RFID 18.08.2006, 19:23 Uhr

Neuwagen stellen sich per Funkchip vor  

Schnelle Kommunikation per RFID (Radio Frequency Identification) sorgt im größten europäischen Autoterminal in Bremen für mehr Durchblick in der Transportlogistik, höheren Fahrzeugdurchsatz und zielsicheren Weitertransport.

Bernd Scholz-Reiter sieht RFID als „Türöffner für moderne Produktionslogistik“, so der Logistik-Experte am Bremer Universitätsinstitut für Betriebstechnik und angewandte Arbeitswissenschaft (Biba). Eingesetzt werden die kleinen Labels heute schon beispielsweise im Behältermanagement oder bei der Onlineverfolgung von Karosserieteilen in der Fertigung. Dank der Funkchips soll es auch möglich werden, dass einzelne Transporteinheiten den Materialfluss aktiv mit- steuern.

Mit Unterstützung der Bundesvereinigung Logistik (BVL), die sich als Brücke zwischen Wissenschaft und Industrie versteht, untersucht das Biba derzeit zusammen mit dem Bremer Automobillogistiker E.H. Harms – einer Tochter der BLG Automobile – die Einsatzmöglichkeiten selbststeuernder Logistiksysteme. Das Projekt „Faster“ (Fahrzeugsteuerung durch mobile Transponder-Erkennung) soll Klarheit über den RFID-Nutzen im Materialfluss bringen.

Ein Pilotprojekt läuft im Bremerhavener BLG-Autoterminal. Dort werden alle zentral für den europäischen Markt importierten Fahrzeuge direkt vom Schiff in die Service-Anlage mit automatischer Förderung gefahren, wo sie zunächst schonend entkonserviert, gereinigt und getrocknet werden. Auf dem sich anschließenden Prüf- und Modifizierungsband inspizieren die Harms-Mitarbeiter die Wagen im Rahmen einer so genannten „pre-delivery inspection“ sorgfältig und beseitigen kleinere Transportschäden. Dazu übernehmen sie die Ausstattung mit Sonderzubehör wie DVD-Anlagen, Handys, Navigationssystemen und Glasdächern. Aber auch Sonderlackierungen und das Lackieren von Stoßfängern auf Kundenwunsch übernimmt das mit über 400 Mitarbeitern größte europäische Autoterminal.

Bei 120 000 Stellplätzen ist es gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten. Aber durch die Ausrüstung der Fahrzeuge mit passiven RFID-Chips werden aus den Autos kommunikative logistische Objekte. Dadurch will Harms die Lagerzeiten verringern sowie Stellflächen und Technikstationen besser auslasten. Die Daten über die auszuführenden Arbeitsschritte sind per Transponder am Fahrzeug hinterlegt. Erreicht der Wagen ein Terminal, nimmt er via RFID Kontakt zu den einzelnen Stationen wie Werkstatt, Tankstelle, Waschstraße und Stellplatz auf und kommuniziert die weiteren Abläufe. Die schnelle Fahrzeugerfassung erfolgt durch Auslesen der Transponderdaten in Durchfahrts-Toren bei Anlieferung im Automobilterminal sowie bei der Ein- und Ausfahrt in den Technikzentren. „Bei der üblichen Geschwindigkeit von 30 km/h lag die Rate der erfassten Fahrzeuge bei 100 %“, so Wolf Lampe, Leiter der Abteilung Prozesse/QM bei E.H. Harms.

Für den Automobillogistik-Dienstleister ist die Kenntnis über die aktuellen Standorte der Fahrzeuge eine wichtige Voraussetzung für ein effizientes Fahrzeugmanagement und Disposition der zur Verfügung stehenden Ressourcen des Automobilterminals. Die bisher für die Erfassung der Bewegungsdaten verwendeten Barcode-Labels im Inneren des Fahrzeugs allerdings haben sich für die Automobillogistik nur bedingt als geeignet erwiesen: Witterungseinflüsse – Regentropfen, Kondensat oder Schnee auf den Scheiben – behindern einen problemlosen Einsatz. Darüber hinaus bleichen die Barcodes je nach Druckart und Papierqualität unterschiedlich schnell aus. „Bei längeren Lagerzeiten werden aus diesem Grund viele Labels unleserlich und damit unbrauchbar“, schildert Wolf Lampe.

Die Feldtests mit RFID seien hingegen positiv verlaufen. So wurde eine Verringerung von Suchfahrten für falsch abgestellte Fahrzeuge erreicht. Zudem habe eine Simulation mit den Daten von 124 000 Fahrzeugen eine Zeitersparnis von 24 s je Auto ergeben. „Das scheint nicht viel, hochgerechnet auf ein Jahr ergibt sich jedoch ein Sparpotenzial von 112 Arbeitstagen“, freut sich Lampe. E. LANGE/KIP

RFID macht Barcode-Technik Konkurrenz

Von E. Lange/Dietmar Kippels
Von E. Lange/Dietmar Kippels

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