Qualität 30.04.2010, 19:46 Uhr

„Produktgedächtnis“ führt Tagebuch

Hightech-Trend auf der Hannover Messe – künftig könnten eingebettete Systeme wie Mikrosensoren und Prozessoren den gesamten Produktlebenszyklus protokollieren und auch eine wichtige Rolle spielen, wenn es darum geht, Transportschäden an empfindlichen Gütern von vornherein zu vermeiden.

„Um international wettbewerbsfähig zu bleiben, sind Fertigungs- und Handelsunternehmen immer darauf angewiesen, ein Produkt und seinen Lebenszyklus mit allen relevanten Daten zu erfassen und verfolgen zu können.“ Das betonte Holger Kößling, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, Kaiserslautern, auf der diesjährigen Hannover Messe (19. bis 23. April). In der BMBF-Innovationsallianz „Digitales Produktgedächtnis“ habe sich der Technologieverbund „Semprom – Semantisches Produktgedächtnis“ deshalb zum Ziel gesetzt, die nächste Generation von mobilen, eingebetteten und funkbasierten Elementen zu entwickeln.

„Über RFID-Kennzeichnung können schon heute Produktdaten per Funk und ohne Sichtkontakt gelesen und gespeichert werden“, ergänzte Kößling. Die Fähigkeiten des digitalen Produktgedächtnisses würden zukünftig weit darüber hinausgehen. Vergleichbar mit einer Black Box im Flugzeug solle es neben den Produkt- und Betriebsdaten auch Informationen verschiedener eingebetteter Sensoren aufzeichnen, geht es etwa um Helligkeit, Feuchtigkeit, Temperatur, Geschwindigkeit oder Beschleunigung

Das Grundkonzept des digitalen Produktgedächtnisses basiert nach Angaben seiner Entwickler auf semantischen Technologien, Maschine-zu-Maschine-Kommunkation (M2M), Sensornetzen und RFID-Technologie. Kößling: „Die Basis bilden miniaturisierte eingebettete Systeme, die in beliebige Alltagsgegenstände integriert werden. Sie enthalten neben einem Mikroprozessor, Speicher, Mikrosensorsystemen, einem GPS-Chip und Funkbausteinen auch eine Energieversorgung.“ Produktgedächtnisse könnten deshalb untereinander oder mit ihrer Umgebung über Nahbereichsfunk Daten austauschen.

Wie wichtig eine effektive Transportüberwachung kritischer bzw. empfindlicher Güter ist, verdeutliche Helmut Röben, Fertigungsforscher am Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung (IFF), Magdeburg: „Allein in Deutschland beträgt der volkswirtschaftliche Verlust durch Transportschäden cirka 2 Mrd. € pro Jahr.“ Mit dem in Hannover präsentierten System „Logprotector“ wollen die IFF-Spezialisten eine Möglichkeit schaffen, das zu transportierende Gut während des gesamten Weges zu begleiten. „Es handelt sich eine Box , in die Beschleunigungssensoren, ein Mobilfunkmodul und ein GPS-System integriert sind. Die Box kann auch einen RFID-Reader zur Datenspeicherung auf einen RFID-Tag beinhalten“, erläuterte Röben. So lasse sich schon während des Transports eine eventuelle Gefährdung des Gutes erkennen und die Entstehung eines Schadens verhindern.

„Durch die in unserem System eingesetzten Beschleunigungssensoren lässt sich kontrollieren, wie die Fahrzeuge bewegt werden“, ergänzte der IFF-Experte. Starkes Beschleunigen und heftiges Abbremsen würden nicht nur den Fahrzeugverschleiß erhöhen, sondern bedeuteten auch Zusatzrisiken für die Ware. Werde die Technologie nicht nur zur einmaligen Aufnahme von Daten im Fahrzeug benutzt, sondern dauerhaft eingesetzt, bestehe auch die Möglichkeit, die Fahrweise weiter zu beobachten und bei Bedarf aktiv einzugreifen. Das Ziel hinter dieser Strategie ist für Röben ebenso attraktiv wie umweltfreundlich: „Laut Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung könnten bis zu 25 % Kraftstoff durch clevere Fahrweise eingespart werden.“ D. KIPPELS

Von D. Kippels
Von D. Kippels

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