RFID-Technik 04.12.2009, 18:32 Uhr

Pionier startet 2010 RFID-Offensive  

Nach vielen Jahren und jeder Menge Tests hat der Modekonzern Gerry Weber in der letzten Woche verkündet, die RFID-Technik vollständig sowohl im Logistik- und Verkaufsprozess als auch zur Warensicherung einzusetzen. Damit sind die Ostwestfalen Vorreiter in Deutschland. Chips nebst Antenne sollen ab nächsten Jahr wie ein Waschetikett in jedem Kleidungsstück zu finden sein. VDI nachrichten, Düsseldorf, 4. 12. 09, rb

Gerhard Weber läuft im Düsseldorfer Showroom seines Modekonzerns von einem Stand zum nächsten. Hier haben sich die Kooperationspartner aufgebaut: der Antennenspezialist Avery Dennison, die Telekom-Tochter T-Systems, der Systemintegrator Salt Solutions und andere mehr. „Mir geht es meisten nicht schnell genug, schon vor zwei Jahren wurde ich unruhig“, erklärt Weber und meint damit den langen Weg zu RFID. „Nach zehn Jahren sind wir endlich so weit, dass wir Chip und Warensicherung verbinden können. „

Die kontaktlose Funktechnik (Radio Frequency Identification) soll helfen, Logistik- und Verkaufsprozesse zu optimieren, und zusätzlich vor Diebstahl und Plagiaten schützen. Noch betrage die Schadenssumme durch Diebstahl bei Gerry Weber (2300 Mitarbeitern weltweit, 570 Mio. € Umsatz in 2008 und fünf Marken, darunter Taifun) nur 2 %. „Doch das geht dramatisch nach oben.“

In der nächsten Saison beginnt die heiße Phase: Dann sollen die 25 Mio. Teile, die Gerry Weber pro Jahr weltweit herstellt und rund um den Globus schickt, mit RFID-Tags bestückt werden. Schon zu Produktionsbeginn verspricht sich das Unternehmen bessere Kontrolle. Das gilt auch für den Transport. Schließlich werden 70 % der Waren in Fernost, 30 % in Europa – mehrheitlich Türkei und Rumänien – produziert.

David Frink, Vorstand Produktion und Logistik, weiß, dass sich in den letzten Monaten viel rund um RFID-Tags getan hat. Die Anforderungen an die erwählten Einweg-Tags sind jedoch in der Textilindustrie hoch: Chips nebst Antennen müssen Container- und Luftfrachttransporte überstehen, sie müssen – zumindest einmal – chemische Reinigung, Bügeln und Waschen überleben. Denn, so berichtet Frink: „Die Ware kommt oft zerknittert an und muss aufbereitet werden.“

Die Lösung kommt aus dem Hause Avery Dennison: Ein dem Waschetikett ähnelndes weiches RFID-Etikett, das mit einem Chip von NXP daherkommt. Der Tag wird von Avery Dennison gedruckt und erhält bereits in diesem Prozess mit 96 Bits einen Code, der die Jacke oder die Hose bis zum Kauf durch die Verbraucherin begleitet. Spätestens nach ein, zwei Wäschen ist der RFID-Tag zerstört.

Während Karstadt, Kaufhof und andere proprietäre Lösungen testen, setzt Gerry Weber voll auf Standards. Seit 2006 arbeitet der Modekonzern beim vom Bundeswirtschaftsministerium gestützten Projekt Ko-RFID mit. Immer wieder betont auch IT-Leiter Christian von Grone das Standardisierungsgremium GS1. Die UHF-Technik bringt es mittlerweile im Lager auf 100 %ige Leseraten. Der Modekonzern hat die Technik im realen Umfeld, z. B. bei Logistikdienstleister Meyer & Meyer erprobt.

„Wir haben bereits bis jetzt 2,5 Mio. € investiert, in den nächsten fünf Jahren kommen 2,7 Mio. € hinzu.“ Investitionen, die sich laut Frink in weniger als zwei Jahren amortisiert haben sollen. Weber und Frink formulieren es unisono: „Wir laden die Branche ein, mitzumachen.“

Entscheidend sind dafür auch die Partnerfirmen. Solche wie T-Systems, die mit ihrer selbst entwickelten RFID-Antenne für logistische Prozesse und und Artikelsicherung eine Weltneuheit in Düsseldorf präsentieren. Sie ist sowohl für die Tore der Logistiker, aber auch für die Shops geeignet.

Wenn die Jacke oder die Hose nebst ihrem einmaligen Code nicht an der Kasse ausgebucht wurde, schlagen die Lesegeräte am Ausgang Alarm. Ein Vorteil gegenüber aktuellen akustischen und magnetischen Sicherungssystemen: Sie tun das nur hier und nicht im Laden nebenan. REGINE BÖNSCH

Von Regine Bönsch
Von Regine Bönsch

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