis zehn Meter wasserdicht und lässt sich per Sprache steuern. Alternativ kann man auch den 2-Zoll-Touchscreen und die intuitive Ein-Tasten-Bedienung nutzen. Bildmaterial landet direkt in der Cloud und kann von da bearbeitet und geteilt werden. Würfelförmig und ohne Display gibt’s die Kamera auch: Der kleine Ableger heißt dann GoPro Hero 5 Session. Die Hero 5 gibt es für 429 bzw. 329 Euro.

Foto: GoPro

Mit Karma abheben Der Held kommt aber nicht allein: GoPro Hero bringt eine eigene Drohne mit dem Namen „Karma“ mit. Sie kann bis zu 20 Minuten in der Luft bleiben, 56 km/h schnell fliegen und sich bis auf 975 Meter vom Piloten entfernen. Dabei ist sie stabil genug für Windgeschwindigkeiten von bis zu 35 km/h. Kontrollieren lässt sie sich über einen Controller mit Touchscreen sowie zwei Joysticks. Zurückrufen lässt sie sich per Tastendruck. Oder man legt vorher eine Route fest, die die Kamera dann im Alleingang abfliegt. Und wenn man mal keine Lust auf Luftaufnahmen hat? Dann kann man die Rotorarme einklappen und die Drohne auch als Handgriff nutzen. Die Drohne, die sich außer mit den beiden Hero-5-Varianten auch mit der Hero 4 Black und Silver versteht, kostet rund 870 Euro.

Foto: GoPro

Sofortbilder mit der Polaroid Snap Touch Was wäre eine Fotomesse ohne Polaroid? Das amerikanische Unternehmen, das Generationen mit erinnerungsträchtigen Schnappschüssen und ausgelassenem Knipsen verbinden, hat den Spagat zwischen digitalem Foto und Sofortbild zum Anfassen geschafft. Die aktuelle Neuheit ist die Polaroid Snap Touch, der Nachfolger der Polaroid Snap. Sie hat sie einen 3,5-Zoll-Touchscreen und einen 13-Megapixel-Sensor. Damit gehen auch Videoaufnahmen mit bis zu 1080p Full-HD. Für den Sofortbild-Effekt sorgt ein integrierter Drucker mit tintenfreier ZINK Zero-Ink Drucktechnologie, der das Bild in unter einer Minute ausspukt. Wer will, kann das Bild vorher noch bearbeiten, mit Filtern oder sogar dem typischen Polaroid-Rahmen versehen. Die Polaroid Snap Touch gibt’s in den Farben weiß, schwarz, rot und blau für rund 200 Euro.

Foto: Polaroid

Der 360º-Kamera 360fly 4K entgeht nichts Dieser Action-Cam entgeht nichts: Die 360fly 4K aus dem gleichnamigen Hause 360Fly filmt horizontal mit vollen 360 Grad – und das ohne sichtbare Schnittkanten. Vertikal schafft sie immerhin noch 240 Grad. Die Auflösung liegt bei satten 2.880x2.880 Pixeln oder 16 Megapixeln – laut Hersteller deutlich höher als beim Vorgängermodell. Das Bildmaterial lässt sich dann zu Youtube, Facebook oder anderen Portalen hochladen. Dort navigieren die Betrachter per Maus oder Fingerwisch durchs Bild. Dieser Umweg lässt sich auch überspringen: Die App LIVIT erlaubt außer Videobearbeitung auch Live-Streaming – wenn PC oder Smartphone bei der riesigen Datenmenge mitmachen. Auch das Bedienkonzept sei weiterentwickelt und intuitiver als zuvor, heißt es. Kostenpunkt: Rund 700 Euro.

Foto: 360fly

Unleashed verspricht volle Kontrolle per Smartphone Das Bluetooth-Modul Unleashed ermöglicht es, bis zu sechs digitale Spiegelreflexkameras vom Smartphone aus zu steuern, und das kabellos. Die App für Android und iOS startet und stoppt die Video-Funktion, stellt Miniaturbilder bereit, verfügt über ein integriertes Intervalometer für Zeitraffer und ermöglicht Geotagging. Entwickelt wird das Ganze derzeit vom Hardware-Startup foolography GmbH mit Sitz in Berlin. Noch bis Ende September wird das Projekt auf Kickstarter präsentiert. (Link) Bereits jetzt haben die Entwickler doppelt so viel gesammelt wie ursprünglich geplant. Erhältlich sein wird das Tool voraussichtlich ab Mitte 2017 für rund 200 Euro.

Foto: foolography

Vollformatkamera Sony A99 mit 42 Megapixeln Der japanische Elektrohersteller Sony präsentiert auf der Photokina tatsächlich eine Kamera – und was für eine: die Sony A99 II ist mit einem Vollformatsensor ausgestattet, der ganze 42 Megapixel schafft. Laut Hersteller kommt die Kamera mit einem verringerten Rauschen und einem großen Dynamikumfang. Der ISO-Bereich von 100 bis 25.600 lässt sich auf ISO 50 bis ISO 102.400 erweitern. Der neue Hybrid-Autofokus arbeitet mit 399 vertikalen plus 79 horizontalen Messfeldern. Er stelle noch bis -4 EV noch zuverlässig scharf, behauptet Sony. So könne man bis zu zwölf Bilder pro Sekunde schießen – wenn das Objektiv entsprechend mitmacht. Der Live-View schaffe acht Bilder pro Sekunde. Die Kamera soll im November auf den Markt kommen und rund 3600 Euro kosten.

Foto: Sony

Yi überrascht mit spiegelloser Systemkamera M1 Die spiegellose Systemkamera M1 des zu Xiaomi gehörenden chinesischen Herstellers Yi überrascht nicht nur mit ihrem Preis, sondern Branchenkennern zufolge auch mit ihrer Qualität. Die Kamera verfügt über einen 20-Megapixel-Sensor und kann 4K-Videos mit 30 Bildern pro Sekunde aufnehmen. Auch Full-HD und 720p mit 60, 30 oder 24 Bilder pro Sekunde sind möglich. Der Sensor IMX269 von Sony unterstützt ISO-Werte von bis zu 25.600. Bedient wird das Ganze über einen 3-Zoll-Touchscreen mit über einer Million Bildpunkten. Auch der Kontrast-Autofokus mit 81 Messpunkten kann so bedient werden, ebenso wie der Auslöser. WLAN und Bluetooth sind ebenfalls dabei. Der Body mitsamt Akku wiegt gerade mal 280 g, ausgeliefert wird die Kamera mit zwei Wechselobjektiven: Einem makrofähigen Zoom von 12-40 mm und einer Lichtstärke von f/3,5- f/5,6 sowie einer Festbrennweite von 42,5 mm bei f/1,8. Auch preislich soll die Kamera ein Leichtgewicht sein: Rund 700 Dollar wird sie in den USA kosten. Ein Europreis ist noch nicht bekannt, ebenso wenig wie der Verkaufsstart in Deutschland. In China starte der Verkauf Ende September, heißt es.

Foto: Yi

Nikon kommt mit Actioncams Auch Nikon setzt neben seinen DSLRs auf Actioncams. Gleich drei Stück stellt der japanische Konzern auf der Photokina vor: Die KeyMission 80 und die KeyMission 170 sind live, in Farbe und zum Anfassen dabei, die noch nicht erschienene 360° Actioncam KeyMission 360 immerhin in Form von umfangreichen Informationen. Aber die haben es in sich: So wurde bekannt, dass sie über zwei Objektive sowie 20 Megapixel CMOS verfügt, um 360Grad-4K-Videos aufzunehmen. Diese werden noch in der Kamera selbst zusammengesetzt und nicht erst am heimischen Computer gestitcht. Der Kostenpunkt wird bei etwa 500 Euro liegen. Günstiger, aber auch weniger umfassender wird es mit den bereits erhältlichen Modellen KeyMission 170 für knapp 400 Euro, die immerhin 170 Grad schafft. Sie ist 46,8 x 66,4 x 42,7 mm groß und wiegt 134,5 g. Sie funktioniert auch noch bei -10 Grad und übersteht einen Tauchgang auf 10 m – mit Extra-Gehäuse sogar auf 40 m. Die kleine Schwester MissionKey 80 für rund 300 Euro, die mit ihrem Vorderobjektiv immerhin noch 80 Grad schafft, ist bis zu einem Meter wasserdicht. Sie hat eine zweite Kamera auf der Rückseite. Damit und mit dem 1,75-Zoll-Touchscreen eignet sie sich laut Hersteller hervorragend für Selfies und „schnelle Aufnahmen von Fotos und Filmen“ – bis zu 40 Minuten Film schafft der Akku. Alle drei Kameras nutzen die Nikon-eigene App Snapbridge, um per Bluetooth oder WLAN Fotos oder Videos zu übertragen.

Foto: Nikon

 

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